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Mo., 18.09.2017

DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer: »Wir sind alle unfassbar traurig« Trauer um DSC-Urgestein Hannes Scholz

Arminias Urgestein Hannes Scholz ist im Alter von 83 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben.

Arminias Urgestein Hannes Scholz ist im Alter von 83 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB/jm/wie). Die große Arminia-Familie trauert um einen alten Fahrensmann. Hans-Joachim Scholz, der Hannes, ist in der Nacht auf Sonntag im Alter von 83 Jahren verstorben. »Wir sind alle unfassbar traurig über seinen plötzlichen Tod. Hannes hat so unsagbar viel für den Verein geleistet, dass wir alle unter Schock stehen«, äußerte sich DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer.

Ein Armine mit Leib und ganz viel Seele: Das war Hannes Scholz. Rudi »Keite« Giersch lotste den Fußballverrückten 1967 zu den »Blauen«. Fußballverrückt: Das trifft es ziemlich genau. Hans Scholz, der noch jenseits der 50 für die »Zwote« in der Verbandsliga kickte, hat für seine Arminia alles gemacht.

Den Platz akkurat abgekreidet. Trainer von zig Mannschaften. Schiedsrichterbetreuer. Obmann. Ehrenratsmitglied. Wobei: Einfacher scheint es, das Pferd andersherum aufzuzäumen. »Ich war bei Arminia alles außer Busfahrer.« Dieser Satz, den Hannes Scholz anlässlich seines 80. Geburtstages vor drei Jahren zu Protokoll gab, bringt es auf den Punkt. Dabei konnte er sich auch immer der Unterstützung seiner Ehefrau Ria sicher sein.

Laufer: »Beispiellos, was Hannes für den Verein geleistet hat«

Sogar die Profis hat Hannes Scholz mal interimsweise betreut, zu Zweitligazeiten in der Saison 1987/88. Diese Partie bei den Stuttgarter Kickers ging mit 0:1 verloren. »Es war beispiellos, was Hannes für den Verein geleistet hat. Er war einfach ein ganz feiner Kerl, immer lustig, Everybody’s Darling«, erklärt Hans-Jürgen Laufer, der sich an »unzählig schöne Momente« mit dem Verstorbenen erinnert.

Als es ihm vor einigen Jahren gesundheitlich schlechter ging, machte er sich rar in seinem »Wohnzimmer«, wie er die Alm, die Schüco-Arena, gerne bezeichnete. Schließlich war er lange Jahre deren Stadionverwalter.

Auch seine Besuche auf der Rußheide – Hannes Scholz fungierte noch bis Ende 70 als Teamsprecher von Arminias U23 – wurden seltener. Intimus war er nicht nur in Sachen Sport, auch bei Showveranstaltungen. Dicht dran an den Stars. »Peter Maffay hat mich mal gefragt: Hannes, haste ‘ne Fluppe?«, erinnerte sich Hannes Scholz an eine von vielen Begegnungen.

Allerlei Legenden

Um den früheren Libero und Manndecker, der mit der Betriebssportmannschaft der BSG Honved einst Westfalen aufmischte, ranken sich allerlei Legenden. Etwa die, als der DSC-Trainer zur Karnevalszeit annodazumal vor einem wichtigen Meisterschaftsspiel gegen den SCB 04/26 unter Personalmangel litt. Also griff der Pfiffikus bei Minustemperaturen zum Wasserschlauch und vereiste die Hartalm. Der Erfolg: Das Spiel fiel tatsächlich aus.

Während einer Mannschaftsfahrt nach Bulgarien verlegte Trainer Rudi Giersch eine Teambesprechung auf eine Badeinsel vor dem Strand. Für Hannes Scholz war nach wenigen Metern Schluss. Weil er nicht schwimmen konnte, musste er schnaubend aus der Ferne zugucken. Telefonisch informierte er die Tageszeitungen über dies und das vom Goldstrand. Die 300, die der Gebührenzähler anzeigte, sollten keine Leva sein, wie Scholz irrtümlich glaubte. Es waren Einheiten. Der Spaß kostete 100 D-Mark.

Selbstlos

Hannes Scholz hat Generationen von DSC-Präsidenten, -Trainern und -Spielern kommen und gehen sehen, hat sämtliche gute Zeiten und auch das Schattendasein mit durchlebt. Ungerechtigkeiten hasste er. Hannes Scholz hat seine Qualitäten immer selbstlos zum Wohle aller gegeben, ist so auch über NRW hinaus als Fußball-Sympathieträger allseits beliebt gewesen. Schmutzige Wäsche gewaschen hat er nie.

Sein Credo lautete: »Man sieht sich im Leben immer zweimal.« Für seine jahrzehntelangen ehrenamtlichen Verdienste ist er von DFB, FLVW und Verein vielfach ausgezeichnet worden. Arminia will den Verstorbenen im kommenden Heimspiel gegen Heidenheim würdigen. Hans-Jürgen Laufer: »Wir werden alle Register ziehen, um seine Leistungen für den Verein entsprechend zu würdigen.«

Kommentare

Aufrichtiges Mitgefühl

Möge Hannes Scholz, ein Sympathieträger des Vereis, in Frieden ruhen! Leute wie ihn findet man heutzutage nicht mehr. Seinen Angehörigen gilt mein aufrichtiges Mitgefühl.

Und hoffentlich bekommt Arminia eine "vernünftige" Ehrung hin - anders als bei Keite Giersch irgendwo zwischen Werbung 'ne halbe Stunde vor Anpfiff.

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