Di., 12.09.2017

Serie: Aus OWL neu in den Bundestag? – Folge 5: Oliver Vogt (CDU) aus Espelkamp Der Physiker, der Merkel versteht

Oliver Vogt ist Gymnasiallehrer und Präsident des FC Preußen Espelkamp. Sein Ziel: der Bundestag.

Oliver Vogt ist Gymnasiallehrer und Präsident des FC Preußen Espelkamp. Sein Ziel: der Bundestag. Foto: Oliver Schwabe

Espelkamp (WB/as). Wenn jemand versteht, wie die Kanzlerin tickt, dann Oliver Vogt. »Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie sie auf Dinge reagiert«, sagt der CDU-Bundestagskandidat aus Espelkamp.

»Auf dem Papier habe ich die gleiche Ausbildung wie Angela Merkel.« Auch Vogt ist promovierter Physiker. Seine Grundlagenforschung hat einen Beitrag zum Teilchenbeschleuniger CERN in Genf geleistet. »Als Physikerin analysiert die Kanzlerin die Fakten und trifft dann Entscheidungen. Dabei ist sie sachlich, ruhig und durchdacht«, sagt der Naturwissenschaftler. Und was ist mit den Emotionen? »Mit Aufregung und Begeisterung haben wir Physiker es nicht so.«

Am Besselgymnasium in Minden unterrichtet der 40-Jährige Physik und Mathematik. »Die Schüler und viele Kollegen finden es spannend, dass ich für den Bundestag kandidiere.« Seine Themen: natürlich Breitbandausbau und Digitalisierung. »Slowenien und Bulgarien sind uns in digitaler Infrastruktur voraus. Deutschland ist spät dran«, kritisiert Vogt. Seiner Einschätzung nach habe die Politik das ehemalige Staatsunternehmen Deutsche Telekom zu lange auf alte Technik setzen lassen. »Die Telekom verbuddelt heute immer noch Kupferkabel statt Glasfaser. Das ist Schwachsinn. Heute darf nur noch Glasfaser gelegt werden«, wird der Physiker deutlich. Und die Verdoppelung der Summe auf acht Milliarden Euro, die vom Bund in den Breitbandausbau fließen soll, sei in Ordnung – reiche aber bei weitem nicht aus.

Digitalisierung im ländlichen Raum

Oliver Vogt ist überzeugt, dass das Thema im Wahlkreis Minden-Lübbecke I verfängt. Denn er will in Berlin dafür sorgen, dass Mittel für die Digitalisierung des ländlichen Raums in den Mühlenkreis fließen. Davon sollen mittelständische Wirtschaft und Privathaushalte gleichermaßen profitieren.

Will der Gymnasiallehrer in den Bundestagtag einziehen, muss er sein Mandat direkt gewinnen. Listenplatz 41 zieht in keinem Fall. Sein SPD-Konkurrent, der Bundestagsabgeordnete Achim Post, ist über die Liste seiner Partei abgesichert. »Die Bürger sind klug und wählen strategisch. Wenn sie mich direkt wählen, haben sie zwei Abgeordnete aus Espelkamp im Bundestag. Das ist gut für die Stadt und den Kreis«, sagt Vogt.

Als Präsident des FC Preußen Espelkamp (350 Mitglieder) und Fußballschiedsrichter ist er nah an den Leuten. Vogt ist stolz auf das, was der Verein mit Unterstützung der heimischen Wirtschaft geschaffen hat: Vom Sportzen­trum Mittwald können die meisten Bezirksligisten träumen. »Deswegen«, so Vogt, »wollen wir auch bald zurück in die Landesliga.«

#btw17 – die Themenseite des WESTFALEN-BLATTES

Wie sähe die Sitzverteilung auf Grundlage verschiedener Umfragen aus? Wen hätten die Menschen lieber als Kanzler? Welches Ergebnis wirft der Koalitionsrechner aus? Wir liefern die Antworten auf diese Fragen interaktiv.

Zudem haben wir auf unserer Themenseite zur Bundestagswahl viele Berichte zusammengestellt, zeigen welche Spitzenpolitiker wo in OWL auftreten und bieten Video-Interviews: www.westfalen-blatt.de/btw17 .

Teil 1:  Christian Sauter (FDP) aus Extertal

Teil 2:  Kerstin Vieregge (CDU) aus Extertal

Teil 3:  Udo Hemmelgarn (AfD) aus Harsewinkel

Teil 4:  Wiebke Esdar (SPD) aus Bielefeld

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