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Mo., 29.01.2018

Arminia-Mitglieder ebnen Weg für Stadionverkauf und Kapitalerhöhung Breite Zustimmung

Große Zustimmung: Die Vereinsmitglieder sind mehrheitlich auch für den Verkauf der Schüco-Arena.

Große Zustimmung: Die Vereinsmitglieder sind mehrheitlich auch für den Verkauf der Schüco-Arena. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB). Die nächste Hürde auf dem Weg zur Sanierung hat Arminia Bielefeld genommen . Die Umsetzung wird aber noch viel Zeit und Kraft in Anspruch nehmen – so wie der sechsstündige Sitzungsmarathon am Sonntag bei der Jahreshauptversammlung.

Alle wichtigen Beschlüsse für die Zukunft des Klubs mit den Zweitliga-Fußballern als Aushängeschild fassten die mehr als 400 anwesenden der fast 11.700 Mitglieder mit großer Mehrheit: Sie stimmten sowohl dem Verkauf des vereinseigenen Stadions für die weitgehende Entschuldung zu (bei 13 Gegenstimmen und 39 Enthaltungen) als auch einer Kapitalerhöhung für die Spielbetriebsgesellschaft KGaA. Vier Millionen Euro sollen die bislang elf im »Bündnis Ostwestfalen« vereinten Unternehmen aus der Region als frisches Kapital einzahlen.

Durch den Stadionverkauf und den Verzicht vor allem privater Gläubiger auf die Rückzahlung ihrer Kredite soll der Schuldenstand von 22,1 Millionen Euro plus in Darlehen umzuwandelnde Stadionanteile von 3,6 Millionen bis zum Sommer auf unter vier Millionen Euro sinken. In fünf Jahren will der Klub schuldenfrei sein.

Präsident Hans-Jürgen Laufer wird den »Neustart, auf den wir seit Jahren gewartet haben«, wie er sagte, an der Spitze mit vorantreiben. Der 69-Jährige wurde wie Schatzmeister Prof. Hermann J. Richter und Bernard Kiezewski (Abteilungen) für weitere drei Jahre ebenfalls ohne Gegenstimmen bei 38 Enthaltungen bestätigt.

»Schneeball, der immer größer wurde«

Zuvor erläuterten die drei Präsidiumsmitglieder und Geschäftsführer Markus Rejek auch auf kritische Nachfragen die Umstände, die beinahe zur Insolvenz geführt hätten. Rejek sprach mit Blick auf in der Vergangenheit angehäufte Schulden infolge eines teurer als geplanten Stadionumbaus und zweier Drittliga-Abstiege von einem »Schneeball, der immer größer wurde und sich am Ende nicht mehr bewegen ließ«. Zum Jahresende tat sich eine Finanz­lücke von 4,6 Millionen Euro auf.

Die Stadiongesellschaft Alm KG hatte zuvor in der Saison 2016/17 erneut eine Million Euro Verlust gemacht. In der KGaA fiel trotz des Erreichens des Pokalviertel­finals ein Defizit von 1,17 Millionen an – nach einem Vorjahresgewinn von knapp 30.000 Euro. Einzig der eingetragene Verein (e.V.) glänzte mit einem Überschuss von 412.000 Euro und steht »relativ gut da«, sagte Richter. »Wir haben sechs Jahre lang darum gekämpft, den Verein in seiner Gesamtheit um jeden Preis am Leben zu halten und an einer Lösung gearbeitet«, ergänzte der Schatzmeister. Rejek dazu: »Unsere Maxime muss lauten, niemals mehr Geld auszugeben als wir einnehmen. Wir müssen Überschüsse erwirtschaften, damit wir ein Polster haben – zum Beispiel für einen Abstieg oder eine Trainerentlassung.«

»Schuld haben wir alle«

Auf Nachfrage, ob der geschasste Geschäftsführer Gerrit Meinke verantwortlich für die Misere sei, erklärte Laufer: »Schuld haben wir alle.« Rejek sagte: »Gerrit hat mich mit offenen Armen empfangen und mir jede Hilfe zugesichert. Er hat alles getan, um das Ding hier nach vorne zu bringen.«

Was die Mitglieder am meisten umtrieb und zugleich die nächste große Aufgabe bei der Umsetzung des »Hermann« genannten Sanierungskonzepts ist , ist der Stadionverkauf. Durch ihn müssten die der Arena zugeordneten verbleibenden Kredite vollständig beglichen werden. Damit belaufe sich die Preisuntergrenze auf »mehr als fünf Millionen«, sagte Rejek. »Wir werden das Stadion nicht verhökern«, betonte Laufer.

Ein Rückkaufrecht – »unser Anspruch muss es sein, das in 15 Jahren zu schaffen«, so Rejek – muss ebenso Bestandteil des Deals sein wie die weitere Nutzung des Stadions nicht nur durch die Profi-Fußballer, sondern auch mehrere Abteilungen des Vereins. »Wir suchen einen Käufer, der hier verwurzelt ist, der die Nähe zum Verein hat, der das Geschäft versteht und weiß, was man mit dieser Immobilie machen kann.«

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