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So., 05.11.2017

Stürmer trifft in der Nachspielzeit zum 1:1 in Aue – Börner sieht fünfte Gelbe Karte Voglsammer rettet Arminia

Der verdiente Lohn nach einer guten zweiten Halbzeit: Andreas Voglsammer (links) zieht ab und trifft in der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand in Aue.

Der verdiente Lohn nach einer guten zweiten Halbzeit: Andreas Voglsammer (links) zieht ab und trifft in der Nachspielzeit zum 1:1-Endstand in Aue. Foto: Thomas F. Starke

Von Sebastian Bauer und Dirk Schuster

Aue (WB). Arminia Bielefeld hat in der Nachspielzeit die vierte Pleite in Folge gerade noch abgewendet. Der Fußball-Zweitligist holte am Sonntag beim 1:1 (0:1) in Aue verdient einen Punkt. Andreas Voglsammer erzielte in der 91. Minute den viel umjubelten Ausgleich für den DSC.

Lange bewegte sich das Geschehen in der ersten Halbzeit auf unterem Zweitliganiveau – wenn überhaupt. Haufenweise Fehlpässe und Unzulänglichkeiten kennzeichneten die Partie zweier ganz biederer Mannschaften.

Den Bielefeldern war nach zuvor drei Niederlagen in Serie die Verunsicherung deutlich anzumerken. Den Ostwestfalen mangelte es akut an Selbstvertrauen, offensiv gelang ihnen trotz der Hereinnahme von Stürmer Andraz Sporar (Fabian Klos saß stattdessen nur auf der Bank) so gut wie nichts.

Immerhin ließ die Abwehr um den lange Zeit starken Julian Börner wenig bis gar nichts zu, sodass es auf ein torloses Remis zur Pause hinauslief.

Handspiel Börner; Elfmeter Aue – 0:1

Vier Minuten vor dem Halbzeitpfiff dann fast die Führung für den DSC. Doch den starken 17-Meter-Schuss von Keanu Staude lenkte Torwart Martin Männel famos über die Latte.

Ganz und gar nicht famos war, wie sich Kapitän Börner dann Sekunden vor der Pause verhielt. Bei einem Freistoß der Auer geriet der Abwehrchef im Strafraum ins Straucheln, riss den Arm hoch und traf im Fallen den Ball – Elfmeter. Eine klare Angelegenheit, auch wenn Börner und die übrigen Arminen es nicht wahrhaben wollten. Mario Kvesic nahm das Geschenk an und traf trocken per Strafstoß zum 1:0 für Aue.

Männel immer wieder zur Stelle

Was die Arminen im ersten Abschnitt versäumten, wollten sie im zweiten mit aller Macht nachholen. Jetzt spielte im Erzgebirgsstadion fast nur noch die Elf von Trainer Jeff Saibene . Großchancen ergaben sich reihenweise.

Doch immer wieder warf sich Aues Schlussmann Martin Männel in die Aktionen. Der Kultkeeper der Veilchen avancierte zum besten Mann auf dem Feld. Mit seinen Paraden brachte er Andreas Voglsammer (58.), Börner, Florian Hartherz (beide 68.) und dann auch Staude (71.) schier zur Verzweiflung.

Man fragte sich bloß: Warum gingen die Gäste vor den 7500 Zuschauern eigentlich nicht schon in der ersten Halbzeit so entschlossen zur Sache?

Erst Pfosten-Glück, dann grenzenloser DSC-Jubel

Sieben Minuten vor dem Ende vergab der eingewechselte Sören Bertram dann den Matchball für Aue. Sein Schuss nach einem schnellen Konter landete am Pfosten. Stattdessen traf Arminia doch noch.

Voglsammer versenkte nach einer Kopfballverlängerung des eingewechselten Fabian Klos den Ball zum verdienten 1:1-Endstand (90.+1) in Männels Maschen. Es war das fünfte Saisontor des Angreifers – und ein so wichtiges.

Bitter für Bielefeld: Kapitän Börner sah seine fünfte Gelbe Karte in dieser Saison und wird das nächste Spiel gegen Braunschweig (Freitag, 17. November, 18.30 Uhr Schüco Arena) verpassen. Damit fehlt neben dem ebenfalls gesperrten Brian Behrendt dann schon der zweite Innenverteidiger.

Statistik

Aue: Männel – Cacutalua, Kalig, Wydra, Rapp, Kempe (87. Hertner) – Tiffert, Fandrich (63. Bertram) – Riese, Kvesic (74. Strauß), Köpke

Bielefeld: Ortega Moreno – Weihrauch, Börner, Salger, Hartherz – Hemlein (62. Quaschner), Kerschbaumer, Schütz, Staude (84. Putaro) – Sporar (72. Klos), Voglsammer

Schiedsrichter: Christof Günsch (Marburg)

Zuschauer: 7500

Tor: 1:0 Kvesic (45.+1, Handelfmeter), 1:1 Voglsammer (90.+1)

Gelbe Karten: Rapp, Männel / Kerschbaumer, Salger, Börner, Voglsammer

Kommentare

Handspiel

Hatte das Handspiel ( gewollt oder ungewollt ) noch vergessen .
Die Passivität der Mannschaft deutet auf einen Machtkampf mit der Vereinsführung hin .
Das Thema Siegprämien . Die Uhren ticken auf beiden Seiten falsch .
Fußballspielen kann man nicht von Heute auf Morgen verlernen . In der Vorsaison ging in den Rumpspielen
und unter Saibene die Post ab . Warum jetzt nicht mehr ?

Keine Technik

Das ist jetzt der absolute Gau. Weihrauch als Verteidiger, das heißt auch, das Mittelfeld aufgeben. Das hat man ja in der 1.Halbzeit deutlich gesehen. In der 2.Halbzeit haben sie von Ihrer Kondition profitiert. Für mich ist der Trainer ganz klar der Schuldige. Er schafft es nicht, den Spielern ein ordentliches Passspiel beizubringen.Stattdessen lernen die scheinbar die Rückpässe zum Torwart. Wieder geschätzte 150 Rückpässe, oft sogar aus der Auer Hälfte, weil denen nichts einfällt. Statt eine gefährliche Flanke vors Tor lieber einen 50 m Rückpass. Warum nicht Klos mit Sporar, Klos ist ganz klar der bessere gegenüber Voglsammer. Vor allem was die Mannschaftsdienlichkeit anbelangt.

Eine ruhige Saison wird es.
Einstelligen Tabellenplatz haben wir ja ( noch).

Braunschweig wird mit 6:0 wieder Heim geschickt.
Dann haben wir schon 21 Punkte.

Klos ist dann wieder Käptn.
Egal, bei vier ausstehenden Spielen sollte man schon mit 19 Punkten zufrieden sein, falls es klappt.

Wir haben ja einen Klasse Vorstand, einen super Aufsichtsrat, einen Präsidenten der den Aufstieg schon sieht.
Da haben wir noch einen Trainer Namens Saibene. Stimmt, da läuft noch einer herum, der für die Spieler zuständig ist. Weiß nicht mehr dessen Namen. Schickt den in die Wüste oder wieder nach Aachen zurück!


Na ja.

Wer denn geglaubt hat, die Arminen hätten die Zeit genutzt und im Training das Passspiel geübt, sah sich getäuscht.Immer lange Bälle nach vorn, die wegen der technischen Mängel selten behauptet werden können Die 1. Hälfte war ein Spiel zum Abgewöhnen. Man fragt sich, warum nicht mehr Ehrgeiz gezeigt wird. Der ist auch erforderlich, wenn man sich fußballerisch weiterentwickeln möchte. Offenbar sind die meisten Spieler mit dem zufrieden, was sie an Leistung auf dem Platz abliefern. Da hat doch der Voglsammer mal wieder das Tor getroffen. Erstaunlich wenn man bedenkt, wie wenig Ballgefühl er zu entwickeln vermag. Wo ist bloß der Spieler, der sich mal traut, in den 16'er zu dribbeln, um dort, oder kurz davor, mal ein Foul zu provozieren ? Fehlanzeige. Immer aus der 2. Reihe draufhalten und im Regelfall den Gegner treffen. Fürchterlich ! Eine Truppe ohne Leidenschaft. Schade.

75 % reichen nicht

Es reichte wieder nicht . Wieder nur 75% Einsatzbereitschaft .
Hemlein Staude waren Totalausfälle . In der rechten Verteidigerposition ist Weihrauch verschenkt . Er kann seine Kreativität nicht zur Geltung bringen .
Vogelsammer in vielen Situationen viel zu eigensinnig. Sah öfter den besserstehenden Sporar nicht .Gewollt oder ungewollt .
Die Mannschaft spult ihr Programm einfach ab . Warum nur ?
Mit 100% Kampf und Einsatzbereitschaft waren locker 3Punkte machbar .
Nur mit angezogenerHandbremse gewinnt man keine Spiele .
Der Ausgleich kam Einigen auch ungelegen .

Ein Punkt, ein Tor

1. Hälfte ein trister Albtraum. Dann gab's Pech und einen depperten 11er. Fussball zum abgewöhnen.
2. Hälfte ein kämpferischer Auftritt. Es muss wohl ein Halbzeitgewitter gegeben haben. Unser Tor kam aber leider viel zu spät.
Ansonsten hat mir der eingewechselte Klos deutlich besser gefallen wie der ausgewechselt Sporar. Und Jeff, bitte in der kommenden Woche Ecken und Freistöße trainieren lassen.

6 Kommentare

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