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Do., 18.05.2017

Ex-Armine Dennis Eilhoff hat seine Fan-Umfrage ausgewertet – Bachelor-Arbeit vor dem Abschluss – mit Video Ein sicheres Gefühl

Früher Fußball-Torwart, bald Kommissar: Dennis Eilhoff (34) schreibt an seiner Bachelor-Arbeit.

Früher Fußball-Torwart, bald Kommissar: Dennis Eilhoff (34) schreibt an seiner Bachelor-Arbeit. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Dennis Eilhoff ist begeistert. 5357 Fußballfans haben sich an einer Umfrage des früheren Torwarts beteiligt, die Teil seiner Bachelor-Arbeit ist.  Eilhoff ist angehender Polizeikommissar. Bis Ende des Monats muss er die Arbeit abgeben, Vereidigung ist am 29. August. Dass das Thema seiner Arbeit, »Gefühlte (Un)Sicherheit – das subjektive Sicherheitsempfinden bei Fußballfans«, ausgerechnet vor dem Duell seiner Ex-Klubs Arminia Bielefeld und Dynamo Dresden so an Aktualität gewinnt, bedauert er sehr.

Mit ihren Krawallen beim Auswärtsspiel am vergangenen Sonntag in Karlsruhe haben die Dynamo-Fans bundesweit für Schlagzeilen gesorgt und sogar Thomas de Maizière auf den Plan gerufen. Der Innenminister nannte die Vorkommnisse »völlig inakzeptabel«. Eilhoff spricht von einer »neuen Dimension« konflikthaften Fanverhaltens und zielt dabei insbesondere auf das martialische Auftreten der Dynamo-Anhänger in ihren Militäranzügen ab.

Zum wiederholten Mal schreibt Dynamo aufgrund seiner Fans Negativschlagzeilen. Auffällig ist: Meistens sind es Auswärtsspiele der Dresdener, bei denen etwas passiert. So wie im Dezember 2013, als Dynamo-Anhänger in Bielefeld nach Angaben der Polizei für »eine Spur der Gewalt vom Bahnhof bis zum Stadion« gesorgt hatten.

48 Prozent haben Angst vor Polizeigewalt

Aus Eilhoffs Umfrage geht hervor, dass fast jeder zweite Fan von Dynamo Dresden Angst vor Polizeigewalt hat (48 Prozent), aber nur fast jeder fünfte Arminia-Fan (19 Prozent). Dabei verfügen auch die DSC-Anhänger über ein gewisses Konfliktpotenzial. So war es in den vergangenen Wochen nach den Spielen in Würzburg und in Bochum wiederholt zu Angriffen gegen die Polizei gekommen.

Zu vergleichen mit dem schlechten Ruf, der den Dynamo-Fans bundesweit vorauseilt, ist der der Arminia-Anhänger aber nicht. Im Umgang mit den Dresdenern führe dies möglicherweise im Einzelfall dazu, dass die Schwelle des Einschreitens seitens der Polizei sinkt, sobald die Beamten provoziert werden, mutmaßt Eilhoff und sagt: »Der Ansatz ist es, Gewalt von vornherein zu unterbinden.« Dass eine hohe Polizeipräsenz seitens der Fans als Provokation empfunden wird, könne er sich durchaus vorstellen, erklärt aber: »Das ist ein zweischneidiges Schwert. Wenn zu wenige Einsatzkräfte vor Ort sind, wäre das problematisch, sobald es doch zu Ausschreitungen kommt.«

Im Video-Interview äußert sich Eilhoff zum anstehenden Duell zwischen seinen beiden Ex-Klubs Dynamo Dresden und Arminia Bielefeld, seine Bachelorarbeit und das Sicherheitsgefühl im Stadion.

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