>

Do., 02.11.2017

In der 2. Liga macht keiner mehr spielentscheidende Fehler als der DSC Zu oft zu fahrlässig

Nils Teixeira und seine Kollegen leisten sich zu viele individuelle Fehler – ganz zur Freude der Gegner.

Nils Teixeira und seine Kollegen leisten sich zu viele individuelle Fehler – ganz zur Freude der Gegner. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer

Bielefeld (WB). Verlieren ist das eine. Immer wieder wegen grober Fahrlässigkeit zu verlieren das andere. Kein weiterer Zweitligaklub leistet sich so viele individuelle Fehler , die direkt zu Gegentoren führen, wie Arminia Bielefeld.

Man spürte es: Auch fünf Tage nach dem Abpfiff wurmte das 1:3 gegen den FC Ingolstadt Jeff Saibene immer noch mächtig. »Es steht 1:1, wir haben das Spiel im Griff und dann spielen wir so einen Rückpass«, blickte Arminias Trainer verärgert zurück auf die womöglich spielentscheidende Szene am vergangenen Freitag. Patrick Weihrauch hatte den Ball kurz vor der Pause viel zu lasch in Richtung Torwart Stefan Ortega gespielt. Ingolstadts Stefan Kutschke ging dazwischen, Ortega holte den Angreifer von den Beinen, Elfmeter, Kutschke verwandelte zum 2:1 für die Gäste.

Zwar leisteten die Mitspieler sofort seelische Aufbauhilfe bei Weihrauch. Den Rückstand konnten die Arminen allerdings nicht mehr aufholen. Und mal wieder war damit der Ausgangspunkt für eine Niederlage ein individueller Fehler . »Es ist Fakt: Wir sind die Mannschaft mit den meisten individuellen Fehlern, die zu Toren führen. Bei uns sind es bislang zehn. Im Vergleich: Aue hat so ein Tor kassiert, Kiel eins, Braunschweig keins. Das sind spielentscheidende Szenen«, kritisiert Saibene und ergänzt: »Das ist Wahnsinn, das müssen wir abstellen. Die Spiele sind alle auf Augenhöhe. Die Mannschaft, die die meisten Fehler macht, verliert.«

Börner wird laut im Training

Da viel reden bekanntlich helfen soll, legte Saibene in der Gesprächen der vergangenen Tage genau auf diese Problematik den Fokus. Dennoch musste der 49-Jährige am Mittwoch im Trainingsspiel eine Szene mit ansehen, die sich exakt so in einer Zweitligapartie mit Bielefelder Beteiligung hätte abspielen können. Nach einem schlechten Rückpass von Florian Hartherz kommt die Defensive ins Straucheln, verliert den Ball und kassiert ein Tor. Kapitän Julian Börner ließ Hartherz anschließend mit mächtig Wut im Bauch lautstark stramm stehen. Und auch der Coach war wenig amüsiert: »Das haben wir thematisiert. Das war dasselbe wie in manchen Spielen. Und wir reden seit drei Tagen darüber.«

Immerhin die knallharte Börner-Reaktion gefiel Saibene. Und sie zeigte, dass der DSC aktuell wohl den rauen Ton braucht, um hellwach zu sein und den sich einschleichenden Trott der vergangenen Wochen abzuschütteln.

Saibene zieht die Zügel an

Helfen soll dabei vor dem Spiel beim FC Erzgebirge Aue am Sonntag (13.30 Uhr) ebenso ein neuer Trainingsplan. Trotz einer langen Woche war nur der vergangene Sonntag frei. Dienstag und Mittwoch setzten Saibene und sein Trainerteam sogar zwei Einheiten pro Tag an – die Zügel wurden angezogen. »Das haben wir durchaus bewusst gemacht. Man kann nicht alles so laufen lassen«, begründete Jeff Saibene die Steigerung der Trainingsumfänge nach drei Niederlagen in Serie.

Bis Donnerstag fehlte Brian Behrendt, nach seiner Roten Karte im Spiel gegen Ingolstadt für zwei Spiele gesperrt, im Training. Der 26-Jährige war wegen Magenproblemen krank geschrieben. Am Mittwochmorgen musste Patrick Weihrauch die Einheit mit einem Pferdekuss vorzeitig abbrechen. Bei der regenerativen Nachmittagseinheit war Weihrauch wieder dabei.

Kommentare

Individuelle Qualität

Individuelle Fehler entstehen letztlich aus der individuellen Qualität. Ist diese nicht ausreichend, dann schleichen sich solche Fehler ein. Ganz einfach eigentlich. Es rächt sich also wieder, dass man seit zwei Jahren nicht erkannt hat, dass der Defensivbereich nur bedingt zweitligatauglich ist. Hartherz, Dick, Texeira, Behrendt sind allesamt nur maximal als durchschnittlich einzustufen. Börner und Salger stehen etwas mehr über dem Strich. Weihrauch ist kein echter Verteidiger, sondern hat seine Qualitäten in der Offensive. Warum seit zwei Jahren permanent die Offensive personell aufgestockt wird, das bleibt wohl das Geheimnis von Samir Arabi. Das beide Außenverteidigerpositionen zu schwach besetzt sind kann jeder Stadionbesucher sehen - und zwar in fast jedem Spiel. Wann sieht das Herr Arabi?

Mal so, mal so

Vor kurzem noch die unangefochtenen Laufwunder der gesamten Liga. Jetzt die größten Fehlerteufel. Gut das Jeff jetzt mehr trainieren lässt.

2 Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5259768?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2536432%2F