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Di., 09.01.2018

Arminia-Trainingslager, Tag 1: Arabi erklärt, warum der Torjäger bleiben muss – Ingolstadt hartnäckig Voglsammer nicht zu ersetzen

Ankunft in Spanien: Die Arminen Andreas Voglsammer (rechts) und Tom Schütz schlendern durch den Flughafen in Valencia.

Ankunft in Spanien: Die Arminen Andreas Voglsammer (rechts) und Tom Schütz schlendern durch den Flughafen in Valencia. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Benidorm (WB). Mit ein wenig Verspätung ist der Eurowings-Flug EW 9538, der die Bielefelder Arminen in ihr Trainingslager an der spanischen Costa Blanca gebracht hat, Montagnachmittag in Valencia gelandet. Mit an Bord war auch Andreas Voglsammer.

Der vom FC Ingolstadt umworbene Stürmer mochte sich zu den Absichten des Zweitligakonkurrenten, ihn in diesem Winter zu verpflichten, zwar nicht persönlich äußern. Dafür meldete sich Sport-Geschäftsführer Samir Arabi zu Wort. Und beruhigte die DSC-Fans. Zumindest fürs Erste.

»Andreas Voglsammer wird in der Rückrunde für Arminia Bielefeld auflaufen«, machte der 38-Jährige deutlich. Gleichzeitig bestätigte Arabi einen Exklusivbericht dieser Zeitung, demzufolge die Ingolstädter eine Millionenofferte für Voglsammer abgegeben haben.

Angebot über 1,3 Millionen Euro

»Uns liegt ein Angebot des FCI vor«, sagte Arabi. Die Rede ist von 1,3 Millionen Euro, die der Tabellenvierte an den DSC zu überweisen bereit wäre. Über die genaue Höhe des Angebots machte Arabi wie gewohnt keine Angaben, sagte aber: »Es ist deutlich zu niedrig, als dass wir Andreas dafür ziehen lassen würden.«

Zwar sind die Ostwestfalen aufgrund der unlängst bekannt gewordenen neuen finanziellen Probleme eigentlich kaum in der Lage, ein solches Angebot auszuschlagen. Angesichts der Bedeutung Voglsammers für den Klub könnte ein Verkauf jedoch verheerende Folgen haben.

DSC ist auf »Vogis« Tore angewiesen

Der gebürtige Rosenheimer erzielte in der laufenden Serie bereits acht Saisontore. Im Kampf um den Klassenerhalt ist der DSC auf Voglsammers Tore angewiesen.

»Wir wissen, was wir an ›Vogi‹ haben, und müssten auch erst einmal adäquaten Ersatz für ihn finden, was im Winter noch viel schwieriger ist als im Sommer. Aber ›Vogi‹ weiß auch, was er an Arminia hat«, betonte Arabi.

Obwohl Voglsammer (seit Januar 2016 im Verein) lange Zeit unter chronischer Torlosigkeit litt, hielten die Arminen an ihm fest. Jetzt zahlt der Stürmer zurück. Im Kalenderjahr 2017 erzielte der 26-Jährige insgesamt elf Zweitligatreffer für die Ostwestfalen. Kein Armine traf häufiger.

Einer der wichtigsten Spieler

Dem Vernehmen nach könnte Voglsammer sein DSC-Gehalt in Ingolstadt in etwa verdoppeln und dürfte sogar von der Bundesliga träumen. Ob er beim Erstligaabsteiger regelmäßig spielen würde, ist allerdings nicht sicher.

Bei Arminia dagegen hat sich der Mann mit der Löwenkopf-Tätowierung auf dem rechten Oberschenkel zu einem der wichtigsten Spieler gemausert. Und: Er fühlt sich in Ostwestfalen wohl.

Voglsammers Berater Jörn Geffert erklärte Montag auf WESTFALEN-BLATT-Anfrage: »Es gab dieses Interesse aus Ingolstadt, aber das Thema ist vom Tisch. Arminia hat das schnell eliminiert, und das fanden wir auch gut. Andreas möchte bei Arminia bleiben, alle Konzentration gilt dem DSC.«

Vertrag läuft bis 2021

Im krassen Widerspruch dazu steht wiederum eine Aussage des Ingolstädter Sportdirektors Angelo Vier (Ex-Spieler bei Arminia), der im »Donaukurier« so zitiert wird: »Der Spieler ist für uns interessant und will auch zu uns. Momentaner Stand ist, dass uns Bielefeld eine Absage erteilt hat. Das müssen wir respektieren. Aber wir versuchen, die Möglichkeiten abzuklopfen, ihn zu verpflichten.«

Doch nicht nur der FC Ingolstadt, auch Klubs aus der 1. Liga sollen bereits ein Auge auf den Angreifer geworfen haben. Das heißt: Spätestens im Sommer könnte der DSC mit einem Voglsammer-Verkauf richtig viel Geld verdienen.

Der Grund: Erst im September hatte Arminia auf Betreiben Arabis den Vertrag mit dem 26-Jährigen vorzeitig bis 2021 verlängert. Seitens des Sportchefs eine Entscheidung mit Weitblick, wie sich nun herausstellt.

Anderen Spielern werden keine Steine in den Weg gelegt

Während Arminia bei Voglsammer erst ab einer gewissen Schmerzgrenze (wohl nicht unter drei Millionen Euro) schwach werden würde, würde der Klub anderen Spielern kaum Steine in den Weg legen.

Routinier David Ulm stand bereits im Sommer auf der Verkaufsliste, Christoph Hemlein bekommt weit weniger Einsatzzeiten als gewohnt und Sommerneuzugang Nils Teixeira blieb bislang deutlich hinter den Erwartungen. Doch Arabi erklärte: »Weder hat ein Spieler mir gegenüber den Wunsch geäußert, sich zu verändern, noch liegt uns für einen anderen Spieler ein Angebot vor.«

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