Mo., 04.09.2017

Serie: Aus OWL neu in den Bundestag? – Folge 2: Kerstin Vieregge (CDU) aus Extertal Vieregge: »Jedes Dorf ist anders«

Das Dorf ist ihr Ding: Kerstin Vieregge (CDU) lebt im Extertaler Ortsteil Göstrup und will in den Bundestag.

Das Dorf ist ihr Ding: Kerstin Vieregge (CDU) lebt im Extertaler Ortsteil Göstrup und will in den Bundestag. Foto: Oliver Schwabe

Extertal (WB/as). Für keinen der Bundestagskandidaten aus OWL wäre der Kontrast zwischen Heimatort und Hauptstadt stärker als für Kerstin Vieregge. Die Vorsitzende der CDU im Kreis Lippe lebt im Extertaler Ortsteil Göstrup – mit 195 anderen Einwohnern. Dass sie dort mangels Empfang telefonisch nicht immer erreichbar ist, lächelt sie weg.

Aber das soll sich ändern. Früher hieß es »Unser Dorf soll schöner werden«. Kerstin Vieregge sagt: »Unser Dorf ist schön, aber es muss moderner und zukunftsfähiger werden.« Der ländliche Raum ist das große Thema der CDU in Ostwestfalen-Lippe. Und da ist die 40-Jährige Expertin.

»Wie sollen die großen Städte die ganzen Menschen aufnehmen? Es herrscht doch jetzt schon Wohnungsmangel«, sagt Kerstin Vieregge und nennt die Vorzüge des Dorfes: »Es ist sicher, die Kinder können unbeschwert spielen, und man kann günstig bauen und wohnen.« Die Nachteile des Landlebens sind ihr bewusst: »Bei der ärztlichen Versorgung, beim Einkaufen und bei der Mobilität müssen wir Lösungen vor allem für die ältere Bevölkerung finden.« Und wenn es um Telemedizin oder Online-Shopping geht, wäre schnelles Internet ganz hilfreich.

Lippes stellvertretende Landrätin denkt, wenn sie von Ländlichen Raum 4.0 spricht, aber auch an junge Leute und Familien. Arbeitsplätze seien das A und O, um sie in dörflichen Strukturen zu halten. Hinzu kommen Kinderbetreuung und Schulangebote. Allerdings: »Jedes Dorf ist anders.«

Lipperin wäre gerne Mitglied im Landwirtschaftsausschuss

Auf dem Wahlplakat ist Kerstin Vieregge mit ihrer Nichte und ihrem Neffen zu sehen. Familie steht an erster Stelle – auch politisch. Das Baukindergeld im CDU-Programm ist für sie ein Meilenstein. Ginge es nach ihr, würden die Rentenerhöhungen gestaffelt und kämen zuerst Beziehern niedriger Renten zugute.

Sollte es mit dem Einzug in den Bundestag klappen, wäre die Lipperin gerne Mitglied im Landwirtschaftsausschuss. Die Bezirks-Vize der CDU in OWL weiß, dass sie den Wahlkreis direkt gewinnen muss, um sicher im Bundestag zu sein: »Ich setze voll auf das Direktmandat und gehe nicht davon aus, dass mein Listenplatz 19 am Ende zieht.« Kerstin Vieregge sieht das Rennen im Wahlkreis Lippe I gegen ihren SPD-Konkurrenten Henning Welslau offen.

Für den Wahlkampf hat sich die Betriebswirtin, die in Vollzeit bei der Lippische Landes-Brandversicherungsanstalt im Marketing arbeitet, ihren Urlaub genommen. Und was beschäftigt die Leute in ihrem Wahlkreis besonders? »Vor allem die Folgen der Flüchtlingskrise und die Folgen der Niedrigzinspolitik für die Renten.«

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Bisher erschienen: 

Teil 1: Christian Sauter (FDP) aus Extertal

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