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Do., 28.09.2017

Strasser ist nach Saibene der nächste Luxemburger in der 2. Liga Jeff und Jeff

Neu in Kaiserslautern (links): Jeff Strasser (42), erfolgreich in Bielefeld: Jeff Saibene (49).

Neu in Kaiserslautern (links): Jeff Strasser (42), erfolgreich in Bielefeld: Jeff Saibene (49). Foto: imago, Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld/Kaiserslautern (WB). Das kleine Luxemburg macht sich in der 2. Fußball-Bundesliga langsam ganz schön breit. Nachdem Jeff Saibene sich mit der Rettung des DSC Arminia als Trainer in Deutschland bereits einen Namen gemacht hat, fängt Landsmann Jeff Strasser in Kaiserslautern allerdings bei Null an.

 Mittwoch wurde der 42-Jährige beim Schlusslicht FCK als Trainer vorgestellt . Zwar hat Strasser (Vertrag bis Juni 2019) als Spieler auf dem Betzenberg bereits tiefe Spuren hinterlassen. Als Coach ist er hierzulande aber noch ein unbeschriebenes Blatt.

Zusammen mit den heutigen Bundesligatrainern Julian Nagelsmann (Hoffenheim) und Domenico Tedesco (Schalke) erwarb Strasser 2016 die DFB-Trainerlizenz. Praktische Erfahrungen sammelte er bislang aber nur in seiner Heimat Luxemburg. 2010 begann er bei CS Fola Esch als Spielertrainer.

Seit 2012 ist er dort dann nur noch als Chefcoach tätig gewesen. In dieser Zeit wurde Strasser 2013 und 2015 luxemburgischer Meister und 2017 Ligapokalsieger. Schöne Erfolge, für die er sich in der Pfalz aber nichts kaufen kann.

»Er war als Spieler eine Kultfigur«

Doch wie man sich als luxemburgischer Trainer-Nobody mit dem Namen Jeff in Deutschland behauptet, hat Saibene (49) ja schon vorgemacht. Im Mai bewahrte er die Bielefelder vor dem Absturz in die Drittklassigkeit.  In der laufenden Serie belegt er mit den Ostwestfalen einen starken sechsten Rang.

»Natürlich wünsche ich Jeff Strasser viel Erfolg beim FCK, dort war er als Spieler bereits eine Kultfigur. Ich freue mich besonders, ihn bei unserem Spiel wiederzutreffen«, sagt Saibene. Am Sonntag, 26. November, wird es soweit sein. Dann gastiert der DSC in Lautern.

Zwischen 1993 und 2001 kickten Jeff und Jeff noch Seite an Seite für das Großherzogtum (583.000 Einwohner). Während Strasser (98 Länderspiele, 7 Tore) als Abwehrhaudegen weder sich noch andere schonte, suchte Saibene sein Glück in der Offensive, fand es aber nicht. In 64 Länderspielen blieb er torlos.

0:5 bei Union – FCK zuletzt desolat

Sieben Jahre nach ihrem letzten gemeinsamen Länderspiel am 6. Oktober 2001 in Jugoslawien (2:6) mischen Jeff und Jeff nun die 2. Liga auf. »Jetzt sind zwei Luxemburger als Cheftrainer im deutschen Profifußball aktiv. Das ist für unser kleines Land eine große Sache«, urteilt Saibene.

Vor Strasser liegt allerdings noch ein (Betzen-)Berg Arbeit. Lautern ist Ligaletzter. Beim 0:5 am vergangenen Montag in Berlin spielten die Pfälzer, die zuvor bereits Strasser-Vorgänger Norbert Meier entlassen hatten, unter den Interimstrainern Manfred Paula und Alexander Bugera desolat.

Mit Strasser hat der Traditionsverein, bei dem auch der Schweizer Ciriaco Sforza im Gespräch war, eine Überraschungslösung präsentiert. FCK-Sportdirektor Boris Notzon ist überzeugt, den Richtigen geholt zu haben: »Die Werte, für die Jeff als Spieler stand, sind die Werte des FCK. Der FCK gibt niemals auf, und auch wir werden nicht aufgeben.«

Akribische Luxemburger

Von 1999 bis 2002 war Strasser, der in der 1. Bundesliga auch noch das Trikot von Borussia Mönchengladbach trug, für die Roten Teufel am Ball. »Wieder beim FCK zu sein, ist wie nach Hause kommen«, sagt er. Schon morgen sitzt Strasser beim Kellerduell mit dem Tabellenvorletzten Greuther Fürth erstmalig auf der Bank.

Luxemburgs Nationaltrainer Luc Holtz (48), der unlängst mit einem 0:0 in Frankreich aufhorchen ließ, glaubt zu wissen, warum Trainer aus seinem Land immer begehrter werden. »Wir sind ein kleines Land, aber ich glaube, dass wir als Trainer akribischer als andere sind. Wir leben nämlich nicht von unserem Prestige, sondern müssen uns alles hart erarbeiten«, sagt er in einem Interview mit dem Magazin »11 Freunde«.

Darin lobt Holtz Saibene als leuchtendes Beispiel: »Als kleiner Luxemburger bekommt man leider nicht viele Angebote, wobei Jeff Saibene jetzt in Bielefeld zeigt, dass wir das können.« Jeff Strasser will nun in Lautern einen weiteren Beleg dafür liefern.

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