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Di., 12.09.2017

Arminia nun in Darmstadt und Dresden – unter Saibene auswärts noch unbesiegt »Es wird ein harter Kampf«

Nach dem 0:4 gegen Duisburg hofft DSC-Trainer Jeff Saibene, dass seine Spieler den Warnschuss ernst nehmen.

Nach dem 0:4 gegen Duisburg hofft DSC-Trainer Jeff Saibene, dass seine Spieler den Warnschuss ernst nehmen. Foto: Stark

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). War es nur ein Ausrutscher? Oder etwa doch mehr? Markiert das erschreckende 0:4 gegen den MSV Duisburg womöglich sogar einen Wendepunkt in dieser zuvor so erfolgreichen Arminia-Saison? Die Antwort muss die Mannschaft geben.

Nach Punkten stehen die Bielefelder auch nach der Heimpleite gegen die Zebras in der 2. Fußball-Bundesliga immer noch glänzend da. Fünf Spiele, zehn Zähler – das passt. Dass nun allerdings zwei anspruchsvolle Auswärtsaufgaben in Darmstadt (Sonntag, 17. September) und Dresden (Mittwoch, 20. September) folgen, wird den einen oder anderen Arminen gewiss beschäftigen. Da Konstantin Kerschbaumer bislang weder in Darmstadt noch in Dresden je ein Spiel bestritten hat, fällt es ihm womöglich ein bisschen leichter, Negativgedanken zu verdrängen. »Natürlich war das Spiel gegen Duisburg enttäuschend. Aber Sorgen sind unangebracht«, befindet der Leihspieler vom FC Brentford. Es liege den Arminen »gelegentlich sogar ganz gut, bei vermeintlich stärkeren Mannschaften zu spielen und dagegenzuhalten«. Erstligaabsteiger Darmstadt verfüge über ein gutes Team. »Aber wir haben keine Angst«, sagt der Mittelfeldmann.

Auch Kapitän Julian Börner, der die 0:4-Pleite gegen Duisburg als »Dämpfer, der weh tut« bezeichnet, verspricht vor dem Auswärts-Doppelpack: »Wir lassen uns nicht unterkriegen. Aber wir müssen in Darmstadt ein anderes Gesicht zeigen – das ist Fakt.«

Verändert Saibene das Team?

Für andere Gesichter könnte allein schon Jeff Saibene sorgen. Es ist durchaus anzunehmen, dass der Coach nach der jüngsten Klatsche das Team verändern wird. Tom Schütz ist nach auskurierter Achillessehnenverletzung ebenso ein heißer Kandidat für einen Platz im Team wie Nils Teixeira und Stephan Salger. Beide kommen für eine Umbesetzung der Außenverteidigerpositionen infrage.

Da Fabian Klos trotz seiner verletzungsbedingten Auswechslung gegen den MSV heute wieder normal trainieren soll und Ersatzmann Andraz Sporar sich nicht aufdrängen konnte, dürfte sich im Angriff nichts verändern.

Saibene hofft, »dass wir die richtigen Schlüsse aus der Niederlage ziehen werden. Es war ein Warnschuss, den wir sehr ernst nehmen müssen.« Bange ist vor den nächsten Spielen aber auch ihm nicht. Wen wundert’s? Seit der Coach im März das Traineramt beim DSC übernommen hat, ist Arminia auswärts noch ungeschlagen. Von den sieben Spielen in der Fremde unter dem 48-Jährigen hat Arminia zwei gewonnen, fünf endeten unentschieden. »Wir haben bewiesen, dass wir es können«, sagt Saibene deshalb.

Für Börner steht allerdings genauso fest: »Es wird ein harter Kampf.« Und damit dürfte er nicht nur das Spiel am Sonntag in Darmstadt gemeint haben.

Kommentare

Überreaktion

Ich halte jetzt, nach einer Pleite, nichts davon die Mannschaft durcheinander zu wirbeln. Damit wird man bei den Lilien, Schiffbruch erleiden. Auch ein Dick hat in der Vergangenheit immer wieder Aussetzer gehabt. Hat sich danach aber immer wieder rangekämpft. Ich würde Schütz von Anfang bringen, sonst dem Rest eine Chance zur Wiedergutmachung geben. Ruhe ist jetzt oberstes Gebot, nicht Panik.

Hinkende Vergleiche

Ich bin auch für den einen oder anderen Wechsel in der Aufstellung, gerade in der Defensive.Teixeira hat mir gegen Regensburg bis zur Roten Karte ganz gut gefallen. Er sollte seine Chance bekommen, sich mal über ein paar Spiele zu zeigen. Auch Salger sollte hinten links mal ran dürfen. Schlimmer kann es teilweise kaum kommen. Und natürlich muss Hartherz gegen Duisburg bei dem Gegentor weiter verteidigen und laufen, da sehe ich keinen Zusammenhang zu den Mini-Kickern. Dazu Schütz rein. Weihrauch würde ich drinlassen.

Die Vergleiche der beiden ersten Kommentatoren hinken auf verschiedene Weise. Stolperharrys verklärende Rückschau hat dann recht, wenn man sie so versteht, dass einige der Tugenden der genannten Spieler: Zweikampf- und Kopfballstärke sowie Robustheit bei den aktuellen Verteidigern vergleichsweise defizitär sind. Gerne würde ich Stellungsspiel nachlegen, jedenfalls immer mal wieder. In der Summe waren die genannten Spieler sicher deutlich besser, auch wenn diese auch Defizite hatten. Das war aber auch zu Erstligazeiten. Der Vergleich zwischen den verschiedenen Epochen der Fußballgeschichte ist grundsätzlich reflektiert möglich. Dass Jesse Owens heute höchstens noch in Brackwede mitlaufen könnte, ist Unsinn. Der würde heute ganz anders trainieren. Das gilt genauso wie für Fritz Walter und die von Stolperharry erinnerten Arminia-Kicker der letzten Jahrzehnte. Auch wenn das nicht heißt, dass alle diese alten Helden heute ebenfalls Helden sein könnten. Aber auch Schnelligkeit und Handlungsschnelligkeit kann man zumindest teilweise heute trainieren, die Ausdauer sowieso und deshalb auch Taktiken wie Pressing.

Ball flachhalten

Stolperharry, ich stimme nicht mit Ihnen überein. Muss ich auch nicht, denn wir leben nicht am Hofe, sondern in einem freien Land. Wie kommen Sie nur darauf, dass unsere aktuellen IVer nicht die Klasse aufweisen, die Sie einem langsamen Borges, einem spielerisch limitierten Gabriel, einem kopfballmittelmässigen Reinhard und einem fehlerbehafteten Westermann attestieren? Sie erheben Spieler aus dem Mittelmass, die niemals in einem dieser neuen, schnellen, pressingfokussierten Spielsysteme agieren mussten. ich bin sicher, keiner dieser 4 Jungs würde heute bei uns eine Rolle spielen. Zu langsam im Kopf, im Spiel, auf dem Feld. Denken Sie mal drüber nach. Fritz Walter würde heute auch nicht mehr Nati spielen und selbst beim VFL Theesen über die Ersatzbank nicht hinauskommen. Das Spiel hat sich verändert und mit ihm die Typen, die es prägen.

Bei den Minikickern wäre das nicht passiert!

Wer früher „bei Hofe“ eine schlechte Nachricht überbrachte, hatte vermutlich großes Glück, anschließend nicht geköpft zu werden. Auch heute, auf dem Arminia-Ponyhof, wo es sich einige so richtig schön kuschelig gemacht haben, kommt Kritik häufig nicht gut an. Klar, dass wir mit 10 Punkten noch im Soll sind (bisher auch viel Glück hatten). Klar, dass im nächsten Spiel wieder alles besser laufen kann (oder auch nicht). Geschenkt!
Aber wer nicht die Qualität (Dick) besitzt, jede Situation mit spielerischen Mitteln zu lösen, der sollte den Ball dann halt auch mal einfach nach vorne pöhlen (dürfen).
Das 2. Tor geht m.E. zu 80% auf die Kappe von Börner. Hartherz hätte es auch verhindern können, aber Börner war nun mal näher am Ball u. hätte klären müssen. Es reicht ja wenn einer klärt, es müssen ja nicht, wie bei den Minikickern, gleich ALLE zum Ball rennen.
Im Übrigen sind Weder Börner, noch Behrend, noch Salger nach meinem Geschmack richtige IVer. Denke ich an einen Gabriel, einen Reinhard, einen Westermann oder einen Borges, dann bekomme ich feuchte Augen. Die hätte man wohl nicht so leicht wegschieben können, wie einen Salger in Berlin oder einen Börner gegen die Zebras. Klar, dass wir keine besseren haben, liegt zum Teil an wirtschaftlichen Zwängen, aber wie gesagt, vermutlich auch nur zum Teil…

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