Di., 26.09.2017

Elvan Korkmaz (SPD) und Friedrich Straetmanns (Linke) haben es geschafft, Ute Koczy (Grüne) und Tim Ostermann (CDU) nicht Gewinner und Verlierer der Wahl-Nacht in OWL

Die Gewinner und Verlierer aus OWL (im Uhrzeigersinn von links oben): Elvan Korkmaz (SPD) und Friedrich Straetmanns (Die Linke) ziehen in den Bundestag ein, Ute Koczy (Die Grünen) und Tim Ostermann (CDU) sind nicht dabei.

Die Gewinner und Verlierer aus OWL (im Uhrzeigersinn von links oben): Elvan Korkmaz (SPD) und Friedrich Straetmanns (Die Linke) ziehen in den Bundestag ein, Ute Koczy (Die Grünen) und Tim Ostermann (CDU) sind nicht dabei.

Bielefeld/Gütersloh/Löhne (WB/bex/rec/as). Die Auszählung der Stimmen dauerte auch in Ostwestfalen-Lippe bis in die Nacht. Erst dann stand fest, welche der Kandidaten auf den Landeslisten ihrer Parteien es noch in den Bundestag schaffen. Für Elvan Korkmaz (SPD, Gütersloh) und Friedrich Straetmanns (Linke, Bielefeld) ging das Warten gut aus. Ute Koczy (Grüne, Lemgo) und Tim Ostermann (CDU, Löhne) hatten keinen Erfolg.

»Vier Jahre lang durfte ich unsere Region im Bundestag vertreten – eine spannende Zeit, die ich nicht vergessen werde. In den neuen Bundestag bin ich leider nicht gewählt worden, da ich weder das Direktmandat erreicht habe, noch über die Liste ins Parlament einziehen kann«, teilte Tim Ostermann am Montag bei Facebook mit. »Natürlich bin ich etwas niedergeschlagen. Nun heißt es erst einmal, das Ergebnis zu analysieren und auch etwas zur Ruhe zu kommen. Es bleibt die Dankbarkeit für die großartige Unterstützung, die mir seit meiner ersten Aufstellung für den Bundestag im Jahr 2012 zuteil wurde«, schrieb Ostermann weiter.

Nur Haßelmann vertritt OWL-Grüne

Die Grünen in OWL werden weiterhin nur von Britta Haßelmann (Bielefeld) in Berlin vertreten. Zunächst sah es am Wahlabend so aus, als könne auch Ute Koczy (Lemgo) erneut in den Bundestag einziehen, dem sie bereits von 2005 bis 2013 angehört hatte. Sie scheiterte jedoch denkbar knapp: Die Landesliste zog bis Platz zwölf – die OWL-Vorsitzende der Grünen belegte Platz 13. »Das ist schon traurig«, sagte sie gestern enttäuscht. »Britta Haßelmann übernimmt erneut eine herausragende Rolle für die Grünen in Berlin. Da wäre eine weitere Stimme für OWL gut gewesen.«

Das relativ schlechte Ergebnis der Grünen in NRW ließ Koczy scheitern. Mit 7,6 Prozent (minus 0,4 Punkte) lag die Öko-Partei deutlich unter dem Bundesergebnis (8,9 Prozent). Der Tiefschlag der Wahl sei allerdings ein anderer. »Vom rechten Rand wird jetzt im Bundestag Stimmung gemacht«, erklärte Koczy mit Blick auf das Abschneiden der AfD. Die Frage sei: »Was setzen die demokratischen Parteien dagegen?« Große Hoffnungen, als Nachrückerin doch noch ein Mandat zu erlangen, hat Koczy nicht.

Straetmanns wartet bis 5.30 Uhr

Friedrich Straetmanns musste bis zum frühen Montagmorgen warten. »Um 1.15 Uhr wusste ich beim Zubettgehen noch nicht, ob es klappen würde. Um 5.30 Uhr bekam ich dann die gute Nachricht «, sagte der neue Linke-Abgeordnete aus Bielefeld.

»Ich finde, es ist ein politischer Fehler der SPD, dass sie schon am Wahlabend eine Große Koalition rigoros ausgeschlossen hat, ohne die Parteigremien befragt zu haben. Merkel wäre der SPD sehr weit entgegengekommen. Und ich glaube auch, dass da das letzte Wort noch nicht gesprochen ist«, meinte Straetmanns, der nun seinen Richterposten am Sozialgericht Detmold gegen das Bundestagsmandat tauscht. Nun ständen die Grünen unter Druck, in eine Regierung mit Union und FDP einzutreten. »Für uns Linke wäre es jedenfalls ein Vorteil, wenn die Grünen nicht in der Opposition wären«, so Straetmanns.

Korkmaz macht das Handy aus

Die Gütersloher SPD-Kandidatin Elvan Korkmaz hatte am späten Sonntagabend einfach ihr Handy ausgestellt, den Telefonhörer danebengelegt und sich ins Bett gelegt. »Nach wochenlangem Wahlkampf, einer Niederlage und einem anstrengenden Abend war ich einfach nur noch erschöpft.«

Noch bevor sie am Morgen ihr Handy wieder einschaltete, erfuhr sie im Radio, dass sie es doch noch in den Bundestag geschafft hatte. Daraufhin ging es sofort zum Bahnhof, Richtung Düsseldorf, zum Landesvorstand.

Mehr zur Bundestagswahl gibt es hier .

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