>

Fr., 08.09.2017

Der künftige Finanzchef Markus Rejek ist bereit für die »Herausforderung Arminia« »In Krisenzeiten lernt man mehr«

Markus Rejek hat eine, wie er selbst sagt, »lehrreiche Zeit« bei 1860 München hinter sich.

Markus Rejek hat eine, wie er selbst sagt, »lehrreiche Zeit« bei 1860 München hinter sich. Foto: imago

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Noch hat Markus Rejek dreieinhalb Wochen Zeit, ehe er am 1. Oktober seinen Job beim Fußball-Zweitligisten Arminia Bielefeld antritt. Doch die Erwartungen an den neuen Geschäftsführer sind bereits formuliert. Rejek selbst ist »bereit, die Herausforderung anzunehmen«.

Am Mittwoch hatte der DSC den 49-Jährigen als künftigen Verantwortlichen für die Bereiche Marketing, Vertrieb und Finanzen vorgestellt. Am Donnerstag sagte Arminia-Präsident Hans-Jürgen Laufer während eines Pressegesprächs über die personellen Veränderungen auf der Führungsebene: »Herr Rejek wird sich als erstes um die Vermarktung unserer Arminia kümmern. Da haben wir Defizite. Und wir müssen im Sponsoring nach vorne kommen. Da versprechen wir uns viel von ihm.«

 Rejek weiß, was von ihm erwartet wird. Am Telefon ließ er durchblicken, sich bereits intensiv mit seiner neuen Aufgabe auseinanderzusetzen: »Ich arbeite seit 18 Jahren im Profifußball. Da knüpft man den einen oder anderen Kontakt. Es geht darum, abseits der etablierten Sponsorenpyramide neue Modelle zu entwickeln. Dabei geht es um die Frage: Welche Themen haben wir als Arminia, auch abseits des Sports?«

Rejek warnt vor überzogenen Erwartungen

Rejek selbst warnt insgesamt aber vor überzogenen Erwartungen und zieht einen Vergleich zu Ex-Klub München, wo Investor Hasan Ismaik und er nicht immer einer Meinung waren: »1860 ist ein emotionaler Verein. Dort wurde immer, egal wie die Vorzeichen waren, von Aufstieg gesprochen. Davor warne ich. Es ist natürlich gut und wichtig, Ambitionen zu haben. Aber vom Budget her rangiert Arminia im unteren Drittel der 2. Liga. In den vergangenen Jahren war der Klub der 3. Liga näher als er 1. Darum muss man realistisch sein und sich Stück für Stück voranarbeiten.«

In München (jetzt Regionalliga) habe er eine »absolut lehrreiche Zeit erlebt. Und in Krisenzeiten lernt man mehr.«, sagte Rejek.

Den ausführlichen Bericht lesen Sie am Freitag, 8. September, im WESTFALEN-BLATT.

In unserem Video-Interview spricht Arminias Präsident Hans-Jürgen Laufer über die Erwartungen an Markus Rejek:

Kommentare

Marketingstrategie

Ich finde die Entscheidung absolut richtig einen Vertiebs- und Marketingprofi zu holen. Finanziell rangieren wir im unteren Drittel der Tabelle. Wenn man dort nicht dran arbeitet, wird es unweigerlich auch sportlich wieder dort hin gehen. Zuletzt ging es mit neuen Sponsoren nicht wirklich vorran. Daher ist der Wechsel in der Geschäftsführung zu begrüßen. Arminia verkauft sich momentan unter Wert. Ich habe beruflich oft mit Leuten aus ganz Deutschland zu tun. Ich werde oft auf Arminia angesprochen. Das Interesse für diesen tollen Verein, ist auf jeden Fall da. Da muss man mehr draus machen. Alleine Zuschauer und Fernsehgelder reichen nicht mehr aus, wenn man nach Oben möchte. Auch nicht Jeff, der ohne bessere Möglichkeiten, auch nicht die ewige Treue halten wird.

Welche Themen haben wir als Arminia, auch abseits des Sports?

Eine gute Frage, auch für die Kommentatoren hier. Eine erste Schlussfolgerung, die ich ziehen würde: Ein Fußballverein ist als Marke - auch - eine Erzählung, ein Narrativ. Was könnte man da für Arminia entwickeln? Was gibt es schon an Narrativen? Es gibt einige Bilder und Motive: die Alm, der Teutoburger Wald und die berühmte Schlacht (schon von den Fans in einem Spruch umgesetzt), die eigene Vereinsgeschichte mit dem Bundesliga-Skandal, die Rekord-Absteiger. Was kann man daraus machen, um es an Themen anschlussfähig zu machen? Oder ist die Sache mit den Themen anders gemeint? St. Pauli oder Freiburg haben auch ein bestimmtes gesellschaftspolitisches Image. Da sehe ich bei Arminia aber keine Ansätze. Und die kann man ja auch nicht einfach erfinden.Was gibt die Stadt, ihre Geschichte und ihr Image dafür her? Die frühe Textilindustrie, Bethel etc. Kann man daraus etwas entwickeln? Neulich war ich in Bochum. Gut gefallen hat mir da die gemeinsame Flagge "Unsere Stadt, unser Verein" mit beiden Wappen: der Stadt und des Vereins. Das könnte auf jeden Fall schon mal ein guter Schritt sein. Allerdings will Herr Rejek ja auch bundesweit Sponsoren finden.

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5134568?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F