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Fr., 11.08.2017

Arminia am Samstag gegen Düsseldorf – Saibene: möglichst weit kommen Entspannt in den Pokalmodus

Arminias Trainer Jeff Saibene gibt sich vor dem Pokalspiel gegen Düsseldorf gelassen: »Die Chancen stehen 50:50.«

Arminias Trainer Jeff Saibene gibt sich vor dem Pokalspiel gegen Düsseldorf gelassen: »Die Chancen stehen 50:50.« Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Kann Jeff Saibene auch DFB-Pokal? Von elf Zweitligaspielen unter seiner Regie hat Arminia Bielefeld nur eins verloren, er rettete den DSC vor dem Abstieg und startete mit zwei Siegen in die neue Saison. Samstagabend (18.30 Uhr, Schüco-Arena) erlebt der Luxemburger seine Pokalpremiere in Deutschland.

Erstmals seit zwei Jahren

Zum ersten Bielefelder DFB-Pokalheimspiel seit zwei Jahren (0:2 in Runde eins gegen Hertha BSC am 10. August 2015) erwartet der DSC etwa 19.000 Zuschauer, darunter 2800 Gästefans.

Der Gegner ist Ligarivale Fortuna Düsseldorf, Arminia will an die Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen. In der Saison 2014/15 erreichte der DSC unter Norbert Meier das Halbfinale (  0:4 gegen Wolfsburg ).

In der vergangenen Spielzeit war im Viertelfinale  bei Eintracht Frankfurt (0:1) Schluss. »Das Ziel ist natürlich, möglichst weit zu kommen«, sagte Saibene vor der Erstrundenpartie gegen Düsseldorf.

Bisher größter Pokalerfolg in St. Gallen

Er habe »natürlich mitbekommen, wie erfolgreich Arminia im Pokal gewesen ist«,  verriet der Coach . Und dass der Cupwettbewerb eine  willkommene Einnahmequelle für den hoch verschuldeten Klub ist , weiß er auch. »Wegen der Finanzen machen wir uns aber nicht zu viel Druck. Wir fokussieren uns allein auf unsere Arbeit und wollen auftreten wie in den Ligaspielen«, sagte Saibene. Die Chancen auf einen Sieg gegen die mit vier Punkten aus zwei Ligaspielen ebenfalls gut gestarteten Fortunen beziffert der Bielefeld-Trainer auf »50:50, die Teams begegnen sich auf Augenhöhe«.

Saibenes Pokalbilanz in der Schweiz, von wo der 48-Jährige im März nach Ostwestfalen gewechselt war, ist sehr ordentlich. Mit dem FC St. Gallen gelang ihm der größte Erfolg in der Saison 2014/15, als der Klub bis ins Halbfinale vordrang. Dort war gegen den 20-maligen Schweizer Meister FC Basel Endstation (1:3).

Zwangspause für Quaschner

Der Trainer hat übrigens, ebenso wie für den Fall des Aufstieges, auch eine Prämie für den Pokalsieg in seinem Vertrag. »Wenn ich das nicht hätte, wäre ich ein schlechter Trainer«, sagte Saibene, der drei verletzungsbedingte Ausfälle zu beklagen hat.

Neben dem Langzeitverletzten Christopher Nöthe (Reha nach Kreuzbandriss) und dem seit Saisonbeginn fehlenden Tom Schütz (Probleme an der Achillessehne) kann auch Neuzugang Nils Quaschner nicht mitspielen. Der Stürmer muss wegen einer Entzündung im Knie etwa drei Wochen pausieren. Bei Mittelfeldspieler Schütz hofft Saibene, ihn nach dem Ligaspiel gegen den VfL Bochum (21. August) wieder dabei zu haben.

Saibene: Besetzung ist Luxusproblem

Spielberechtigt ist der in der Liga rotgesperrte Nils Teixeira. Ob er Florian Dick als Rechtsverteidiger verdrängen kann, ist aber fraglich. »Diese Besetzung ist ein Luxusproblem. Schade, dass nur einer dort spielen kann«, äußerte der Coach über dieses Duell.

Wie in der Liga wird David Ulm (33) auch im Pokal nicht zum Kader gehören. Der Mittelfeldspieler darf den Verein verlassen, vorerst trainiert der Franzose zur Hälfte mit den Profis und bei der U23. Für das Oberligateam kam Ulm – wie auch Sören Brandy – am vergangenen Wochenende im Test gegen Landesligist  SC Verl II zum Einsatz. Beim 5:0 erzielten beide jeweils einen Treffer. »Das Feedback der Trainer war sehr positiv«, lobte Saibene. Im Gegensatz zu Ulm ist Brandy nach auskurierter Muskelverletzung eine Alternative für das Pokalduell.

Kommentare

Geld

Ich hoffe, das die Spieler nicht allzuviel von den Pokaleinnahmen und der Not sie verbuchen zu müssen hören musste. Jeff sagte das ist kein Thema in der Mannschaft. Das sollte Herr Meinke auch mittragen, bevor wieder indirekter Druck auf die Mannschaft aufgebaut wird. Dies kann auch die Beine lähmen.
Mich beruhigt allerdings, das dies in den letzten Jahren auch nicht anders war und wir auch Erfog hätte.
Mein Tip 2:1.

Ist ein Spiel 318000€ wert?

Fängt doch heute Abend wieder an für uns...geht es um die Ehre und Anerkennung für den sportlich Besseren,oder sind wir alle Schatzmeister Meinke und schauen morgen auf die Überweisung vom DFB?Ich freue mich auf ein schönes Fussball Spiel mit 2 Traditionsvereinen.Das Wetter drückt ein wenig auf's Gemüt,aber an 318000€ denke ich spätestens zum Spielbeginn nicht mehr...Ich erfreue mich noch am Sport und das möchte ich immer für mich bewahren.VON DAHER,EIN SPANNENDES,TOLLES POKALSPIEL HEUTE,garniert mit ERSTKLASSIGER STIMMUNG.Mein Tipp 3:1.Skol..;))

@fussballsystemkritiker

Der Artikel passt nicht zum Thema, das ist richtig. Es hatte sich hier so ergeben. Vielleicht nur noch soviel: für mich werden da keine Interessen in den Fußball hineingetragen, sondern der Fußball wird gnadenlos für Interessen missbraucht, die ganz sicher zu einer extrem ungerechten Verteilung der Güter führen. Woher die finanziellen Mittel stammen, ist letztlich unwichtig für die große und ganze (Fehl-)Entwicklung. Es wird suggeriert, durch erhöhte Investitionen den Fußball weiterentwickeln zu können, aber das ist falsch. Der Fußball wird in der Spitze nicht verbessert, weil es immer noch dieselben Spieler sind, die von einem Verein zum anderen verschoben werden, nur mit exponentiell ansteigenden Gehältern, aber keiner verbesserten Gegenleistung. Die von Dir befürchtete Entwicklung, dass die CL eine gigantische Playstation für Superreiche ist, steht doch unmittelbar bevor: es sind doch seit Jahren immer wieder dieselben Spiele. Real-Bayern, Barcelona-Chelsea, usw. Das kann man mir doch nicht als Fortschritt verkaufen.

Den Fußball entwickeln kann man an der Basis, durch Investitionen in Internate für Talente o.ä. Lass und diese Diskussion auf später verschieben, du hast recht.

Abwicklung des Fussballs

@Beutelipper: wir sollten das Thema später wieder hochholen, wenn es besser zum Artikel passt. Nur so viel: Du hast recht. Aber: Was jetzt passiert, hat m.E. eine neue Qualität. Auf eine bis dato unbekannte Art und Weise werden politische und Polit-ökonomische Interessen und Mittel in den Sport hineingetragen (Katar, Energiebranche u.a.), die den Kern des Sports, nämlich den sportlichen Wettbewerb, noch deutlich weiter aushöhlen. Das führt dazu, dass das "System" nicht kollabieren muss, da die Zwecke für den Mitteleinsatz andere sind, als unmittelbar mit Sport Profit zu machen. Der sportliche Wettbewerb wird damit nur leider immer weiter unglaubwürdig gemacht. Ich würde es mal so sagen: der Sport hatte immer schon Parasitenbefall (auch politischen), teilweise auch davon symbiotisch profitiert. Aber den neuesten Parasit halte ich für noch gefährlicher. Manche Sportarten schaue ich schon nicht mehr wegen Doping. Ich hoffe, dass mir der Fussball nicht auch noch verleidet wird. Wenn Katar im Fussball auch irgendwann mit einer Mannschaft wie im Handball spielen darf, ist für mich jedenfalls Schluss. Ähnliches könnte sich ergeben, wenn nur noch Scheichspielzeuge in der CL am Ende gegeneinander spielen.

Entwicklung des Fußballs

Es reichen einfachste Gedankenspiele und simple Mathematik, um zu erkennen, dass Systeme mit konstantem Wachstum nicht dauerhaft funktionieren können. Es wird irgendwann der Crash kommen, das ist sicher. Beim Spitzenfußball haben wir es mit einem beschleunigten Wachstum zu tun, was ich in dieser krassen Form nicht erwartet hatte. Symbolische Ausstiegsklauseln mit astronomischen festgeschriebenen Ablösesummen, die ursprünglich abschrecken sollten, werden inzwischen gezogen. Wenn einer der mächtigsten Fußballverbände der Welt nicht die lokale Notbremse zieht, schließe ich daraus: man will die Entwicklung nicht sehen und stattdessen noch ein großes Stück vom Kuchen abschneiden, bevor das System kollabiert, oder man ist nicht in der Lage, die richtigen Schlüsse aus dieser klar zu erkennenden Entwicklung zu ziehen. Für mich gibt es nur einen Weg aus dem Dilemma: sofort die Notbremse ziehen, die Verteilung der TV-Gelder radikal umstrukturieren. Bundesligisten bekommen, alle gleich, eine bestimmte
Summe X, Zweitligisten die Hälfte, bis hinunter in die 4. Liga. Und Vereine sollten das Geld für herausragende Jugendarbeit investieren. Irgendwann ist die Blase geplatzt und die Ersatzbänke
der 2. englischen Liga sind voll. Aber dann werden diejenigen stark sein, die heute vernünftig geblieben sind.

Soll Bayern München Kameras auf ihre Weißbiergläser für das vereinseigene TV installieren und sich gern
weiter um den chinesischen Markt bemühen, statt eine vernünftige Vorbereitung zu absolvieren. Und sollte der Preis sein, dass in den nächsten 10 Jahren kein deutscher Verein in der Lage sein würde, einen Pokal zu gewinnen, soll es so sein.

Sollte die gnadenlose Entwicklung auf der einen Seite so weitergehen, werden krasse Reaktionen auf der anderen Seite gefördert, ohne auch nur einen Funken Sympathie für Gewalt aufzubringen. Das war immer so und wird immer so bleiben, nur soll sich bitte niemand mehr wundern. Ich kann mir nicht vorstellen, wie ein jahrelanger BVB-Fan auf eine Ad-Hoc-Mitteilung seines Vereins reagiert, wo mitgeteilt wird, dass man soeben ein 120-Mio-Angebot für einen 20-jährigen Fußballer abgelehnt habe. Aber das muss ich auch nicht, zum Glück bin ich Armine. Und gebe mir der Fußballgott noch einige schöne Jahre mit meinem
Verein in der 2. Liga, bevor irgendwer unser Licht ausknipst. Aber dann werde ich mir nicht nachts das Pokalfinale in Shanghai anschauen, das ist sicher.

D-Dorf

Gegen D-Dorf, wird es ein Kampfspiel. Sie werden Hinten sehr gut organisiert stehen und hart verteidigen. Die Null soll bei D-Dorf stehen. Wir werden versuchen unser, unter Jeff gewohntes Spiel durchzubringen. Man wird sehen wie es läuft. Ich hoffe nicht auf ein torloses Spiel, das am Ende per Glück/Elfmeter entschieden wird.
Zu den Preisen: Jedes Unternehmen versucht sein Produkt zum höchst möglichen Preis zu vermarkten. Schaut doch mal in die 1. BL. Nach Oben sind da keine Grenzen, siehe auch andere europäische Ligen. Und die Leute kommen trotzdem. Auch die Ultras.

Im Pokal ist viel Geld

Ich würde gerne auf einen weiteren Artikel von heute hinweisen, der die Diskussionen hier perspektivisch bereichern könnte und bald in den Archiven verschwunden sein könnte (heute ist irgendwie Fussball-Tag in der überregionalen Presse). Der ist zwar ultraschwach, rührt aber am richtigen Punkt, ohne den richtig begreifen zu können. Es geht um Ölindustrie und Fussball. Leider fehlt völlig die Ebene der Aussen(wirtschafts)politik. Auf gut deutsch, es geht um für schleichende Scheichisierung des Fussballs, ob aus Arabien, speziell Katar, oder aus Russland oder sonstwo her. Auch wieder auf Spiegel Online von Thomas Fricke, den ich eigentlich gar nicht gut finde. Darüber ganz anders als in dem Artikel und weit über den Einzelfall Ölindustrie hinaus nachzudenken ist notwendig.

Ultras

Alles gut,wir wollen ja vernünftig miteinander umgehen...Es soll doch jeder seine Meinung haben.Ich habe den Spon Bericht mittlerweile gelesen.Hmm,ist sehr neutral gehalten,unparteiisch.Es ist halt total verrannt diese Situation.Ein Grindel sieht nur Wachstum,ein Seifert verkauft gerne Fernsehrechte und Venghaus versucht Ultras dort zu platzieren.Ich überspitze das hier und Venghaus kennt jeder...Nur Event,ohne Fackeln wird in Deutschland nicht funktionieren.Das ist der Standpunkt der Ultras,Anstoß Zeiten in Deutschland,damit China wach ist,sicherlich auch nicht.Und das sind lächerliche 2 Forderungen von den TREUSTEN Fans?Ja bitte,demnächst dann live in Peking gegen Holstein vor 5000 Chinesen?Wo soll das enden? Zu welchem Preis?Neymar,jetzt Dortmund und alle knutschen das Wappen auf dem Trikot...hört mir auf.Der Event Fussball schafft sich gerade selber ab...rasant.Ich kann damit nichts anfangen.

18 Kommentare

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