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Sa., 29.07.2017

Warum Arminias Testspielpleite gegen Norwich vor dem Ligastart »eigentlich perfekt« war Die Sinne sind geschärft

Fehleranalyse: Jeff Saibene mit seinen Profis Konstantin Kerschbaumer, Leandro Putaro und Nils Quaschner (von links).

Fehleranalyse: Jeff Saibene mit seinen Profis Konstantin Kerschbaumer, Leandro Putaro und Nils Quaschner (von links). Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Einen Überflieger hat Arminia in diesem Sommer nicht verpflichtet. Wie auch, bei der Finanzlage? Das heißt: In der Spitze hat der Fußball-Zweitligist sich nicht verstärken können, wohl aber in der Breite. Durchaus möglich, dass das bereits im ersten Punktspiel gegen Neuling Jahn Regensburg an diesem Samstag (15.30 Uhr, Schüco-Arena) zum Tragen kommen wird.

Denn auch wenn der DSC auf dem Papier als leichter Favorit gilt: Die 17 000 Zuschauer, die auf der Alm erwartet werden, sollten sich auf ein zähes Ringen einstellen. Es könnte sich also als durchaus nützlich erweisen, für den Fall der Fälle noch ein bisschen Qualität auf der Bank zu haben. Auch DSC-Trainer Jeff Saibene hat schon so eine Ahnung, was sein Team erwartet. »Ein Aufsteiger kommt immer mit einer gewissen Euphorie und einer unglaublichen Motivation«, sagt der 48-Jährige, wenngleich er betont: »Groß überraschen können sie uns nicht. Aber wir haben großen Respekt.«

Auch deshalb, weil der SSV Jahn seine Generalprobe mit Bravour bestand. Gegen Erstligist FC Augsburg gab es vor einer Woche ein 2:1, während der DSC dem englischen Zweitligisten Norwich City 1:3 unterlag. Saibene sprach hinterher von einem »Dämpfer«.

Auf kein konkretes Saisonziel festlegen

Oder war es nicht womöglich gar ein Rückschlag? »Nein, das nicht. Eigentlich ist es sogar perfekt gelaufen. Jeder Einzelne musste sich hinterfragen, wir haben die wichtigen taktischen Dinge alle noch mal wiederholt«, erklärt der Trainer in der Pressekonferenz und meint: »Wenn man jedes Spiel 2:0 oder 3:0 gewinnt, ist das nicht ideal. Mir ist es so lieber.« Die Sinne, glaubt der Luxemburger, müssten pünktlich zum Start also wieder geschärft sein.

Nachdem Saibene mit Arminia in der Vorsaison seine neun Partien umfassende Retter-Mission gelang, hat der Coach mit dem DSC nun seine erste Vorbereitung absolviert. Auf ein konkretes Saisonziel mag er sich nicht festlegen, stattdessen erinnert er an die Vorsaison: »Dass wir jetzt hier sitzen und über die 2. Liga reden, ist ja schon phantastisch. Man darf nie vergessen, wo wir letzte Saison waren. Ich spüre eine große Vorfreude – aber man muss sich immer bewusst sein, dass es auch schnell nach unten gehen kann. Eine sorgenfreie Saison – das wäre schön.«

Tom Schütz spielt nicht

Von der träumt auch Achim Beierlorzer. Der Nachfolger von Regensburgs Aufstiegscoach Heiko Herrlich (jetzt Bayer Leverkusen) setzt auf ein Team, das vor zwei Jahren in ähnlicher Besetzung noch in der Regionalliga Bayern gegen TSV Rain/Lech und FC Memmingen kickte und nur punktuell ergänzt wurde. »Das ist unser Weg«, sagt Beierlorzer, der nach seiner Zeit als Coach bei RB Leipzig die ungleich überschaubareren Möglichkeiten bei den Oberpfälzern angenommen hat.

Ein Armine, der bereits beim bislang letzten Aufeinandertreffen mit dem SSV Jahn zum Zuschauen verurteilt war, kann erneut nicht mitwirken: Tom Schütz. Eine Achillessehnenentzündung zwingt den Mittelfeldspieler zu einer Pause. Besonders bitter für ihn: Damals wie diesmal war es nicht irgendein Spiel, das er verpasst(e). 2015 ging es in der letzten Heimpartie für den DSC um nicht weniger als den Aufstieg in die 2. Liga, der dank eines späten Treffers von Pascal Testroet zum 2:2-Endstand glückte.

Diesmal wollen die Arminen unbedingt mit einem Erfolg in die Saison starten, um nicht gleich wieder der Musik hinterherzulaufen. Anstelle von Schütz wird der Österreicher Konstantin Kerschbaumer spielen und mit Landsmann Manuel Prietl das Austro-Tandem in der Zentrale bilden.

So könnte Arminia spielen

Ortega Moreno - Teixeira (Dick), Börner, Salger, Hartherz - Hemlein, Kerschbaumer, Prieltl, Staude - Klos, Voglsammer

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