>

Mo., 30.10.2017

Arminia schlägt sich mal wieder selbst – Behrendt für zwei Spiele gesperrt In der (Ergebnis-)Krise

Stinksauer: Kapitän Julian Börner lässt seine Wut über die dritte Niederlage in Folge an einer Trinkflasche aus.

Stinksauer: Kapitän Julian Börner lässt seine Wut über die dritte Niederlage in Folge an einer Trinkflasche aus. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Im Vergleich zum zwölften Spieltag der Vorsaison ist die Situation bei Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld komfortabel. Damals standen ein Sieg und insgesamt nur acht Punkte zu Buche, jetzt sind es fünf Siege und 17 Zähler. Doch nach dem 1:3 (1:2) am Freitagabend gegen den FC Ingolstadt ist auch klar: Der DSC hat eine (Ergebnis-)Krise.

Drei Niederlagen in Folge, das hatte es unter Jeff Saibene (49) noch nicht gegeben. Der Trainer ist seit Mitte März im Amt und musste gegen Absteiger FCI einiges verdauen. »Die Spiele ähneln sich Woche für Woche. Wir betreiben einen großen Aufwand und bestrafen uns dann immer wieder selber durch krasse individuelle Fehler, die uns unglaublich viele Punkte kosten«, kritisierte der Chefcoach.

Drei Niederlagen in Folge für den DSC

So hatte der bis dahin gut spielende Patrick Weihrauch unmittelbar vor der Pause einen Blackout. Sein Rückpass zu Stefan Ortega Moreno geriet viel zu kurz, Ingolstadts Stürmer Stefan Kutschke schnappte sich den Ball und wurde vom DSC-Keeper gefoult. Strafstoß, Tor, 1:2, Pause.

Börner: »Ich glaube, wir sind die Mannschaft mit den meisten individuellen Fehlern, die zu Gegentoren führen.«

Die Szene erinnerte an den ersten Gegentreffer beim 0:4 gegen Duisburg am fünften Spieltag. Da wurde ein Rückpass von Florian Dick zur Vorlage für den Gegner. Das täglich grüßende Murmeltier veranlasste Arminias Kapitän Julian Börner am Freitag zu folgender Aussage: »Ich glaube, wir sind die Mannschaft mit den meisten individuellen Fehlern, die zu Gegentoren führen.« Inklusive der beiden Patzer im DFB-Pokal gegen Fortuna Düsseldorf (1:3 nach Verlängerung) sind es mit dem Weihrauch-Schnitzer nun fünf krasse Fehler solcher Art. Dreimal allerdings profitierten die Bielefelder auch schon von Aussetzern des Gegners: beim 2:1-Siegtreffer durch Andraz Sporar gegen Regensburg, beim Führungstor durch Andreas Voglsammer gegen Bochum (Endstand 2:0) und beim 2:0-Sieg in Dresden , als Dynamos Abwehrchef Sören Gonther patzte und erneut Voglsammer der Nutznießer war.

20 Gegentore hat Arminia insgesamt kassiert. Nur vier Mannschaften haben in dieser Saison mehr bekommen. Elf der 20 Gegentreffer fielen in den sechs Heimspielen. Nur die ersten beiden Partien vor eigenem Publikum konnte der DSC gewinnen (Regensburg und Bochum). Seitdem gab es aus vier Spielen nur noch einen Punkt gegen Heidenheim (1:1), aber drei Pleiten (Duisburg, Düsseldorf und Ingolstadt).

Rote Karte gegen Brian Behrendt diskussionswürdig

Zur Wahrheit der letzten Heimniederlage gehört auch, dass die Rote Karte gegen Brian Behrendt (26. Minute) diskussionswürdig war. Für Saibene war der Platzverweis sogar »ein absoluter Witz. Brian wird ja vorher selbst gefoult«, schimpfte der Luxemburger. Sein Disput mit Schiedsrichter Timo Gerach führte wenige Minuten vor dem Abpfiff sogar dazu, dass der Referee den DSC-Trainer auf die Tribüne verwies. Vom DFB-Sportgericht wurde Behrendt letztlich für zwei Spiele gesperrt. Gegen Aue und Braunschweig wird er dementsprechend fehlen.

Ebenfalls deutlich wurde, dass es den Arminen sowohl bei 11 gegen 11, als auch bei 11 gegen 10 (Gelb-Rot gegen Marcel Gaus, 13.) sowie bei 10 gegen 10 schwer fiel, aus dem Spiel heraus zu Chancen zu kommen. »Uns hat die Kreativität gefehlt, das hat jeder gesehen. Auch der letzte Pass kam nicht«, urteilte Saibene. Und wenn dieser letzte Pass doch mal kam, wurde die Chance vergeben. Wie kurz vor dem 1:2. Florian Hartherz flankte auf Fabian Klos, doch dessen Flugkopfball ging rechts am Ingolstädter Gehäuse vorbei. »Ich muss da das 2:1 für uns machen«, kritisierte Klos sich selbst.

Und der Stürmer ging sogar noch einen Schritt weiter. »Ich leiste nicht, was ich zu leisten im Stande bin. In den entscheidenden Situationen fehlt uns die Durchschlagskraft. Das gilt auch für mich, so ehrlich muss ich sein«, fand der 29-Jährige sehr selbstkritische Wort.

Börner: »Die Niederlage ist bitter und tut weh.«

Seit dem 3:4 in Darmstadt am 17. September wartet Klos auf sein drittes Saisontor. Zuhause hat er noch gar nicht getroffen (außer im Pokal). Für einen wie Klos, seit seinem Start in Bielefeld 2011 in jedem Jahr bester Torschütze, ist das unterer Durchschnitt. Was die Situation für den DSC erschwert: Sturmpartner Voglsammer hat seit dem 20. September kein Tor mehr erzielt. Gegen Ingolstadt kam der bisher vier Mal erfolgreiche Angreifer nicht einmal zu einem Erfolg versprechenden Abschluss. So musste Abwehrchef Julian Börner in die Bresche springen und für das zwischenzeitliche 1:1 sorgen. Beinahe wäre dem 26-Jährigen fünf Minuten vor Schluss auch das 2:2 gelungen, doch sein Flugkopfball landete am Pfosten. Im Gegenzug traf Ingolstadts Sonny Kittel zum 1:3-Endstand. »Das Spiel heute ist symbolisch für die schwierige Phase, die wir derzeit durchlaufen. Die Niederlage ist bitter und tut weh, weil wir nicht schlecht gespielt haben. Es ist eine unangenehme Phase, aber ich bin mir sicher, dass es demnächst wieder besser läuft«, lautete Börners Fazit. Das wird sich am Sonntag in Aue zeigen.

Kommentare

Sollte Saibene vor seinen Ablauf des Vertrages gehen, dann bitte im Doppelpack: Saibene und Arabi.
Wahrscheinlich bekommen wir für Arabi noch ein paar cent.

Jeffpot !

Wie sagte Saibenen neulich noch? Wenn es für Rump Ablöse gäbe, würde er ihn nach München bringen.
Selbiges sollte auch für den Jeff gelten, wenn Werder ruft.
Arminia brächte es Geld und dem Jeff die große Chance auf Bundesliga. Sollte Arminias wieder wie beim Ingo- Spiel in alte Muster zurückfallen, so wäre es eh fraglich, ob der Jeff hier die Saison übersteht.

Und ja, wirtschaftlich ist Arminias nicht eben bestens aufgestellt: Desto mehr aber ist es notwendig, das Geld sinnvoll auszugeben statt Ladenhüter mit Langzeitverträgen zu beglücken.

Saibene zu Werder ?

Saibene zu Werder, wenn die Ablöse stimmt,
warum nicht? Es gibt noch genug andere gute
Trainer. Unser Hauptproblem ist und bleibt Herr Arabi, der müßte dringend beurlaubt werden.
Sein Nachfolger hätte allerdings eine sehr schwere
Aufgabe allein um die vielen Ladenhüter mit
Langzeitvertägen auszusortieren.
Da er aber weiter Rückendeckung vom
Präsidium genießt, wird sich hier nichts ändern.

Krieg und Frieden

Leute, wenn der Hund nicht geschi.... hätte, hätte er einen Hasen gefangen. Wem hilft diese Schlechtrechnerei. Wenn wir den Bayern alle Duselsiege abziehen würden, wären sie auch schon in der 2. Liga.
Fakt ist, Klos bemerkt mittlerweile schon selbst, das er nicht sticht. Vogelsammer ist gut, aber kein Torjäger. Sporar ist lieber ein Star. Brandy und Quaschner allenfalls 3.Wahl. Ein schneller und torgefährlichen Mittelfeldspieler, wie Yabo fehlt. Daher fehlt der letzte Pass und unser Spiel endet am Gegnerischen 16er.
Jetzt kann man auf Gott und die Welt schimpfen. Die Realität sieht aber anders aus. Die Mannschaft wurde nach dem klammen Geldbeutel zusammengestellt. Somit sind wir immer noch im Soll. Es geht hier immer noch nur um den Klassenerhalt. Und den wird es am Ende auch geben.

Gehen Sie nach Bremen

Bitte, bitte, Herr Saibene, versuchen Sie, den Job in Bremen zu kriegen, und bitte nehmen Sie den Arabi mit. Es ist Ihre Chance, auf die Sie gewartet haben. Und es ist Arminias Chance , um unter Rump wieder ins Fahrwasser zu kommen. Bitte, tun Sie alles dafür

Verbesserung

Undertaker vergaß das sehr glückliche Dresdenspiel . Bis zum 0:1 von Vogelsammer ,nach einem Geschenk von Dresden , hatte keine Mannschaft einen Punkt verdient . 0 Torchancen bis dahin. Wie gesagt sehr sehr glücklich .

Die Wahrheit ist viel schlimmer!!

Wenn man ganz ehrlich ist und alles neutral sieht,sind wir nicht mehr weit vom Abstieg entfernt. Ja wir haben 17 P. auf dem Konto. Aber wenn man die 2 von Regensburg und die 3 von Nürnberg abzieht bleiben nur noch 12 über. Gegen Union Berlin haben wir auch nur mit vieeeel Glück einen geholt. Eigentlich haben wir nur 11 P. auf dem Konto und damit wären wir mitten drin im Abstiegskampf. Mehr gibt die Mannschaft nicht her. Als Saibene gekommen ist hat er das einzig Richtige gemacht und Klos auf die Bank gesetzt. Das erwarte ich jetzt auch,ohne wenn und aber!!!!! Leider fehlt uns Yabo,mit ihm würden wir auch wieder Fußball sehen

7 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5255559?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F