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So., 26.11.2017

2:0 in Kaiserslautern: Arminia gewinnt erstmals seit Ende September Die Sieglosserie endet

Andreas Voglsammer bejubelt seinen Treffer zum 1:0.

Andreas Voglsammer bejubelt seinen Treffer zum 1:0. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster und Sebastian Bauer

Kaiserslautern (WB). Arminia Bielefeld hat das Siegen doch noch nicht verlernt: Mit dem 2:0 (1:0)-Erfolg) beim 1. FC Kaiserslautern hat der DSC seine seit Ende September (2:1 in Nürnberg) anhaltende Sieglosserie beendet.

Auf dem Betzenberg überraschte DSC-Trainer Jeff Saibene im Duell mit seinem luxemburgischen Landsmann und FCK-Coach Jeff Strasser personell. Erstmals stand Leandro Putaro, der gegen Braunschweig das späte 2:2 erzielt hatte , in der Startelf.

Während der 20-Jährige die rechteMittelfeldseite bearbeitete, lief Konstantin Kerschbaumer statt im zentralen Mittelfeld links auf. Patrick Weihrauch musste dafür auf die Bank, Keanu Staude fehlte verletzt. Wie erwartet ersetzte Julian Börner den jungen Henri Weigelt (19) in der Innenverteidigung.

Und es ging schwungvoll los im Fritz-Walter-Stadion. Zwei Minuten waren gespielt, als ein Pass von Fabian Klos freistehenden Andreas Voglsammer vorm Tor nicht erreichte - der Armine hätte freie Bahn aufs Tor gehabt. Die hatte auch Lukas Spalvis. Sein Schuss aus elf Metern endete aber bei Arminias Schlussmann Stefan Ortega Moreno , der stark parierte (9. Minute).

Voglsammer trifft zum 1:0

Was sich anschließend abzeichnete: trotz des guten Starts wirkten die Lauterer plötzlich überfordert mit der Aufgabe. Die Situation als Schlusslicht machte keine Beine, sondern schien zu lähmen. Kaum ein Angriff hatte nach Spalvis’ Chance einen Effekt. Dafür setzten die Arminen Akzente: erst durch Voglsammer (22.), dann durch Putaro (23.). Was bis dahin neben oder über das Tor ging, traf wenig später ins Ziel. Einen Abschlag von Ortega nahm Voglsammer an. Die beiden Lauterer Verteidiger Phillipp Mwene und Stipe Vucur betätigten sich nur als Statisten. Voglsammer war durch und schloss aus 16 Metern zur Führung ab (27.) - das sechste Saisontor des Angreifers.

Direkt nach dem Wiederanpfiff hätten die Gäste nachlegen können. Einen Kopball von Manuel Prietl fischte FCK-Keeper Marius Müller aus der Luft (48.). Nicht nur die Chancen, eigentlich alles sprach zu diesem Zeitpunkt für den DSC: mehr Ballbesitz (57 zu 43 Prozent), die bessere Zweikampfquote (54 zu 46 Pronzent) und die besser Passquote (74 zu 71 Prozent).

Lautern erhöht den Druck – Arminia trifft

Erst jetzt trauten sich die Lauterer so langsam aus der Deckung. Das führte zwar nicht zu klaren Chancen, aber immerhin zu mehr Präsenz auf dem Platz. Gefährlich ran ans Tor des Gegners kamen dennoch nur die Arminen. Erst durch einen Distanzschuss von Voglsammer (57.). Kurz darauf bei einem Angriff, als Julian Börner den letzten Pass aber viel zu ungenau und ins Leere spielte (58.).

Die Pfälzer erhöhten den Druck jetzt immer mehr, wirklich zwingend wurde es trotzdem nicht. Das nächste Riesending gehörte stattdessen wieder den Arminen. Eine Kopfballverlängerung des eingewechselten Sören Brandy fiel Klos im Strafraum auf den Fuß. Statt des Tores traf der seit Monaten glücklose Stürmer (zwei Saisontore, letzter Treffer am 16. September) aber nur den Torwart (76.).

Jeff Saibene war nicht entgangen, dass seine Mannschaft mittlerweile immer mehr Probleme hatte, sich zu befreien. Der Trainer wählte deshalb die Methode Absicherung: für Stürmer Fabian Klos brachte der Luxemburger Verteidiger Brian Behrendt. Zwar ließ der Lauterer Druck nicht nach, aber die DSC-Defensive blieb dennoch dicht. Und schließlich machten die Gäste den Deckel drauf: Einen Konter schloss Konstantin Kerschbaumer in der Nachspielzeit zum 2:0 ab (90.+5).

Kaiserslautern : Müller - Mwene, Vucur, Ziegler, Abu Hanna - Seufert (58. Shipnoski), Moritz (84. Müsel) - Borrello (74. Atik), Halfar - Spalvis, Andersson

Bielefeld: Ortega - Dick, Börner, Salger, Hartherz - Putaro (70. Weihrauch), Prietl, Schütz, Kerschbaumer - Voglsammer (76. Brandy), Klos (84. Behrendt)

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 20.464

Tore: 0:1 Voglsammer (27.), 0:2 Kerschbaumer (90.+5)

Gelbe Karten: Borrello / -

Der 15. Spieltag im Überblick

Freitag, 24.11.2017:

1. FC Union Berlin - Darmstadt 98 3:3 (1:0)

SV Sandhausen - 1. FC Heidenheim 1:2 (1:0)

Samstag, 25.11.2017:

Eintracht Braunschweig - 1. FC Nürnberg 2:3 (1:1)

Holstein Kiel - FC Ingolstadt 04 0:0

Jahn Regensburg - MSV Duisburg 4:0 (3:0)

Sonntag, 26.11.2017:

SpVgg Greuther Fürth - FC St. Pauli 4:0 (2:0)

1. FC Kaiserslautern - Arminia Bielefeld 0:2 (0:1)

Erzgebirge Aue - VfL Bochum 1:1 (1:1)

Montag, 27.11.2017:

Fortuna Düsseldorf - Dynamo Dresden 20.30

 

 

Kommentare

Enge Verhältnisse

Das waren drei wichtige Punkte mit denen ich ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte. 4 Punkte auf Platz 3 und 4 Punkte zu den Abstiegsrängen. Man befindet sich zwischen Baum und Borke. Es war vielleicht ein eher schwacher Gegner - ich zähle den FCK ganz klar zum Auslaufmodell und Absteiger - doch deshalb war der Sieg ja trotzdem nicht leicht zu holen. Die kämpfen doch inzwischen auch mit Allem gegen den Fall in die 3.Liga. Ohne diese drei Punkte wären Heidenhein usw. noch dichter an Arminia herangerückt und es gilt nun, vor der Winterpause noch ein paar Pünktchen zu sammeln. Vielleicht ja schon gegen St.Pauli vor hoffentlich großer Kulisse. Der von mir bereits abgeschriebene Putaro scheint ja doch noch seine Chance zu suchen. Ich würde es ihm und dem Club wünschen. Er ist ein junger Spieler mit sicherlich viel Potenzial, das er leider bisher nicht allzu oft gezeigt hat. Doch der Coach scheint ihn ja offenbar an der Ehre gepackt zu haben. Für mich war es jedenfalls ein Sieg, der die Nerven beruhigt hat.

Leute, ist das euer Ernst? Wir haben einen wichtigen Sieg errungen und ihr meckert, dass der glücklich war oder spielerisch nicht ganz sauber? In 2 Tagen interessiert es niemanden mehr, wie der Sieg zustande gekommen ist, ob glücklich oder unglücklich, gut oder schlecht gespielt, ist egal, wir haben die 3 Punkte und das ist, was zählt. Mir ist es lieber, 5 mal schlecht zu spielen und zu gewinnen, als 5 mal gut zu spielen und nur Niederlagen zu kassieren. Solche Probleme, wie wir haben, hätten viele andere gerne.

Gibt nix zu meckern....

Gewonnen. Platz 3 nur vier Punkte entfernt. Belegt von Nürnberg, die wir schon (auswärts) besiegt haben! Fazit: Trotz beschränkter finanz.Mittel, versuchen sich im Winter noch gezielt zu verstärken.
Dann ist alles möglich.

Ob schön oder schlecht...

..... gespielt ist mir doch Wuppe! Drei Punkte sind eingefahren worden gegen den Abstieg. Ist meine persönliche Auffassung. 22 Punkte sind verbucht was will man mehr, ausser um noch weitere 6 Punkte mit Glück auf unseren Punktestand zu verbuchen! Auf einen schönen Wochenanfang!

Wie war es vor einem Jahr ?

Vor einem Jahr forderte fast jeder Kritiker in jedem Spiel einen "schmutzigen" Sieg. Wir sollten mit diesem "schmutzigen" Sieg zufrieden sein und nicht alles zerreden, insbesondere nicht nach einer längeren Serie ohne Sieg !

Mühevoller Pflichtsieg bei sicherem Absteiger

Ich habe eine 1. Halbzeit zum Abgewöhnen gesehen. Arminia war besser, aber eben besser als eine gefühlte Regionalliga-Truppe. In der 2. Halbzeit musste Arminia kämpferisch alles bringen, um gegen einen verbesserten, aber limitierten Gegner die Oberhand zu behalten. Viel zu selten gab es Entlastungsangriffe. Verdienter Sieg, aber nur mit Blick auf Kampf und Willen ein Schritt voran. Man kann hoffen, dass das Erfolgserlebnis der Mannschaft Sicherheit zurückgibt. Die Basis dafür, dass man auch spielerisch und vom Pressingverhalten wieder an die besten Zeiten unter Saibene anknüpfen kann.

Ich bitte Sie

Beutelipper, Sie müssen nicht immer alles so negativ sehen. Freuen Sie sich über einen Sieg, der mehr als verdient war. Mit Missstimmung kommen wir nicht weiter. Sie sind als Vorbild gefordert, konnten diesem Anspruch in den letzten Wochen aber nur selten gerecht werden. Also bitte, gegen St. Pauli und hier was gegen die Depression einwerfen und Hoffnung versprühen. Sonst können Sie Ihre Tastatur hier einpacken und im Kita Blog bloggen. Danke.

So ist es...

Wir konnten heute eine taktische Superleistung erleben. Das 4-4-2 wurde sehr gut umgesetzt.
In der ersten Hälfte, offensiv spielbestimmend. In der zweiten Hälfte defensiv gefordert mit Kontermöglichkeiten. Als der Druck zunahm wurde weiter kontrolliert verteidigt. Man hatte den zugegeben schwachen Gegner gut im Griff.
Der Aufwärtstrend der letzten Wochen war deutlich zu erkennen.
Was unbedingt verbessert werden muss ist, echte Chancen aus Überlegenheit zu kreieren. Es wird vieles nicht konsequent zu Ende gespielt.
Das wird gegen stärkere Gegner zu ernsthaften Problemen führen.
Die Ausgeglichenheit der Liga ist zur Zeit auch in der Tabelle abgebildet. Wer 2x verliert ist im Abstiegkampf. Also bitte, weiter üben. DANKE.

9 Kommentare

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