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Mi., 02.08.2017

Eigengewächs Keanu Staude macht Arminia immer mehr Spaß Aus dem Ei gekrabbelt

Keanu Staude während des Spiels zwischen Arminia Bielefeld und dem SSV Jahn Regensburg.

Keanu Staude während des Spiels zwischen Arminia Bielefeld und dem SSV Jahn Regensburg. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Am Ende redeten alle nur über einen: Der Schlussakkord, den Armine Andraz Sporar am Samstag über die Bielefelder Alm schmetterte, hallte lange und intensiv nach. Eingeleitet hatte die Wende zum Guten für den DSC gegen Jahn Regensburg aber ein anderer: Keanu Staude.

Sein platzierter 17-Meter-Schuss ins linke untere Eck bedeutete im Zweitliga-Saisonauftaktspiel gegen den Aufsteiger noch vor der Halbzeit den so wichtigen Ausgleich (Endstand 2:1). Für Sport-Geschäftsführer Samir Arabi kam es nicht überraschend, dass ausgerechnet der erst 20-jährige Staude Arminia in die Spur brachte.

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Keanu ist bereits am Ende der Vorsaison kontinuierlich besser geworden.

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi

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»Keanu ist bereits am Ende der Vorsaison kontinuierlich besser geworden. Nicht zuletzt mit seinem herrlichen Tor gegen Braunschweig hat er seine Qualität angedeutet«, sagt der 38-Jährige. Staudes Schlenzer zum 5:0 war am vorletzten Spieltag das Highlight beim 6:0-Triumph über die Niedersachsen. Eine Woche zuvor hatte der gebürtige Bielefelder bereits beim 1:1 in Bochum für den DSC getroffen. Und nun also sein Tor gegen Regensburg.

Wunderdinge im Wochenrhythmus sollte von dem (f)linken Flügelflitzer nun aber niemand erwarten. »Junge Spieler unterliegen naturgemäß gewissen Schwankungen und brauchen einfach Zeit. Es gibt keinen Grund, in Euphorie auszubrechen«, sagt Arabi – auch, um den Druck auf Staudes Schultern gar nicht erst zu groß werden zu lassen.

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Junge Spieler unterliegen naturgemäß gewissen Schwankungen und brauchen einfach Zeit.

Samir Arabi

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Die Arminen wissen, dass sie dem Jungprofi gegenüber auch eine gewisse Fürsorgepflicht haben. Andererseits ahnen und hoffen sie natürlich, dass der Offensivakteur ein wichtiger Baustein für die Zukunft sein kann. Staudes Vertrag wurde darum im September vergangenen Jahres bis 2020 verlängert. »Keanu identifiziert sich total mit dem Klub«, sagt Arabi über das Eigengewächs. 2004 wurde Staude ein Armine. Da war er erst sieben Jahre alt.

Bei Arminia haben sie seine Entwicklung genau beobachtet. Arabi: »Bis ein junger Spieler aus dem Ei krabbelt, braucht es Geduld. Der nagt mal, dann noch mal. Und irgendwann hat er die Schale aufgepickt und kommt heraus.« Und schießt dann bestenfalls so tolle Tore wie nun gegen Regensburg.

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Im Eins-gegen-eins ist Keanu ein gefährlicher Spieler.

Kapitän Julian Börner

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Julian Börner war derjenige, der Staude mit einer beherzten Vorarbeit prima einsetzte. Zwei Gegner ließ der Angreifer aussteigen, dann zog er ab und traf. »Im Eins-gegen-eins ist Keanu ein gefährlicher Spieler. Den Ball netzt er gut ein«, lobt Kapitän Börner. Trainer Jeff Saibene ist froh, einen Spieler im Team zu haben, der genau diese Qualitäten besitzt. »Das ist Gold wert für uns«, sagt er. Saibene nennt Staude »ein belebendes Element«, weiß aber auch, dass beim Youngster noch nicht alles perfekt lief: »Das erste Spiel war gut, aber auch bei ihm gibt es noch Steigerungspotenzial.«

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Ich bekomme mehr und mehr Selbstbewusstsein.

Keanu Staude

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Was Staude auszeichnet: Auch wenn ihm mal ein Dribbling oder ein Abschluss misslingt, lässt er den Kopf nicht hängen. Er bleibt hartnäckig. »Als Offensivspieler muss ich den Abschluss suchen. Das gehört zu meinem Spiel«, sagt Staude, der genau wie Arabi der Meinung ist, in der Vorbereitung auf die laufende Serie »wieder einen Schritt nach vorn gemacht« zu haben: »Ich denke, dass ich mich relativ gut entwickelt habe. Und ich bekomme mehr und mehr Selbstbewusstsein. Aber ich darf jetzt nicht nachlassen.«

Worte, die nicht nur sein Trainer und der Manager, sondern gewiss auch die Fans im Hinblick auf das nächste Spiel am Sonntag bei der Spielvereinigung Greuther Fürth gerne lesen werden.

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