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Mi., 22.11.2017

Arminia kassiert zu viele Tore Arabi legt den Finger in die Wunde

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi gefiel die Mentalität der Arminen zu Saisonbeginn. Jetzt sieht er Luft nach oben.

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi gefiel die Mentalität der Arminen zu Saisonbeginn. Jetzt sieht er Luft nach oben. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Vier Spieltage lang punktete Arminia Bielefeld in dieser Saison wie ein Aufsteiger – seitdem aber wie ein Absteiger. Fragt sich: Warum kommt die Mannschaft nicht mehr an ihr Limit?

Zehn Zähler hatte Bielefeld in den ersten vier Partien gesammelt – Platz vier! Und dann? Kamen in zehn Spielen nur noch neun Punkte hinzu. Eine alarmierende Ausbeute, angesichts derer der aktuell neunte Tabellenplatz beinahe ein bisschen trügerisch wirkt.

Die Ostwestfalen zehren noch immer von ihrem überraschend starken Start, bei dem sie gewiss ein wenig über ihre Verhältnisse gepunktet haben. Niemand konnte ernsthaft erwarten, dass die Arminen um den Aufstieg mitspielen würden. Doch wenn sie noch lange zehren, dann ist der Vorrat womöglich bald aufgebraucht.

Arabi wird deutlich

Bei allem Spielglück in der Frühphase der laufenden Serie wirkte es doch auch so, als hätte die Mannschaft die Mentalität, mit der sie im Endspurt der Vorsaison den Ligaverbleib gesichert hatte, mit in die neue Spielzeit genommen. »Zu Saisonbeginn waren die Spieler sehr fokussiert, haben gepaddelt, gekratzt, gebissen mit allem, was sie hatten, weil sie eine Situation wie beim Saisonfinale im Mai in Dresden bloß nicht noch einmal erleben wollen«, sagt Samir Arabi. Und heute? »Wird es schleunigst Zeit, dass wir zu dieser absoluten Fokussierung zurückfinden«, verlangt der Sport-Geschäftsführer deutlich .

Genau wie Trainer Jeff Saibene ist auch Arabi negativ aufgefallen, dass die Spieler zuletzt zu oft die letzte Konsequenz vermissen lassen. »Wir haben in unseren Spielen immer wieder sehr unterschiedliche Phasen. Das war sowohl zuletzt gegen Braunschweig (2:2) als auch zuvor in Aue (1:1) so. Die Schwankungen sind enorm.«

Und nun kommt das Spiel in Kaiserslautern. Durch ihren Erfolg am Montag in Dresden (2:1) sind die Pfälzer wieder im Geschäft. Und wissen genau: Mit einem weiteren Sieg am Sonntag gegen Bielefeld (13.30 Uhr, Fritz-Walter-Stadion) können sie den Kreis der Kellerkandidaten bis nach Ostwestfalen ausweiten. Ein gefährliches, ein wichtiges, ein richtungsweisendes Spiel für den DSC, bei dem Arabi eine konstante Leistung über 90 Minuten sehen will: »Unser Trainer hatte im Sommer zu Recht von den Spielern gefordert, dass sie mutig, dass sie aufsässig sein sollen. Wir wollen aktiv sein und wir wollen nach vorn spielen. Aber die Basis von allem war, ist und bleibt eine stabile Defensive. Wir müssen wieder dahin kommen, unser eigenes Tor mit allen Spielern und allen Mitteln zu verteidigen.«

20 Gegentreffer in letzten zehn Spielen

Worauf der 38-Jährige abzielt, ist klar: 20 Gegentreffer in den letzten zehn Spielen sind erheblich zu viele. In Kaiserslautern kehren die zuletzt gesperrten Innenverteidiger Julian Börner und auch Brian Behrendt zurück, weshalb Henri Weigelt nach seinem ansprechenden Debüt gegen Braunschweig wieder auf die Bank rückt. Ob es den Arminen gelingen wird, gut zwei Monate nach dem 2:0 in Dresden mal wieder ohne Gegentor zu bleiben?

Seit fünf Spielen sind die Ostwestfalen schon sieglos, der Vorsprung auf Relegationsrang 16 ist auf fünf Zähler geschrumpft. Wohlwollend betrachtet ist immerhin der Trend positiv. Auf drei Niederlagen folgten zuletzt zwei Remis. Allerdings zwei ausgesprochen glückliche, weil äußerst späte. Beim 1:1 in Aue war es die Nachspielzeit, beim 2:2 gegen Braunschweig die 90. Minute.

Am Sonntag in Lautern wäre ein Remis schon einiges wert. Doch um den Vorsprung auf die verbotene Zone dauerhaft zu wahren und den starken Eindruck vom Saisonstart nicht noch mehr verklären zu lassen, helfen nun mal nur Siege. Der bislang letzte, ein 2:1 in Nürnberg, datiert vom 30. September. Eine kleine Ewigkeit.

Kommentare

Kritik berechtigt

Arabis Kritik ist berechtigt. Die Mannschaft stellt regelmäßig nach einer frühen Führung das Spielen ein.
Kassiert dann Gegentore und manchmal reicht es am Ende (Aue,BS) noch zum Punkt.
Es mangelt ganz offensichtlich an Kondition, Konzentration und Wille.
Das darf, nein muss Herr Arabi ruhig ansprechen.
Seine Einkaufspolitik ist ein anderes Thema. Die angesprochenen Eigenschaften kann man aber von JEDEM Spieler erwarten.

Arabi haette dazu beitragen koennen...

So so, Herr Arabi stellt fest: "Aber die Basis von allem war, ist und bleibt eine stabile Defensive."
Da frage ich doch mal ganz provokativ warum Sie keine starken Leute fuer die Abwehr verpflichtet haben, besonders grosse Innenverteidiger?
Warum haben wir 5 Stuermer und keiner trifft (mit Abstrichen Voglsammer)?
WIe kann es sein, dass uns ein kleiner Drittligist vom hohen Norden zeigt, wie es geht?
Wie kann uns ein weiterer 0:4 zu Hause abschiessen und vor uns stehen?
Dazu ein Sandhaufen, der uns gefuehlt 10Jahre vormacht wie 2.Liga geht.

Ne, ne Kritik sollte bestimmt nicht von IHNEN kommen.

10 Kommentare

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