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Sa., 13.01.2018

Schalke hat Arminia-Juwel Massimo auf dem Zettel – »Alles ist möglich« So jung und so begehrt

Lernwillig: Der junge Armine Roberto Massimo (17) hört Assistenztrainer Sebastian Hille (37) aufmerksam zu.

Lernwillig: Der junge Armine Roberto Massimo (17) hört Assistenztrainer Sebastian Hille (37) aufmerksam zu. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Benidorm (WB). Bislang hatten die Arminen ihr wertvollstes Tafelsilber erfolgreich unter Verschluss gehalten und jede Interviewanfrage abgeblockt. Im Trainingslager in Benidorm hat sich Roberto Massimo nun aber zum ersten Mal geäußert.

Die Nervosität ist überschaubar, zumindest äußerlich lässt der Jungprofi sie sich in seinem ersten größeren Interview kaum anmerken. Sein Blick ist konzentriert, Massimo hört aufmerksam zu. Knapp aber präzise beantwortet der 17-Jährige die Fragen.

Gänzlich ungewohnt ist ihm eine solche Situation ja auch nicht. Massimo geht noch in die Schule, auch dort werden ihm Fragen gestellt. Im Sommer wechselte er in seinem Heimatort Lippstadt von der Realschule zum Berufskolleg. »Meine Eltern wollten unbedingt, dass ich weiter zur Schule gehe, um ein zweites Standbein zu haben«, sagt Massimo. Eineinhalb Jahre noch, dann hätte er sein Fachabitur in der Tasche.

Sein erstes Zweitligaspiel steht bereits in der Vita. Beim 5:0-Sieg über St. Pauli verhalf Trainer Jeff Saibene seinem Toptalent kurz vor dem Ende zu dessen Debüt. Sieben Minuten Zweitligaluft – es war Freitag, der 1. Dezember, als er zum ersten Mal im Rampenlicht stand. Montags saß er dann wieder in der Klasse.

Fahrdienst holt Massimo ab und bringt ihn nach Bielefeld

1. Dezember 2017: Im Heimspiel gegen St. Pauli wird Roberto Massimo für Tom Schütz eingewechselt. Es ist sein Zweitligadebüt. Foto: Thomas F.Starke

Er sei kein überragender Schüler, sagt Massimo über sich. Für das Trainingslager hat das Kolleg den gebürtigen Ghanaer freigestellt. Jedoch nur unter der Bedingung, dass er auch in Benidorm jeden Tag ein Weilchen lernt.

Seit einigen Monaten trainiert er regelmäßig bei den Profis mit. Um ihn häufiger dabei haben zu können, bestreiten die Arminen nun öfter Einheiten am Nachmittag. Ein Fahrdienst holt Massimo um 14 Uhr von der Schule ab, um ihn nach Bielefeld zum Training zu bringen. Gegessen wird meist eine Kleinigkeit im Auto. Nach der Einheit bringt der Fahrer ihn zurück nach Lippstadt. Schule und Fußball – »Zeit für andere Dinge habe ich so gut wie keine«, sagt Massimo, »aber das nehme ich gerne in Kauf«.

Mit dem Kicken hatte er schon begonnen, als der in der Hauptstadt Accra geborene Flügelflitzer (»Am liebsten spiele ich mein Tempo auf der rechten Seite aus«) noch in Ghana lebte. Als Fünfjähriger zog er mit seiner Familie nach Lippstadt: »Mein erster Verein war Viktoria Lippstadt, dann SV Lippstadt, und jetzt Arminia.«

Seit 2014 ist er beim DSC, wo er sich weiter prächtig entwickelt. In der vergangenen Saison wurde er mit 17 Treffern Torschützenkönig in der B-Jugend-Bundesliga. Er unterschrieb seinen ersten Profivertrag. Zwar läuft der Kontrakt noch bis Juni 2019. Doch längst sind namhafte Klubs aus dem In- und Ausland auf Massimo aufmerksam geworden. Am hartnäckigsten, heißt es, soll der FC Schalke an ihm dran sein. Der Spieler würde aber lieber frühestens im Sommer wechseln, »denn dann fängt überall jeder bei Null an«, sagt er.

»Derzeit ist alles möglich«

Die Arminen würden ihrerseits am liebsten so bald wie möglich langfristig mit ihrem Juwel verlängern – auch, um im Falle eines Verkaufs einen höheren Erlös zu erzielen. Nicht zuletzt abhängig davon, wie die Zweitligarückrunde für Massimo verläuft, wäre eine Transfereinnahme in Millionenhöhe keine Utopie. Massimo sagt: »Derzeit ist alles möglich: sowohl eine vorzeitige Verlängerung als auch ein Wechsel.«

Woran der Flügelspieler noch arbeiten muss, weiß er genau: »Mein erster Ballkontakt und die Ausdauer müssen besser werden.« Mit seinem 45-minütigen Auftritt im Testspiel am Donnerstag gegen Genk (2:0, am zweiten Treffer war Massimo maßgeblich beteiligt) war er ganz zufrieden, aber: »Es geht noch mehr, doch ich komme immer mehr rein und werde selbstbewusster.« Was sich auch an dem von ihm formulierten Nahziel ablesen lässt: »Mein Ziel in der Rückrunde sind so viele Einsätze wie möglich, daran arbeite ich hier.«

Es wäre der nächste Schritt auf dem Weg nach oben. Ob er je so weit kommen wird, wie Cristiano Ronaldo (Massimo: »Er arbeitet hart, deswegen ist er ein gutes Vorbild für mich«), bleibt abzuwarten. Saibene gefällt, dass Massimo – im Gegensatz zu Ronaldo – »außerhalb des Platzes eher zurückhaltend ist. Auf dem Platz ist er nicht so schüchtern. Mir ist es lieber so als umgekehrt.«

Kommentare

Massimo ist ein wirklich guter Spieler, das hat man bereits bei den wenigen Einsätzen STAND JOURgesehen. Schade, dass solche Talente immer weggekauft werden.

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