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Mo., 14.08.2017

Kommentar zum DSC Vom Himmel fällt nichts

96. Minute: Konstantin Kerschbaumer lässt sich von Oliver Fink den Ball abnehmen, kurz darauf fällt das 2:1 für Düsseldorf.

96. Minute: Konstantin Kerschbaumer lässt sich von Oliver Fink den Ball abnehmen, kurz darauf fällt das 2:1 für Düsseldorf. Foto: Thomas F. Starke

Von Friedrich-Wilhelm Kröger

Bielefeld (WB). Es handelt sich jetzt nicht um eine neue Erkenntnis. Aber es bleibt wichtig, die Realität zu berücksichtigen. Vom Himmel fällt nichts für Arminia, jeder Punkt, jeder Sieg will hart erarbeitet sein. In der Meisterschaft hätten die Bielefelder nach schweren Fights 2:1 , 2:1 und 1:1 gespielt. Da es gegen Düsseldorf ein Pokalauftritt war, wurde beim Unentschieden weitergemacht – bis zum bitteren Ende.

Da sich das Drama in einem Zweitliga-Duell zutrug, sind Rückschlüsse auf die Meisterschaftsspiele erlaubt. Eng, enger, 2. Liga. So sieht das aus. Und die Arminen können nicht »einfach«. Das steckt offenbar nicht in ihren Genen. Dieses Mal streuten sie zwei niederschmetternde Böcke ein, von denen sie sich nicht mehr erholten.

Sicher, das ist Sport. Zum Ligaauftakt gegen Regensburg profitierte der DSC von solch einem Missgeschick auf des Gegners Seite. Auch diese Bolzen, kleinen Konzentrationsfehler, Momente des Unachtsamseins sind von immenser Bedeutung. So wie am Samstagabend für die Bielefelder gegen die Düsseldorfer. In der Verlängerung, so fair muss man sein, standen die Hausherren nach Patzer Nummer zwei dann auf völlig verlorenem Posten.

Klare Tormöglichkeiten fehlen

Dabei waren sie auf dem besten Weg, alles richtig zu machen. Vermutlich hätten sie unter einem Trainer Meier versucht, das 1:0 über die Runden zu schaukeln. Nun nicht mehr. Aber da findet sich auch der wichtigste Ansatz zum Bessermachen: Wer weiter auf Tor spielt, muss es auch schießen, um allen Eventualitäten inklusive eigener Schnitzer vorzubeugen.

Ist nicht passiert, wie überhaupt das Herausspielen klarer Tormöglichkeiten in den 120 Minuten nicht so gelingen wollte. Dieses Mal brachten auch die Joker nichts. Am Ende hätte es stattdessen ohne weiteres 1:5 stehen können.

Vorschnelle Euphorie ist also nach zwei Ligasiegen nicht angebracht, im Trainerteam um Jeff Saibene und der Mannschaft wissen sie, dass sich der DSC häufig am Limit bewegen muss, um seine 40 Punkte plus zu holen in dieser Saison. Im Pokal ist nach einer lehrreichen Erfahrung in Sachen Selbstrauskicken leider schon Schicht.

Kommentare

Passt

Sehr zutreffend beschrieben. Die 2. BL ist sehr ausgeglichen besetzt. Das heißt, wir können alle schlagen. Das Problem ist allerdings, alle können uns auch schlagen. Also eine spannende Serie und am Ende der gesicherte Klassenerhalt.

Wie ich finde, ein ziemlich treffender Kommentar von Friedrich-Wilhelm Kröger!

Alles ist gut

Ich finde den Kommentar gut und glaube, dass das jeder Spieler von uns inkl. dem Trainer so unterschreibt weil er die ( unangebrachte ) hohe Erwartungshaltung gar nicht erst aufkommen lässt. Ich sehe so: Ich hoffe, dass wir so schnell es geht die 40 Punkte haben! Wenn dann noch 20;) Spiele zu spielen sind werde ich mich dagegen nicht wehren! Wir können jeden Gegner in der Liga schlagen aber es wird Gegner geben die sich gg unsere Spielidee cleverer anstellen als andere und da wird es natürlich auch Spiele geben wo wir mal nicht so gut aussehen und abgewatschelt werden. Insgesamt denk ich aber, dass wir mit genau dieser Spielidee viele Gegner vor enorme Probleme stellen werden! Aber es kostet Kraft und die Gefahr ist immer, dass es am Ende des Spiels nicht mehr reicht aber der Gegner dann noch Reserven hat sowie gg Fortuna wobei wir da von 120 min sprechen. Auch die individuellen Fehler passieren ( auch oder ausschließlich ) aufgrund des Aufwands da der Kopf davon ja auch betroffen ist! Jeder der selber mal gespielt hat weiß wie das ist und da ist die Liga auch egal! Das Gegentor von Fortuna fiel in der 68 min, genau in der Phase wo es langsam anfängt weh zu tun. Beim 2. Tor war unser dann auch im Kopf die halbe Sekunde zu langsam. Die Gegner werden warten bis wir ausgepowert sind und es dann clever ausspielen wollen bzw auch vorher natürlich schon versuchen uns da zu treffen wo es weh tut. Und das sind in erster Linie natürlich herausgespielte Konter oder auch lange Bälle die dann doch mal wieder durchrutschen. Was ich seit Saibene sehe ist, dass jedes Spiel wieder wie ein Endspiel ist, wir möglichst viele Tore schießen wollen, entsprechend mutig spielen und was das Tempo angeht ordentlich zugelegt haben! Zusätzlich blüht unser Eigengewächs Staude auf! Ich erfreue mich an dieser aktuellen Arminia! Gegen Bochum fangen wir wieder ohne Krämpfe an und treffen auf einen Gegner der bisher ohne Sieg ist und mit dem entsprechendem Druck zu uns kommt! Da freu ich mich schon drauf und tippe schon mal nen knappes 5:0!

"Vom Himmel fällt nichts!" lautet die Überschrift des WB-Kommentars. Wer hatte das behauptet?

so ist es. Die Spieler sind an ihre persönlichen Leistungsgrenzen angekommen. Mehr ist leider nicht drin. Hoffen wir, dass es für den Ligaerhalt reicht.

5 Kommentare

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