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Di., 07.02.2017

Das 6:5 (1:1, 1:1, 0:0) beim Regionalligisten FC-Astoria bringt dem DSC 1,265 Millionen Euro Erfolgsprämie Nach Elfmeterkrimi in Walldorf: Arminia steht im Viertelfinale

Tom Schütz jubelt – mit einem schönen Freistoßtor hat er soeben Arminia in Führung gebracht.

Tom Schütz jubelt – mit einem schönen Freistoßtor hat er soeben Arminia in Führung gebracht. Foto: Thomas F. Starke

Walldorf (WB/jen/dis/dpa). Arminia Bielefeld hat das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht. Der Fußball-Zweitligist gewann mit 6:5 (1:1, 1:1, 0:0) nach Elfmeterschießen beim Regionalligisten FC-Astoria Walldorf. Damit strichen die Ostwestfalen die 1,265 Millionen Euro Erfolgsprämie vom Deutschen Fußball-Bund ein. Die Runde der letzten Acht findet am 28. Februar/1. März statt.

Im Vergleich zum vorherigen Zweitligaspiel gegen 1860 München (2:1) nahm DSC-Trainer Jürgen Kramny gleich vier personelle Änderungen vor. Reinhold Yabo fehlte wegen eines Magen-Darm-Infekts, Sören Brandy musste kurzfristig wegen muskulärer Probleme passen. Zudem ließ der Coach Malcolm Cacutalua und Andreas Voglsammer draußen. Neu im Team waren David Ulm , Manuel Junglas, Stephan Salger und Christoph Hemlein.

Chancen im Minutentakt

In einem munteren Spiel vor 4000 Zuschauern im ausverkauften Dietmar-Hopp-Sportpark – darunter 1000 Arminia-Fans – hatte der Außenseiter aus der Regionalliga die erste Chance. Stephan Salger aber konnte gegen Marcus Meyer klären (11. Minute). Dann drehte der DSC auf und kam zu Chancen im Minutentakt. Christopher Nöthe (13.), David Ulm (14.) und Fabian Klos (15.) hatten die Führung auf Kopf oder Fuß. Ulm wurde bei seiner Möglichkeit vom Walldorfer Pascal Pellowski rüde attackiert – ein Elfmeter wäre fällig gewesen.

Spätestens in der 26. Minute hätte es dann aber wirklich 1:0 für Bielefeld heißen müssen. Doch Klos' Kopfball aus kurzer Distanz wehrte Walldorfs Keeper Jürgen Rennar spektakulär zur Ecke ab.

Eine Minute später war der DSC zum ersten Mal zum Wechseln gezwungen. Abwehrchef Julian Börner (Schlag aufs Schienbein) verließ angeschlagen den Platz, für ihn kam Cacutalua. Walldorf, das in der ersten Runde den Zweitligisten VfL Bochum (4:3 nach Verlängerung) und in der zweiten Runde den Erstligisten Darmstadt 98 (1:0) rausgeworfen hatte, sorgte mit schnellen Gegenangriffen immer wieder für Entlastung und stellte die Ostwestfalen wiederholt vor Probleme.  Arminia hatte sich durch einen Sieg im Elfmeterschießen beim Viertligisten RW Essen und ein 1:0 beim Ligarivalen Dynamo Dresden für das Achtelfinale qualifiziert.

1:0 – doch Walldorf kommt zurück ins Spiel

Kurz nach Wiederbeginn dann Glück für Walldorf, dass Tabe Nyenty für sein brutales Foul gegen Klos nicht vom Platz flog. Doch die Strafe folgte prompt. Denn den fälligen Freistoß schlenzte Tom Schütz traumhaft zum verdienten 1:0 für Arminia in den Winkel.

Warum die Gäste nicht konsequenter nachsetzten, sondern den FC-Astoria zurück ins Spiel kommen ließen – schleierhaft. Zwei Mal musste DSC-Keeper Wolfgang Hesl in höchster Not gegen Marcel Carl klären. In der immer giftiger werdenden Partie war Walldorf nun die bessere Mannschaft und drängte den DSC in die Defensive. Folgerichtig fiel der Ausgleich. Carl war es, der Hesl mit einem listigen Kopfballheber überwand (78.) und damit auch Dietmar Hopp glücklich machte. Der Milliardär und SAP-Mitbegründer unterstützt neben dem Erstligisten 1899 Hoffenheim auch den FC-Astoria und ist ein gern gesehener Gast im Walldorfer Stadion.

Drei Minuten vor dem 1:1 war es allerdings Ulm, der frei vor Rennar alles hätte klarmachen können. Astorias Schlussmann klärte mit dem Fuß. Es ging in die Verlängerung.

Staude fliegt vom Platz

Die Unterbrechung tat dem Favoriten sichtlich gut. Arminia hatte nun wieder mehr Kontrolle über die Partie und kam zu Möglichkeiten. Erst klärte Rennar gegen Michael Görlitz (101.), dann ließen die Ostwestfalen eine Dreifachchance liegen (103.), weil sich die Platzherren mit allen Körperteilen in die Schussbahn warfen.

Auf der anderen Seite bewahrte Hesl Arminia mit einer beherzten Flugeinlage vor dem Walldorfer 2:1 (105.). Kurz vor Spielende flog Einwechselspieler Staude (kam in der 96.) zurecht mit Gelb-Rot vom Platz. Es war der letzte Höhepunkt vor dem Elfmeterschießen, in dem Arminia zunächst ins Hintertreffen geriet, ehe Hesl hielt und Salger traf.

Das Viertelfinale wird am Mittwochabend nach dem Free-TV-Livespiel zwischen Borussia Dortmund und Hertha BSC (Anstoß 20.45 Uhr/ARD) ausgelost.

Stimmen

Kramny bemängelte, wie seine Spieler auch, die Chancenverwertung: »Wir haben es verpasst, das zweite Tor zu machen.« Der DSC-Trainer lobte den Gegner: »Kompliment, sie haben uns alles abverlangt. Wir sind glücklich, dass wir im Viertelfinale sind.« Walldorfs Matthias Born war stolz auf seine Mannschaft: »Wir haben eine überragende DFB-Pokal-Saison gespielt, es gibt keinen Grund für Frust.« Leider habe das Quäntchen Glück gefehlt.

»Einen Klassenunterschied habe ich nicht gesehen – wenn, dann am Anfang, aber hinten raus waren wir besser«, meinte Walldorf-Kapitän Timo Kern. »Wenn man im Elfmeterschießen rausfliegt, kann man nur von Pech reden.« Armine Schütz war dagegen im Glück. »Ich freue mich riesig. Es war das altbekannte Pokalspiel – wir hatten genug klare Chancen zum 2:0. Aber dann kriegen wir so ein ganz krummes Ding.«

Am Sonntag in Berlin

Am Sonntag geht es für den DSC in der 2. Liga weiter. Dann gastiert Arminia beim 1. FC Union Berlin. Yabo und Brandy sollten dann wieder einsatzfähig sein. Börner fehlt gelbgesperrt.

Statistik

Walldorf: Rennar - Kiermeier, Nyenty, Kizilyar, Pellowski (77. Stadler) - Kern, Polat (78. Groß) - Hillenbrand, Meyer (117. Hofmann) - Carl, Schön (104. Haas)

Bielefeld: Hesl - Görlitz, Börner (27. Cacutalua), Salger, Schuppan (120. Hartherz) - Schütz, Junglas - Hemlein (46. Voglsammer), Ulm (96. Staude), Nöthe - Klos

Tore: 0:1 Schütz (53.), 1:1 Carl (78.

Elfmeterschießen: 1:0 Kern, Klos scheitert an Rennar, 2:0 Carl, 2:1 Junglas, 3:1 Haas, 3:2 Schütz, Groß schießt vorbei, 3:3 Voglsammer, 4:3 Stadler, 4:4 Nöthe, Kiermeier scheitert an Hesl, 4:5 Salger

Schiedsrichter: Jablonski (Bremen)

Zuschauer: 4000 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Nyenty, Hillenbrand, Carl, Schön - Hemlein, Schütz, Salger, Schuppan, Staude

Gelb-Rote Karte: / - Staude (116.)

Kommentare

Ich sehe das Spiel als sportlichen Offenbarungseid. Was S. Arabi da in den letzten Jahren für eine Mannschaft zusammengestellt hat ist schon deprimierend. Sportlich gesehen sind wir allmählich auf niedrigsten Niveau angelangt. Wann wird endlich in Bezug auf S. Arabi die Reißleine gezogen?

Waterböhr hat recht

Herr Waterböhr, Sie haben absolut Recht, leider kann die ganze Vorstandsebene keine 2. Liga

Peinlich

Ein Peinlich Auftritt jagt den nächsten, es ist wirklich nicht mehr mit anzusehen.Jetzt wird der Verein auch für diesen peinlichen Auftritt noch mit 1.5 Millionen € beschenkt. Kann der Arabi ja wieder losgehen, um ein paar Invaliden einzukaufen. Kann er ja sofort mit anfangen, vertragslose Spieler, die woanders aussortiert wurden, kann er ja jederzeit verpflichten. Wer jetzt noch nicht gemerkt hat, das Trainer und Sportchef überfordert sind, dem ist nicht mehr zu helfen. Aber unter uns gesagt, der Vorstand ist auch überfordert

Die Verantwortlichen sollten doch noch einmal über einen Einsatz von Florian Dick nachdenken! Er würde der Abwehr gut tun...
Die Zuordnung passt nicht, keine Stabilität. Kein Wunder, wenn man einen offensiven Mittefeldspieler wie Görlitz in die Abwehr stellt. Ihn könnten wir vorne auch gut gebrauchen.

Vorgaben erfüllt?

Sicherlich: wirtschaftlich und ergebnisorientiert ist alles in Ordnung.
Aber wo war das zuvor ausgegebene "Zeigen, wer der Zweitligist ist"? Und ganz gleich, ob man die harte Gangart von Walldorf ins Feld führt der nicht: Arminia hat nicht mit gleichen Mitteln dagegen gehalten, im Grunde ja klug. Aber anscheinend haben sie sich auch ein Stück weit den Schneid abkaufen lassen von Jungs, die heute wieder ihrem Job nachgehen.
Bei allen widrigen Umständen erwarte ich einfach, daß eine Profitruppe mit Führung im Rücken so einen Auftritt runterspielt. Allein schon aus Eigeninteresse im Hinblick auf das nächste Spiel und die eigene Kraft.

Fehlendes Abwehrverhalten

Ganz wichtiger Sieg.Glückwunsch !
Durch nichgahndete ,brutale ,rotwürdige Fouls hat Walldorf Arminia den Schneid abgekauft .
Der Schiedsrichter (Erinnnerungen an Robert Hoyzer werden wieder wach ) dürfte nie wieder ein Spiel Pfeifen

Der Schiedsrichterobmann muss dieses Spiel unbedingt noch durchleuchten. Das waren brutalste Angriffe
auf unsere Spieler ( Klos Ulm usw.)

Wieder einmal habe ich große Schwächen im Abwehrverhalten gesehen. Stellungsspiel und Pssivität .
Catualua ist ein großer Risikofaktor . (Kein Kopfballspiel,kein Zweikampfverhalten ) Görlitz in der Defensive
kein Stellungsspiel ,offensiv stärker.
Beim Gegentor spricht man wieder von einem unglücklichen oder dummen Ding . Bei richtiger Zuortnung kommt es gar nicht dazu .
Walldorf stand in der Defensive stabiler .
Denkanstoß an die Trainer , schaut in der 2. Mannschaft bzw U 19 nach .
Ohne Verbesserung in der Abwehr lassen wir in der Liga nur noch Aue hinter uns . ( ungutes Bauchgefühl )

Unter den letzten acht im Pokal

So ist jetzt endlich genug Geld in der Vereinskasse um einen sportlichen Leiter zu verpflichten, der
2. Liga kann ?

7 Kommentare

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