Mi., 13.09.2017

Serie: Aus OWL neu in den Bundestag? – Folge 6: FDP-Politiker aus Bünde Der Euro bleibt Frank Schäfflers Thema

Wahrzeichen seines Wahlkreises: Frank Schäffler (FDP) am Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica.

Wahrzeichen seines Wahlkreises: Frank Schäffler (FDP) am Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica. Foto: Oliver Schwabe

Porta Westfalica (WB/as). Wie viel Rebellentum steckt noch in Frank Schäffler? Der Bezirksvorsitzende der FDP in OWL will zurück in den Bundestag und tritt im Wahlkreis Minden-Lübbecke I an. Schäffler hat sich 2010 einen Namen als Euro-Rebell gemacht, weil er nicht nur die Euro-Rettungspolitik der schwarz-gelben Bundesregierung kritisierte, sondern in der FDP ein Mitgliederbegehren gegen den damaligen Parteivorsitzenden Philipp Rösler durchsetzte. Nur 54,4 Prozent stimmten für Röslers Euro-Kurs.

Schäffler errang einen Erfolg, schwächte aber Rösler und schadete der FDP. Mancher meint, sein Vorstoß hätte zum Ausscheiden der Liberalen aus dem Bundestag beitragen. »Ich glaube nicht, dass mir das Mitgliederbegehren noch nachgetragen wird«, meint Frank Schäffler, der während der vier Jahre ohne Mandat die liberale Denkfabrik Prometheus in Berlin mitgegründet hat und als deren Geschäftsführer tätig ist.

Verhältnis zu Christian Lindner gilt als belastet

Sein Verhältnis zu Christian Lindner gilt als belastet. Der FDP-Chef wollte den unbequemen Ostwestfalen verhindern und ließ bei der Wahl der Listenplätze mit Jasmin Wahl-Schwentker aus dem Kreisverband Bielefeld eine Ge­genkandidatin aufstellen.

Schäffler konnte sich bei den Delegierten in NRW knapp durchsetzen und steht jetzt auf Listenplatz 9 vor der sicheren Rückkehr ins Parlament. »Christian Lindner und ich haben uns ausgesprochen, wir haben kein Spannungsverhältnis«, sagt Schäffler und schließt Alleingänge aus.

Das kann er auch, denn die Position des 48-Jährigen, der mit Frau und zwei Kindern in Bünde (Kreis Herford) lebt, ist in Sachen Währungspolitik auch die Position seiner Partei.

Bundesweite Einladungen von Kreisverbänden

Schäfflers Haltung zum Euro ist in der FDP mittlerweile so verankert, dass ihn bundesweit viele Kreisverbände für den Wahlkampf einladen, vor allem nach Hessen und Bayern.

Schäffler befürchtet, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nach der Bundestagswahl eine neue Euro-Politik einleiten könnte: »Mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron bereitet sie vieles vor, was nach der Wahl auf uns zukommen könnte: ein Euro-Finanzminister und die Einlagensicherung im Euro-Raum. Dann haften deutscher Sparer für europäische Banken. Dieser Euro-Zentralismus ist falsch. Wir Liberalen setzen auf Verantwortung und Haftung und müssen frühzeitig rote Linien ziehen.« Für den Fall der Regierungsbeteiligung.

Doch das ist gar nicht Schäfflers Ziel. Sein erster Anspruch: »Gut in den Bundestag kommen und eine starke Opposition gegen eine mögliche weitere Große Koalition sein.«

#btw17 – die Themenseite des WESTFALEN-BLATTES

Wie sähe die Sitzverteilung auf Grundlage verschiedener Umfragen aus? Wen hätten die Menschen lieber als Kanzler? Welches Ergebnis wirft der Koalitionsrechner aus? Wir liefern die Antworten auf diese Fragen interaktiv.

Zudem haben wir auf unserer Themenseite zur Bundestagswahl viele Berichte zusammengestellt, zeigen welche Spitzenpolitiker wo in OWL auftreten und bieten Video-Interviews: http://www.westfalen-blatt.de/Bundestagswahl-2017

Teil 1:  Christian Sauter (FDP) aus Extertal

Teil 2:  Kerstin Vieregge (CDU) aus Extertal

Teil 3:  Udo Hemmelgarn (AfD) aus Harsewinkel

Teil 4:  Wiebke Esdar (SPD) aus Bielefeld

Teil 5:  Oliver Vogt (CDU) aus Espelkamp

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