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Di., 08.08.2017

Arminias Trainer Saibene ist froh: »Wir können super wechseln« Die neue Qualität von der Bank

Da hätte der Joker fast wieder zugestochen: Andraz Sporar verfehlt nach toller Ballannahme per Volleyschuss das Tor nur knapp.

Da hätte der Joker fast wieder zugestochen: Andraz Sporar verfehlt nach toller Ballannahme per Volleyschuss das Tor nur knapp. Foto: Starke

Von Jens Brinkmeier

Fürth/Bielefeld (WB). Nur ein paar Zentimeter fehlen Andraz Sporar am Sonntag, um auch in seinem zweiten Zweitligaspiel für Arminia Bielefeld zu treffen. Aber auch so reicht es für den DSC bei der SpVgg Greuther Fürth zum 2:1-Sieg. Wie schon beim Auftakt gegen Jahn Regensburg (2:1) auch dank der Einwechselspieler.

Drei Neuzugänge werden eingewechselt

Alle drei Profis, die Trainer Jeff Saibene in Fürth einwechselt, sind Neuzugänge. Erst kommt Sporar für Andreas Voglsammer (72. Minute), fünf Minuten später Patrick Weihrauch für Christoph Hemlein und dann noch Nils Quaschner für Fabian Klos (82.). Sporar hatte gegen Regensburg in der 90. Minute den Siegtreffer erzielt .

Noch ein Linksverteidiger?

Arminia ist weiter auf der Suche nach einem Linksverteidiger. »Wir schauen uns um und prüfen einige Optionen. Aber im Moment gilt, wie bereits kommuniziert: Aufgrund unserer wirtschaftlichen Situation können wir einen neuen Spieler nur holen, wenn uns vorher ein aktueller verlässt«, sagt DSC-Sportchef Samir Arabi. Oder hilft der DFB-Pokal? Ein Erfolg gegen Fortuna Düsseldorf (Samstag, 18.30 Uhr) würde mehr als 300.000 Euro an DFB-Prämie in die knappe Klubkasse spülen. »Das heißt aber nicht, dass wir am Montag einen neuen Spieler vorstellen, falls wir am Samstag gewinnen«, stellt Arabi klar, der zudem festhält: »Wir sind mit dem Kader zufrieden.« Dennoch ist Florian Hartherz der einzige gelernte Linksverteidiger. Das Transferfenster ist bis 31. August geöffnet.

»Wir können super wechseln«, freut sich Saibene über die neue Qualität von der Bank. Und DSC-Sportchef Samir Arabi verweist darauf, dass darauf das Augenmerk bei den sechs externen Verpflichtungen gelegen habe: »Dass wir von der Bank Qualität nachlegen können, weil in dieser engen 2. Liga mit der absoluten Leistungsdichte die Spiele oft am Ende entschieden werden.«

Die bisherigen Resultate unterstreichen Arabis These. Nur drei der ersten 16 Zweitligaspiele dieser Saison endeten mit zwei oder mehr Toren Differenz. In allen anderen Partien, die nicht unentschieden endeten (9), schoss der Sieger nur ein Tor mehr als der Verlierer.

Ausgeglichene Liga, ausgeglichener Kader

So ausgeglichen wie die Liga, so sieht Saibene auch seinen Kader. In Fürth hatte er in der Innenverteidigung Stephan Salger durch Brian Behrendt ersetzt. »Keiner hat verdient, immer auf der Bank zu sitzen. So hält man alle bei Laune«, sagt der Coach, dem der Erfolg recht gibt.

Seit seinem Amtsantritt am 20. März hat Arminia nur eines von elf Ligaspielen verloren: Am 17. April zuhause mit 2:3 gegen den späteren Zweitligameister VfB Stuttgart – durch ein Gegentor in der 89. Minute.

Auf fremden Plätzen ist der Luxemburger mit dem DSC auch nach sechs Partien noch ungeschlagen. »Das Ziel ist es, auswärts so aufzutreten wie zuhause. Das waren vor dem Spiel in Fürth meine ersten Worte an die Mannschaft«, verrät Saibene. Der Trainer will eine mutige Spielweise sehen. »So kann es weitergehen, aber wir halten den Ball flach. Wir wissen, wie die letzte Saison war«, tritt Mittelfeldspieler Konstantin Kerschbaumer kräftig auf die Euphoriebremse.

»Sechs Punkte aus zwei Spielen, besser geht’s kaum. Ich verfalle deswegen sicher nicht in Depressionen, aber auch nicht in Euphorie«, sagt der als Realist bekannte Arabi. Für ihn ist es wichtig zu sehen, dass »die Mannschaft versucht, Dinge umzusetzen und sich immer weiterentwickeln will.

Samstag im Pokal gegen Düsseldorf

In Fürth wurden schon einige Sachen besser gemacht als gegen Regensburg. Das gibt Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben. Samstag, im Pokal gegen Fortuna Düsseldorf , wollen wir daran anknüpfen«, ergänzt der Sportchef und hofft auf eine »volle Schüco-Arena. Mit zwei Siegen im Rücken gehen wir positiv in diese Pokalpartie.«

Arminias Pokalgegner muss für unbestimmte Zeit auf Neuzugang Havard Nielsen verzichten. Der 24 Jahre alte Stürmer erlitt in der Vorbereitung auf das Auswärtsspiel bei Erzgebirge Aue einen kleinen Faserriss im Hüftbeuger. Nielsen, der im Sommer vom Bundesligisten SC Freiburg nach Düsseldorf kam, stand deshalb beim 2:0-Sieg schon nicht im Kader.

Kommentare

Einfach mal freuen...

Ich muss ja zugeben,das mir diese Funktion wirklich Freude macht.Ein Backup für Hartherz wäre wirklich wünschenswert.Die Saison wird lang und der Flo ist auch nur ein Mensch,mit Höhen und Tiefen....da ist ein Backup erforderlich.Herrlich diese Ruhe hier.Nach Schwarz-Weiß-Blau,wird grün meine Lieblingsfarbe....die andere,rote KF säuft ab,wegen Dummheit und EINSTIMMIGKEIT...

Beste regionale Berichterstattung

Ich fühle mich durch das WESTFALEN BLATT bestens informiert,was meinen DSC angeht.Wenn @KaJa ein politisches Problem mit dieser Zeitung hat,dann könnte es eventuell daran liegen,das das Wiehengebirge zu viele Wolken trägt und die klare Sicht vernebelt aus Hannover,oder der Grill zu heiß ist und das Steak verbrennt .Ich stehe auf gute Arbeit und diese lese ich hier,im WESTFALEN BLATT.

Frische Stürmer

Und ich habe mich vor gut einem Jahrzehnt gewundert, warum uns das später exzessive Stürmerwechseln von einem italienischen (!) Nationaltrainer gezeigt werden musste:

74. Gilardino für Toni
91. Iaquinta für Camoranesi
104. del Piero für Perrotta

Erst rieb ich mir immer mehr die schließlich entzündeten Augen. Dann bekam ich Angst. Denn ich verstand: hier wollte einer partout nicht ins Elfmeterschießen und einfach gewinnen. Das Schlurfen des Netzes in der 119. hat sich tief in mein akustisches Gedächtnis eingebrannt. Ich höre es gerade wieder.

Wieso hat eigentlich kein deutscher Trainer daraus etwas gelernt? Ich meine, an der Stelle brauchen wir wirklich eine erinnerungspolitische Wende um 180 Grad. Und ich danke dem Trainer aus Luxemburg für diese Lektion an ganz Fußball-Deutschland! Nein, das ist wirklich nicht übertrieben. Darüber sollte in ganz Fußball-Deutschland diskutiert werden. Das Spiel sollte fester Bestandteil der Trainer-Ausbildung werden.

Macht viel Sinn

Ich habe mich früher, also schon vor Jahrzehnten, immer wieder gefragt, warum man nicht zur Mitte der 2.Halbzeit frische Stürmer einwechselt. Die gegnerischen Verteidiger sind müde gespielt und nun kommt der zweite Sturm. Das bringt nicht nur Entlastung für die eigene Abwehr, das bringt sogar noch viel mehr neue Torgefahr. So kann man auch mal einen Rückstand aufholen oder ein Unentschieden in einen späten Sieg ummünzen. Jeff Saibenes Fußballvorstellung scheint genau darauf abzuzielen und in Zeiten der Dreipunkteregel ist es eben viel effektiver auf Sieg zu spielen. Wir werden natürlich nicht jedes Spiel gewinnen, aber diese 6 Punkte sind ein Vorsprung, den Mitkonkurrenten um die Nichtabstiegsplätze erst einmal aufholen müssen. Vielleicht fühlt ja noch so mancher Fan sein Herz nach einer Dauerkarte begehren. Ich fände es jedenfalls super, wenn die Vorgaben von Trainer und Mannschaft sich auch in der Reaktion der Zuschauerzahlen widerspiegeln würden.

Unterschied

Das ist eben der Unterschied - daß man diesmal eben nicht nur Mitläufer geholt zu haben scheint. Da spielt sicherlich auch der Name des Trainers eine Rolle, wenn man eine Leihgabe aus Basel holt.
In Sachen Innenverteidiger sehe ich es ähnlich wie Stolperharry. Allerdings wäre jetzt auch mal die Gelegenheit, einen IV ganz still ein halbes Jahr aufzubauen und sich dazu mal in unteren Ligen umzuschauen, ob da nicht jemand zu tunen wäre. Da besteht dann nicht die Notwendigkeit, daß jemand sofort weiterhelfen können muß.

@Stolperharry: Ich bin Samstag höchstwahrscheinlich auf der Alm.

Zeitung nördlich von München

Das ist ein guter WB-Bericht, wie so häufig wenn es um meinen Lieblingsverein geht. Zum Glück spielen die Jungens jetzt Fußball. Früher, also zu Meiers, Rehms und Krmanys Zeiten mussten man wirklich öfter davon ausgehen, dass die nur verkleidete Laiendarsteller sind. Jetzt ist das erstmals seit Jahren eine ganz andere Klasse. Ole ole ole ole!!! Aber was Block schreibt teile ich nicht ganz. Das WB hat nen guten Sportteil. Den Rest kann man echt vergessen, besonder in politischer Hinsicht. Sch...egal - Arminia:Fortuna endet 4:2! Wetten?

Rotation? Auf jeden Fall ein echter Plan

»Keiner hat verdient, immer auf der Bank zu sitzen. So hält man alle bei Laune« Jeff Saibene

Ja, vielleicht erleben wir jetzt die Einführung der Hitzfeldschen Rotation. Warum nicht?

Bislang hatte ich den Kader eher etwas unausgewogen aufgestellt gesehen, mit zu wenig Defensiven, dafür vergleichsweise zu vielen Offensiven. Nach dem Artikel hier stellt sich mir die Sache anders dar. Es könnte nach einem echten Plan aussehen, grundsätzlich zum Ende 2-3 Offensivspieler mehr oder weniger positionsgetreu einzuwechseln, sei es um Druck zu machen, sei es um für Entlastung zu sorgen. In Fürth war zum Schluss gut zu erkennen, wie das gedacht sein könnte, wenn man einen Vorsprung gegen zunehmenden Druck verteidigt. Gezielt - nicht aus Verlegenheit - lange Bälle auf frische schnelle Stürmer, um dem Pressing auszuweichen und den Ball vom eigenen Tor fernzuhalten und ggf. ein Tor machen.

Ich meine, keinen Innenverteidiger mehr holen, sondern einen LV, der im Spielaufbau was kann. Weigelt sollte man den Weg nicht total verbauen. Staudes Entwicklung macht doch Appetit auf mehr.

Sehr gelungener Bericht

Respekt an den Bericherstatter von der informativsten Zeitung nördlich Münchens.Er besticht nicht durch gelungenes Tattoo eines renommierten Bielefelder Tattoostudio,sondern durch hervorragenden Fussballsachverstand.In der Tat,unsere Arminia ist hervorragend aufgestellt worden von Saibene.Hier erkennt man den Fachmann Saibene.Jeder Neuzugang ein Treffer...weiter so.Mir macht das Freude.

9 Kommentare

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