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Di., 17.10.2017

Richtig oder falsch? Warum Arminias Trainer Sporar stürmen ließ Saibenes Spagat

Nach 64 Minuten war für Andraz Sporar gegen Düsseldorf Feierabend. Trainer Jeff Saibene wechselte den Stürmer aus.

Nach 64 Minuten war für Andraz Sporar gegen Düsseldorf Feierabend. Trainer Jeff Saibene wechselte den Stürmer aus. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Es las sich zunächst ein wenig wie »Angriff ist die beste Verteidigung«: Andreas Voglsammer, Fabian Klos, dazu noch überraschend Andraz Sporar. Doch was die Aufstellung auf dem Papier versprach, konnte Arminia auf dem Platz nicht halten .

Trotz der nominell drei Stürmer passierte im Zweitligaheimspiel des DSC gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag vorne viel zu wenig. Ist Trainer Jeff Saibenes Experiment mit diesem Angriffs-Trio damit für alle Zeit gescheitert?

So weit wollte der 49-Jährige nach der Partie freilich nicht gehen. Im Hinblick auf die nächste Begegnung am Samstag in Kiel wolle er das Spiel gegen Düsseldorf zunächst in Ruhe analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen. Doch schon jetzt lässt sich sagen: Dass der in dieser Saison mit vier Treffern bislang erfolgreichste Arminia-Stürmer Voglsammer auf dem von ihm schon länger nicht mehr bearbeiteten linken Flügel längst nicht so wirkungsvoll war wie gewohnt, war unübersehbar.

Weil Saibene dem slowenischen Stürmer Andraz Sporar unbedingt zu dessen Startelfdebüt verhelfen wollte , musste er nach dem vorherigen 2:1-Erfolg in Nürnberg einen anderen Offensivakteur opfern. Es erwischte Christoph Hemlein. Der Flügelspieler rutschte auf die Bank, Patrick Weihrauch für ihn von der linken auf die rechte Seite, damit im 4-4-2-System links Platz war für Voglsammer. Dass der DSC mit 0:2 verlor, lag gewiss nicht nur an den Personalrochaden – aber vermutlich auch.

Saibenes Spagat: Dass der Coach Sporars gute Trainingsleistungen und dessen starken, torgekrönten Joker-Auftritt zuletzt in Nürnberg belohnen wollte, ist einerseits nachvollziehbar. Mehr noch: Es ist sogar notwendig, um auch den anderen Reservisten zu zeigen: Seht her, die Tür ins Start-Team ist jederzeit für alle offen.

Saibene wusste um die Risiken

Andererseits wusste Saibene natürlich um die Risiken, die eine derartige Veränderung des zuletzt gefestigten Arminia-Gerüsts mit sich bringen würde.

Bei allem Bemühen der beiden Alteingesessenen: Sporars Sturmpartner Fabian Klos blieb wie Flügelspieler Voglsammer ohne nennenswerten Torabschluss. Neuzugang Sporar war von den Dreien noch der Gefährlichste – zumindest nach der Pause, als er zwei Abseitstore erzielte und in diesen Augenblicken andeutete, warum Saibene ihn im Sommer so gern vom FC Basel ausleihen wollte.

In einer ersten Analyse suchte der Coach die Hauptursache für die wenigen Torabschlüsse übrigens weniger im Sturm als vielmehr dahinter. »In den letzten 30 Metern vor dem gegnerischen Tor fehlte mir die Qualität, die entscheidenden Pässe in die Tiefe, so dass die Stürmer zum Abschluss kommen können. Die Präzision war ungenügend«, kritisierte der Trainer scharf. Worauf er unter anderem abzielte: Die zentralen Mittelfeldspieler Manuel Prietl und Tom Schütz erwischten einen schwachen Tag. Zudem verpufften die vielen Standards wirkungslos und die Flanken waren unpräzise.

So fiel es Klos und Sporar schwer, ihren bisher je zwei Saisontreffern weitere folgen zu lassen. Interessant: Während Klos für seine beiden Tore bisher 807 Einsatzminuten benötigte, reichten Sporar 215. Wer weiß, vielleicht wagt Saibene in Kiel ja nun ein ganz neues Experiment. Eine Startelf mit der Doppelspitze Voglsammer/Sporar gab es in dieser Saison noch gar nicht.

Kommentare

Die Besten

Das allerwichtigste ist das Prinzip Leistung. Wer aktuell den besten Stand hat muss spielen.
Da muss dann auch ein Klos mal für Sporar auf die Bank. Oder auch umgekehrt. Also Jungs immer voll Gas geben. Für einen Stammplatz.

Staude mit Sporar oder Vogl

Vielleicht sollte man wenigstens in den Heimspielen vorne etwas anders spielen. Es fehlt ja auch nach Saibenes Einschätzung daran, die Stürmer gut einzusetzen. Warum nicht Staude in der Yabo-Rolle probieren und davor Sporar oder Vogl als Abschlussspieler bringen? Staude ist zudem als Distanzschütze aus der zweiten Reihe gefährlicher als Klos.

Vielleicht oder auch nicht so ganz jedenfalls oder wie?

"gewiß nicht... abervermutlich auch" - DAS ist doch mal fundiert analysiert. Herzlichen Glückwunsch!

Mal im Ernst: Das Duo Sporar/Klos stand sich doch gegenseitig im Weg. Und Sporarhat offensichtliche Abschlußqualitäten, während Voglsammer auch mal "wühlen" kann. Auf Hemlein scheint der Jeff ohnehin nicht so sehr zu stehen. Und wenn die offensiven Mf-Leute nicht durch die Außenverteidiger abgesichert sind, so fehlt die Balance. Umgekehrt haben aber auch in der Rückwärtsbewegung die Mittelfeldaußen ihre Außenverteidiger nicht unterstützt. Rechts haperte es - aber das weiß man vorher und kann sich drauf einstellen! - an Schnelligkeit, links an Fähigkeit.
Und übrigens war der Gegner das derzeitige Maß aller Dinge in der Liga.

Bin für die Doppelspitze Sporar/Voglsammer!!!

Das wäre die beste Entscheidung in dieser Saison. Klos Tage in der 2.Liga sind gezählt. Als Joker ist er zwar wichtig aber für die erste Elf reicht es nicht mehr. Das hat man schon in der letzten Saison gesehen,dass es ohne ihn besser läuft. Bitte Trainer probieren Sie es aus. Man hat in Nürnberg gesehen was geht mit unsern Aussenspielern und Sporar geht. Und das Voglsammer nicht außen spielen sollte weis man auch schon seit letzter Saison.

4 Kommentare

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