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Sa., 30.09.2017

Arminia gewinnt 2:1 beim 1. FC Nürnberg - Einwechselspieler Sporar und Kerschbaumer treffen Saibene wechselt den Sieg ein

Zusammen mit den etwa 500 mitgereisten DSC-Fans feiern die Arminen den Auswärtssieg in Nürnberg.

Zusammen mit den etwa 500 mitgereisten DSC-Fans feiern die Arminen den Auswärtssieg in Nürnberg. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Nürnberg (WB). Arminia Bielefeld hat drei wichtige Punkte im Frankenland eingesammelt. Beim favorisierten 1. FC Nürnberg siegte der DSC am Samstag mit 2:1 (0:0). Durch die Tore der beiden eigewechselten Andraz Sporar (zuletzt nicht mal mehr auf der Bank) und Konstantin Kerschbaumer springen die Bielefelder auf Tabellenplatz drei (17 Punkte).

Teixeira für Hartherz, Hemlein für Staude, Schütz für Kerschbaumer

Personell kam es wie erwartet: Den am Knie verletzten Florian Hartherz ersetzte Nils Teixeira auf der linken Abwehrseite. Teixeiras Posten übernahm Startelf-Rückkehrer Florian Dick. Zudem rückten Christoph Hemlein für Keanu Staude sowie Tom Schütz für Konstantin Kerschbaumer in die Anfangsformation.

Zum branchenüblichen Beschnuppern kam es im Max-Morlock-Stadion nicht. Keine Seite verschwendete Zeit damit, abzuwarten, wie der Gegner aufspielt. Stattdessen ging es gleich offensiv zu. Und wie. Schon nach fünf Minuten hätte der DSC in Führung gehen können.

Eine Hereingabe von Hemlein schickte Klos freistehend aus neun Metern aber nicht ins Tor, sondern in den fränkischen Himmel. Auf der Gegenseite tauchte Mikael Ishak nach einem Edgar-Salli-Pass gefährlich vor Arminias Gehäuse auf, erwischte den Ball aber nicht richtig (9. Minute).

Reifeprüfung im Frankenland

Das Spiel in Nürnberg hatte Trainer Jeff Saibene im Vorfeld erneut zu einer Art Reifeprüfung gemacht. Schon die Duelle mit den anderen Topteams Union Berlin (1:1) und Darmstadt (3:4) waren für Arminias Trainer Gradmesser, wie gut sein Team wirklich ist. Tatsächlich mussten sich die Gäste in der Anfangsphase spielerisch und kämpferisch nicht vor dem Favoriten aus Franken verstecken.

Das Anfangstempo ließ jedoch nach gut 15 Minuten nach. Besser im Spiel war dann der Club. Vor allem der schnelle und wendige Mikael Ishak beschäftigte die DSC-Defensive.

Eine dieser Szenen entschärfte Torwart Stefan Ortega Moreno, als er dem Nürnberger den Ball im Strafraum ganz knapp vorm Fuß wegschnappte (19.). Dann bediente Ewerton den Angreifer mit einem sehenswert Pass in den Lauf. Ishak nahm den Ball volley und verfehlte das Ziel nur um einen Meter (24.).

500 Auswärtsfans unterstützen den DSC

Überraschend: Obwohl der FCN in der Tabelle oben mitspielt und trotz besten Fußballwetters (20 Grad, trocken) kamen am Samstag anders als vom Gastgeber erhofft nur 26.186 ins Stadion (44.300 Plätze) - darunter gut 500 Fans aus Ostwestfalen.

Die, die da waren bekamen zumindest einen bemühten Club zu sehen, der mittlerweile mehr vom Spiel hatte. Mit zahlreichen Fehlpässen und zu vielen Ungenauigkeiten im Spielbaufbau machten es die Arminen ihrem Gegner auch leicht, immer besser in die Partie zu kommen. Der Unterhaltungswert war dennoch überschaubar: Höhepunkte und Torraumszenen fehlten der Begegnung ab der 25. Minute.

Bitter für den DSC: Nur wenige Sekunden vor der Halbzeitpause musste Hemlein mit einer Knöchelverletzung vom Platz - für ihn kam Staude.

Deutliche Worte zeigen Wirkung

Druckvoller wurde es erst wieder nach der Pause - zumindest was den 1. FC Nürnberg betraf. Der Club trat jetzt so zielorientiert und selbstbewusst auf, wie man es von einer Mannschaft nach zuletzt drei Siegen aus drei Spielen erwartet hatte. Dass es nach 55 Minuten nicht 1:0 stand, hatten die Arminen dann vor allem ihren Kollegen Stephan Salger zu verdanken. Der Innenverteidiger grätschte in letzter Sekunde in einen Schuss von Cedric Teuchert, der auf dem besten Weg ins Tor war.

Kurz darauf war für Angreifer Fabian Klos Schluss (59.). Saibene brachte Andraz Sporar, der zweimal nicht im Kader gestanden hatte, für den Vize-Kapitän. Unter der Woche hatte der Trainer noch deutliche Worte zum Slowenen gefunden und dessen nicht ausreichende Einsatzwillen nach den letzten Einwechslungen bemängelt.

Diese Denkpause schien Sporar gut getan zu haben. Gerade erst auf dem Platz, traf der Stürmer aus sechs Metern zur überraschenden Führung für Arminia (61.).

Ewerton ans Lattenkreuz, Ortega Moreno zur Stelle

Aufgebracht bestürmten die Nürnberger im Anschluss das Bielefelder Tor. Ewerton traf nur das Lattenkreuz, wenige Sekunden später parierte Ortega Moreno einen Schuss von Kevin Möhwald (63.). Kurz darauf landete ein Ishak-Heber auf dem Tor (66.). Von fehlendem Unterhaltungswert konnte nun keinesfalls mehr die Rede sein - im Gegenteil. Denn nur zwei Minuten später hätte Sporar aus kurzer Distanz das 2:0 machen können, scheiterte aber an einem blockenden Abwehrspieler.

Für den DSC ergaben sich nun mehr Räume. Die zu nutzen, fiel den Ostwestfalen aber schwer. Etwa bei einem Konter, als Voglsammer, Schütz (mit Ball) und Sporar allein aufs FCN-Tor zuliefen. Statt selbst abzuschließen oder Voglsammer zu bedienen, wählte Schütz die schlechteste Variante und passte auf Sporar, mit dessen Schuss Nürnbergs Schlussmann Thorsten Kirschbaum keine Probleme hatte (73.).

Gäste bestrafen nachlässige Nürnberger

Das Auslassen bester Torchancen sollte sich rächen. Weil Arminias Abwehrspieler den Ball nicht vernünftig aus der Gefahrenzone bekamen, legte Hanno Behrens per Kopf ab und Ishak traf mit einem Rechtsschuss zum Ausgleich (79.).

Doch das war noch nicht alles. Jetzt patzte die FCN-Abwehr, der eingewechselte Konstantin Kerschbaumer schnappte sich den Ball und schloss nach nach einem 40-Meter-Sprint gekonnt zum 2:1 ab (86.). Die drei Punkte ließ sich der DSC in der Folge nicht mehr nehmen.

Statistik

Nürnberg: Kirschbaum - Valentini, Mühl, Ewerton, Leibold - Erras, Behrens - Salli (45.+1 Möhwald), Werner (46. Teuchert/89. Margreitter) - Löwen - Ishak

Bielefeld: Ortega Moreno - Dick, Börner, Salger, Teixeira - Hemlein (45.+1), Prietl, Schütz, Weihrauch - Voglsammer (75. Kerschbaumer), Klos (59. Sporar)

Schiedsrichter: Jöllenbeck (Müllheim)

Zuschauer: 26.186

Tore: 0:1 Sporar (61.), 1:1 Ishak (79.), 1:2 Kerschbaumer (86.)

Gelbe Karten: Teuchert / Dick (2)

Kommentare


Hallo an alle Arminen-Fans,

ich lese in allen Kommentaren, toller Trainer, tolle Mannschaft. Das ist auch komplett richtig, und wir alle hoffen, dass, das noch möglichst lange so anhält. Ich möchte aber auch einmal eine Lanze für Samir Arabi brechen, auf dem immer viel Kritik eingeprasselt ist. Ob zu recht vermag ich nicht zu beurteilen, den wenn man mit wenigen finanziellen Mittel eine Mannschaft für die Ansprüche eines Traditionsvereins zusammenstellen muss, ist das sicher nicht einfach. Ich bin der Meinung, das Herr Arabi in der letzten Zeit sehr viel richtig gemacht hat, was Spieler und Trainerverpflichtung angeht. Von meiner Seite dafür ein Dankeschön und weiter so.

Konstante Leistungen

Die Konstanz der Leistungen beeindruckt mich immer mehr. Als Armine in der 44-zigsten Fansaison ist man ja im Laufe der Jahre zu etwas Realismus gelangt. Die mehr als gute Punktausbeute zu Beginn der Saison wurde daher noch mit "na ja, da war auch manchmal Glück im Spiel" abgetan. Inzwischen sehe ich das anders. Die Zahlen, die der Beutelipper genannt hat, sprechen eine deutliche Sprache. 34 Punkte aus 19 Spielen unter Trainer Saibene würden, wenn dieser Schnitt weiter erreicht werden sollte, im Laufe dieser Saison 61 Punkte erbringen. 61 Punkte hatten in den letzten drei Serien zu zweimal Platz 4 und einmal Platz 2 gereicht. So reifen ganz plötzlich Träume von einem Platz ganz weit vorne. Natürlich hatte auch Würzburg in der Vorsaison zum gleichen Zeitpunkt die selbe Anzahl Punkte, doch ich glaube, dass diese Clubs nicht direkt vergleichbar sind. Dem Team von Arminia wünsche ich jedenfalls, dass man sich weiterhin auf dem Boden der Tatsachen bewegt, aber das man durchaus auf allen Ebenen die Chancen wahrnimmt, die sich möglicherweise in dieser Saison auftuen. Ein überraschender Aufstieg würde die Entschuldung des Clubs enorm beschleunigen. Allen Fußballfans rate ich jedenfalls sich Karten für das Spiel gegen Düsseldorf zu kaufen. Sollte gegen Fortuna und anschließend in Kiel gepunktet werden, dann ist tatsächlich nichts mehr unmöglich.

...das Arminen-Herz klopft wieder

Als Arminen-Sympathisant im Münsterland hat man es nicht einfach. Aber die tollen Leistungen der Mannschaft, dieser fachlich, charakterlich unaufgregte Trainer Saibene, werden in diesen Monaten auch im Münsterland gewürdigt. Wir werden unregelmäßig zu mehreren neuen Arminia-Freunden Spiele der Arminia besuchen. Auf zum Spiel gegen Düsseldorf!

Starke Entwicklung

Starke Leistung und klar erkennbare Handschrift des Trainerteams. Von Abstieg sollten wir nicht mehr reden, was soll das ? Wir sollten stattdessen eine Serie ansprechen, die zu lang ist, um sie als Zufall abzutun. Wir haben in den letzten 19 Spielen 34 Punkte geholt und uns spielerisch spürbar verbessert. Ich habe auch keinen glücklichen Sieg gesehen. Wir haben die zurzeit beste Zweitligamannschaft mit 9 Punkten und 12:3 Toren aus den letzten 3 Spielen in ihrem eigenen Stadion lange Zeit neutralisiert und kaum Chancen zugelassen. Wir waren niemals in Gefahr, in Rückstand zu geraten, und hatten die erste Hundertprozentige im Spiel. Nach der Führung haben wir für 5 Minuten komplett die Ordnung verloren. Alle Lattenschüsse fallen in diese Spielphase, da hatten wir Glück. Und wir haben einen Fehler des Gegners eiskalt ausgenutzt, wie schon gegen Regensburg, Bochum, Dresden. Zum 4. Mal also, ganz stark. Daher bitte nicht nur die eigenen Fehlleistungen (Dick gegen MSV) thematisieren. Wenn man diese Mannschaft realistisch, für unseren schmalen Geldbeutel, verstärken will, dann in der Abwehr. Wer hatte das vor einem Jahr gedacht ?

Starker Auftritt - Glücksgriff Saibene

Wiedermal ein überragender Auswärtsauftritt. Riesen Kompliment für diese Leistung. Und der Sieg ist auch ein großer Verdienst Jeff Saibenes. Er hat wieder einmal die perfekten Personalentscheidungen getroffen und den Sieg eingewechselt. Respekt!!!
Jetzt kleine Pause und dann gegen Düsseldorf wieder so einen Auftritt zeigen. Dann ist auch da alles möglich. Und das hoffentlich auf einer ausverkauften Hütte. Das hat die Manschaft und der Trainer nämlich allemal verdient. Also ich habe mir schon mal ne Karte gesichert.

Positive Entwicklung

Nach dem super Start in die Saison und einem Zwischentief, erleben wir jetzt den wiedererstarkten DSC. Das ist in erster Linie unserem Jeff zu verdanken. Er hat die Truppe einfach im Griff. Durch seine stark leistungsbezogene Aufstellung, sehen wir stets die beste Arminia der Woche. Bitte weiter so!

Alle Achtung Herr Saibene

Der Schiedsrichter hieß heute Jöllenbeck, darum
habe ich den Sieg schon vorausgeahnt.
Hut ab vor diesem Trainer, der zieht seine Linie
knallhart durch. Er schreckt vor keinen Namen zurück und hat ein verdammt gutes Händchen bei den Einwechslungen.

Erstaunlich

Was Herr Saibene aus dieser Mannschaft gemacht hat, ist erstaunlich und nicht hoch genug zu schätzen. Ein Glücksfall für den DSC. 17 Punke am 9. Spieltag, dazu brauchte es in der vergangenen Saison 10 Spieltage mehr. In Nürnberg zu gewinnen ist zudem nicht selbstverständlich. Wenn jetzt noch die unsäglichen Abspielfehler minimiert werden, dürfte der DSC in dieser Verfassung am Ende im oberen Drittel zu finden sein. Und das ist mehr, als man eigentlich erwarten konnte. Ja, es macht wieder Spass, Fan des DSC zu sein. Eigentlich müsste die Alm am nächsten Spieltag gegen Düsseldorf ausverkauft sein. Verdient hätten es die Truppe und dieser sympathische Trainer allemal.

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