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Mo., 24.07.2017

Nach Arminia Bielefelds 1:3 tüftelt Trainer Saibene weiter an der ersten Elf Die Karten werden neu gemischt

Das konnte ihm nicht gefallen: Beim 1:3 gegen Norwich fielen DSC-Trainer Jeff Saibene noch einige Defizite auf.

Das konnte ihm nicht gefallen: Beim 1:3 gegen Norwich fielen DSC-Trainer Jeff Saibene noch einige Defizite auf. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Alles zurück auf Null wird er ganz gewiss nicht stellen. Doch Arminia Bielefelds Trainer Jeff Saibene ließ tief blicken, als er nach dem 1:3 (1:2) am Freitagabend gegen Norwich City sagte: »Ich glaube nicht, dass wir zum Saisonauftakt gegen Jahn Regensburg mit der selben Elf auflaufen wie gegen Norwich.«

Sechs Tage bleiben dem 48-Jährigen noch, um sein Team für die erste Zweitliga-Punktpartie gegen den Aufsteiger aus Bayern so ein- und aufzustellen, dass es gut aus den Startlöchern kommt. Dass »noch viel zu tun« bleibe in dieser Zeit, räumte Saibene bereits unmittelbar nach dem Abpfiff ein.

Nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit habe Arminia in der zweiten »den Faden verloren«. Er habe die letzte Konsequenz vermisst und konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, dass seine Spieler »vielleicht ein bisschen locker« in die Partie gegangen seien.

Der nächste Test-Gegner wartet

In der Tat ließ es der eine oder andere an der erforderlichen Spannung etwas vermissen, weshalb Saibene in der letzten Woche vor dem Start genau hingucken wird, wer bereit ist für den Ernstfall und wer nicht. Helfen wird ihm dabei gewiss auch das kurzfristig vereinbarte zusätzliche Testspiel gegen Aston Villa am Dienstag (19 Uhr) im Gütersloher Heidewaldstadion.

Der englische Zweitligist gewann am Wochenende ein Vorbereitungsturnier in Duisburg. Im Halbfinale siegte das Team um Ex-Nationalspieler John Terry (36) mit 3:0 gegen Gastgeber MSV, im Finale mit 2:0 gegen Hertha BSC (Spieldauer jeweils 45 Minuten).

Was gegen Norwich auffiel: Ortega spielt mit

Stefan Ortega Moreno ließ erkennen, dass er zur Gattung »mitspielender Torwart« zählt. Seine fußballerischen Fähigkeiten lassen zu, dass die Mitspieler auch in Bedrängnis ihren Schlussmann anspielen können. Sowohl gegen Norwich als auch zuvor beim Test in Wuppertal machte es der 24-Jährige in jeweils einer Situation allerdings unnötig spannend.

Da darf er gerne etwas konsequenter und nervenschonender klären, auch wenn es auf Kosten der Ästhetik geht. Ansonsten strahlte der Keeper Sicherheit aus und versuchte immer auch wieder, das Spiel schnell zu machen.

Klos ist viel unterwegs

Viele gefährliche Aktionen nach vorne hatte Arminia nicht. An den wenigen war Fabian Klos ausnahmslos beteiligt. So auch am Ausgleich durch Angriffspartner Andreas Voglsammer. Klos war auch nach hinten gut unterwegs – allerdings mitunter auf Kosten seiner Strafraumpräsenz. In mancher Szene wäre es von Vorteil gewesen, wenn der 29-Jährige sich selbst hätte anspielen können.

Die Abwehr leistet sich viele Fehler

In der Abwehr leistete sich Arminia ungewohnt viele individuelle Fehler. Kapitän Julian Börner verschuldete das 0:1, Florian Hartherz das 1:2. »Solche Ballverluste wie vor dem 0:1 können wir uns nicht erlauben – nicht gegen Norwich und nicht gegen Regensburg«, kritisierte Saibene.

Börner, der im Zweikampf den Ball vertändelt hatte, mochte nicht widersprechen: »Das 0:1 geht ohne Wenn und Aber auf meine Kappe. Zum Glück ging es noch um nichts.« Die Defensivarbeit »ohne Ball war insgesamt gut, die mit Ball weniger gut«, meinte Börner.

Reservisten wollen sich aufdrängen

Nach den vielen Wechseln (60. Minute) wurde das Arminia-Spiel wilder, anarchischer. Die Reservisten wollten sich mit aller Macht aufdrängen. Denn natürlich hatten auch sie gesehen, dass die vermeintliche Startelf für den Zweitligaauftakt Schwächen offenbarte. So wirklich in den Vordergrund spielen konnte sich aber keiner. Noch am auffälligsten in ihrem Bemühen waren Mittelfeldspieler Konstantin Kerschbaumer und Rechtsverteidiger Nils Teixeira.

Besonders bitter lief es für Patrick Weihrauch: Sein kapitaler Fehlpass geriet zur Vorlage für Cameron Jerome und hätte um ein Haar zum vorzeitigen 1:3 geführt, doch Torwart Ortega Moreno lenkte den Schuss des agilen Norwich-Stürmers an den Pfosten.

Bei aller Kritik

Bei aller Kritik, mit der die Arminen sich nun auseinandersetzen müssen: Zur Einordnung dieses »Dämpfers« (Saibene) gehört auch, dass Norwich ein starker Gegner war. Ein echter Prüfstein eben. Als »robust und ballsicher« bezeichnete Saibene den Abschlusstabellenachten der vergangenen Zweitligasaison.

Kommentare

Ortegas Abschläge

Ortega muss unbedingt weiter an der Präzision (und Länge) der Abschläge arbeiten.
Ein Problem, welches schon vor dem Weggang zu 1860 bei ihm vorhanden war.

Entwicklungsphase

Nach dem letzten Test, wird der Trainer zum 1. Spiel der neuen Saison die Qual der Wahl haben. Ich vertraue darauf,das er so wie in der letzten Saison das richtige Näschen beweist. Wenn nicht auf Anhieb, dann aber garantiert nach den ersten 3-5 Spielen. So ist das halt im Fußball. Das geht auch den Großen so, die Spieler kaufen, die unserem Gesamtetat übersteigen. Also liebe Fans, Kopf hoch und mit Mut und breiter Brust in die neue Saison starten.

Nicht überbewerten

Es nicht nicht ungewöhnlich, dass Vorbereitungsspieleden nötigen Ernst vermissen lassen. Natürlich ist das nicht sonderlich professionell, aber wer will schon vor dem 1. Spieltag wegen einer Verletzung den vermeindlichen Stammplatz gefährden ? Vielleicht haben sich die Spieler auch von der Startaufstellung blenden lassen und glaubten, gegen Regensburg anspielen zu können. Dieser Glaube dürfte nunmehr verflogen sein.Der Trainer hat eine deutliche Aussage getroffen. Und somit bin ich mir sicher, dass das Spiel gegen Aston Villa eine andere Arminia zeigen wird. Zum Bankdrücker dürfte sich nämlich keiner berufen fühlen.

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