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Di., 18.04.2017

Polizei setzt Pfefferspray und Schlagstock gegen Stuttgart-Anhänger vor dem Gästeblock ein Fan-Krawalle auf der Alm

Stuttgarter Fans, Ordner und Polizei Hundertschaften hinter dem Gästeblock.

Stuttgarter Fans, Ordner und Polizei Hundertschaften hinter dem Gästeblock. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB). Vor dem Fußballspiel der Arminen gegen den VfB Stuttgart in der Schüco-Arena ist es laut Polizei zu Krawallen im Bereich des Gästeeingangs gekommen. Daran beteiligt waren Stuttgarter Fans und der Ordnungsdienst.

Gegen 19.28 Uhr waren etwa 300 Stuttgarter Fans aus ihren Bussen zum Gästeblock unterwegs, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Ein Teil dieser Gruppe beabsichtigte offensichtlich, den Eingangsbereich zu überlaufen. Das versuchten Angehörige des Sicherheitsdienstes des Stadions zu unterbinden.

Es entwickelte sich eine Schlägerei zwischen einer größeren Fangruppe und dem eingesetzten Sicherheitsdienst. Hinzugerufene Beamte der Bereitschaftspolizei konnten die Situation bereinigen. Dazu setzten sie laut eigener Aussage Pfefferspray und Schlagstock ein.

Teilweise vermummt

Zeitgleich gelang es demnach einer Gruppe von Stuttgart-Anhängern gewaltsam in einen umzäunten Bereich des Gästeeingangs einzudringen. Polizeibeamte und der Sicherheitsdienst drängten die etwa 25 – teilweise vermummten – Personen aus dem für Publikum gesperrten Bereich hinaus. Dabei setzten Beamte Pfefferspray ein.

Anschließend umstellten Polizeibeamte 47 Stuttgarter Fans in einem anderen abgesperrten Bereich des Gästeeingangs. Angehörige dieser Gruppe waren an den vorangegangenen Gewalttätigkeiten beteiligt. Die Polizisten stellten die Personalien der Fans fest. Dabei wurden die Beamte durch die Fan-Vertreter aus Stuttgart aktiv unterstützt. Da die Tatbeteiligung einzelner Personen vor Ort nicht geklärt werden konnte, wurde den Personen der Zutritt zum Stadion nicht untersagt.

Friedliche Stimmung während des Spiels

Während der Aufnahme der Personalien und der Spielphase registrierte die Polizei keine weiteren Straftaten durch Stuttgarter Fans. Nach dem Fußballspiel begleiteten zahlreiche Polizisten die angereisten Fans zu ihren Bussen.

Nach Informationen des eingesetzten Sanitätsdienstes meldeten sich fünf Fußballfans mit Augenreizungen durch Pfefferspray. Die Sanitäter verteilten zudem 15 Augenspülungen an Fans, die hinter einer Absperrung standen. Ein Polizeibeamter wurde bei den gewaltsamen Auseinandersetzungen leicht verletzt.

Bereits Anfang April waren sieben Polizisten von Arminia-Hooligans verletzt worden.

Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs und Körperverletzungsdelikten. Dazu werde vorhandenes Videomaterial der Polizei ausgewertet, um Straftäter überführen zu können.

Kommentare

Was der fomi schreibt kann man nur mit aller Deutlichkeit bejahen. Die BRD verkommt immer mehr zur Bananen Republik Deutschland!

Vermummungsverbot

In Deutschland ist es im § 17a Abs. 2 Versammlungsgesetz geregelt und die Zuwiderhandlung wird gemäß § 27 Abs. 2 bzw. § 29 Abs. 2 mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe unter Strafe gestellt. Das Vermummungsverbot wurde in Deutschland am 28. Juni 1985 mit den Stimmen der konservativ-liberalen Koalition unter Helmut Kohl im Bundestag beschlossen.

Vermummung in Fußballstadien
Das gesetzliche Vermummungsverbot gilt grundsätzlich auch in Fußballstadien, obwohl das Fußballstadion dem Hausrecht des Veranstalters unterliegt. Hat aber zum Fußballstadion prinzipiell jedermann Zugang, was abgesehen vom Geisterspiel fast immer der Fall ist, liegt keine „Privatveranstaltung“, sondern eine „sonstige öffentliche Veranstaltung“ i. S. von § 17 a VersG vor. Das bloße Mitführen von Gegenständen, die der Vermummung dienen könnten, stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit höchstens 1000 DM (heute also: 511,29 EUR) Bußgeld geahndet werden kann (§ 29 Abs. 1 Nr. 1 a VersG). Kommt es tatsächlich zu einer Vermummung, liegt eine Straftat vor (§ 27 Abs. 2 Nr. 2 VersG). In der Praxis verzichtet die Polizei jedoch häufig trotz bestehenden Legalitätsprinzips auf das Einschreiten gegen vermummte Fußballfans, solange sie sich ruhig verhalten und es nicht aus anderen Gründen Anlass zu einem polizeilichen Tätigwerden gibt. Die im Zuge der Föderalismusreform in Kraft getretenen Landesversammlungsgesetze haben das Vermummungsverbot der (Bundes-)Versammlungsgesetzes übernommen (vgl. derzeit Art. 18 Bay. VersG, § 9 Nieders. VersG, § 15 Sachs.-Anh. VersG).

Quelle: Wikipedia

Anmerkung: würde man rigoros das Gesetz anwenden und entsprechende Strafen aussprechen, dann könnte man in relativ kurzer Zeit die Hälfte aller Polizisten zur Wahrung der Sicherheit einsparen. Wir haben die Gesetze, sind aber zu große Waschlappen, um sie anzuwenden.

Wer eine Sturmhaube auch nur mitführt, sollte generell mit dem maximalen Bußgeld belegt werden. Das wirkt und diese asoziale Szene wird endlich aufgelöst!

2 Kommentare

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