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Mo., 12.02.2018

»Was hat das noch mit Fußball zu tun?« - mit Video Das sagt die Bundespolizei zum Angriff auf den Zug mit Arminia-Fans

Die Scheibe wurde von den Angreifern beschädigt. (Die Bildrechte liegen beim WESTFALEN-BLATT)

Die Scheibe wurde von den Angreifern beschädigt. (Die Bildrechte liegen beim WESTFALEN-BLATT) Foto: privat

Bielefeld (WB). »Was hat das noch mit Fußball zu tun?«, fragt Volker Stall resigniert. Der Beamte der Bundespolizei in Dortmund erläutert im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT, wie der Angriff auf den Regionalexpress in Wattenscheid ablief.

Der Zug sei um kurz vor halb elf in den Bahnhof eingefahren. 780 Arminia-Fans, darunter 140 »Risikopersonen«, seien in dem proppevollen Zug mitgereist. Zwei fankundige Beamte der Bundespolizei hätten sich im Führerstand der Lok aufgehalten. Die etwa 80 Vermummten griffen dann aus einem Wäldchen heraus den Zug an, unter anderem mit Steinen. Verletzt wurde niemand.

Mehrere Notrufe aus dem Zug

Ob es Aufnahmen von Überwachungskameras gibt, konnte Stall noch nicht sagen. Die Angreifer seien aber von der dem Bahnhof abgewandten Seite gekommen. »Sie standen für Kameras also hinter dem Zug.« Aus dem Regionalexpress seien Notrufe abgesetzt worden. Die örtliche Polizei sei ausgerückt, habe aber niemanden mehr aufgreifen können. Der Zug sei beschädigt worden. »Die genaue Schadensmeldung der Bahn steht noch aus.« Die Polizei ermittelt wegen Sachbeschädigung und Landfriedensbruchs.

»Unsere Kräfte sind endlich«

Aus Dortmund seien Bundespolizisten nach Wattenscheid beordert worden, um mögliche Übergriffe auf später eintreffende Züge mit Fans aus Bielefeld zu verhindern. Es sei aber ruhig geblieben. Neben den fankundigen Beamten hielten sich keine weiteren Polizisten im Zug auf.

»Es war Karnevalswochenende und beim Spiel Dortmund gegen den HSV gab es auch Probleme. Unsere Kräfte sind endlich«, betont Stall. Der Zugführer habe aus Sicherheitsgründen weiterfahren wollen.

Arminia-Anhänger hätten dann aber die Notbremse gezogen. »Sie haben die Konfrontation mit den Angreifern gesucht.« Der Lokführer hielt die Zugtüren aber geschlossen. Nach kurzem Aufenthalt sei der Zug nach Essen weitergefahren. Die Fahrgäste, die in Wattenscheid aussteigen wollten, konnten erst hier den Zug verlassen. Einen ähnlichen Angriff habe es schon einmal in Gelsenkirchen gegeben, wo mutmaßlich Schalke-Fans einen Zug mit Anhängern des 1. FC Köln angegriffen hätten.

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Lesen Sie hier einen Augenzeugenbericht zur Attacke.

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