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Sa., 17.02.2018

2:0-Arbeitssieg gegen Darmstadt 98 Arminia springt auf Platz fünf

Manuel Prietl, Tom Schuetz, Konstantin Kerschbaumer, Andreas Voglsammer und Patrick Weihrauch bejubeln das 1:0.

Manuel Prietl, Tom Schuetz, Konstantin Kerschbaumer, Andreas Voglsammer und Patrick Weihrauch bejubeln das 1:0. Foto: Thomas F. Starke

Von Jens Brinkmeier

Bielefeld (WB). Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld hat mit dem vierten Heimsieg der Saison einen Sprung auf Tabellenplatz fünf und mit nun 34 Punkten einen großen Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt gemacht. Der SV Darmstadt 98 wurde am Samstag mit 2:0 (1:0) bezwungen.

Darmstadt war zum ersten Mal seit dem 19. Mai 2014 wieder auf der Alm. Damals hatte sich das Team des im Dezember zum SVD zurückgekehrten Trainers Dirk Schuster im Relegationsrückspiel mit 4:2 nach Verlängerung durchgesetzt. Elton da Costa hatte mit seinem späten Tor vor knapp vier Jahren sein Team in die 2. und den DSC in die 3. Liga geschossen.

Zum dritten Mal in Folge liefen die Arminen mit der selben Startelf auf. Bei den Gästen

saß Weltmeister Kevin Großkreutz, der beim 4:3-Hinspielsieg der Hessen – auf den Tag genau vor fünf Monaten – zwei Tore erzielt hatte, saß nur auf der Ersatzbank.

Das Spiel nahm nach einer viertel Stunde Fahrt auf. Florian Hartherz hatte mit einem abgefälschten Volleyschuss die erste gute Torchance (16. Minute). Drei Minuten später meldeten sich die vom Abstieg bedrohten Lilien offensiv an. Artur Sobiech scheiterte aber an DSC-Keeper Stefan Ortega Moreno. Dann sahen die Zuschauer ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen und drei Gelben Karten in sechs Minuten, ehe die Arminen erstmals jubelten.

Tumult bei den Trainerbänken

Nach einer Ecke der Gäste parierte Ortega Moreno den Kopfball von Dong Won Ji, dann lief der Konter. Über Hartherz, Leandro Putaro und erneut Hartherz landete der Ball bei Andreas Voglsammer, der in der Mitte Patrick Weihrauch fand. Der Mittelfeldspieler musste die Kugel nur noch über die Linie schieben (33.). Anschließend gab es einen Tumult bei den Trainerbänken. Schiedsrichter Florian Badstübner schickte Arminias Co-Trainer Sebastian Hille auf die Tribüne.

Nach dem Seitenwechsel ließen die Gastgeber die Darmstädter kommen. Die Gäste wussten mit den neuen Möglichkeiten aber zunächst nicht viel anzufangen. Die Bielefelder ihrerseits spielten ihre Kontermöglichkeiten nicht gut aus. So plätscherte das Spiel auf schwachem Niveau dahin. Erst in der 74. Minute hatten die DSC-Fans unter den 15.236 Zuschauern wieder den Torschrei auf den Lippen. Doch der abgefälschte Schuss von Konstantin Kerschbaumer klatschte an den linken Pfosten. Im zweiten Versuch schoss der eingewechselte Keanu Staude daneben.

Kurz danach hatte erneut Ji den Ausgleich auf dem Fuß, doch einmal mehr war Ortega Moreno zur Stelle (76.). In den Schlussminuten versuchten die Gäste nochmal alles, die Arminen wehrten sich mit vereinten Kräften. Und machten in der Nachspielzeit den Sack doch noch zu. Nach einem Konter legte der ebenfalls eingewechselte Fabian Klos uneigennützig quer auf Kerschbaumer, der zum 2:0 vollendete. Der Rest war Jubel.

Am kommenden Freitag (18.30 Uhr) hat Arminia gleich noch ein Heimspiel. Dann ist Dynamo Dresden zu Gast.

Bielefeld: Ortega Moreno – Dick, Behrendt, Börner, Hartherz – Weihrauch (88. Hemlein), Prietl, Schütz, Kerschbaumer – Putaro (71. Staude), Voglsammer (67. Klos)

Darmstadt: Heuer Fernandes – Höhn (77. Steinhöfer), Bregerie, Sulu, Holland – Stark (71. Atik), Medojevic – Kempe, Jones – Ji, Sobiech (61. Platte)

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 15.236

Tore: 1:0 Weihrauch (33.), 2:0 Kerschbaumer (90.+3)

Gelbe Karten: Schütz, Dick, Staude / Sobiech, Höhn, Sulu

 

Kommentare

Mein persönlicher Aufstiegsplan sieht einen Sieg gegen Dresden vor, womit man sich endgültig aus einem von mir niemals so empfundenen Abstiegskampf verabschieden würde, gefolgt von einem oder gar drei Punkten bei einem Gegner, dem wir in der Vergangenheit normalerweise die Punkte per Verzichtserklärung überlassen konnten. In den darauffolgenden vier Spielen gegen die Mannschaften auf Platz 1-3, 5 (vor dem 23. Spieltag) entscheidet dann die Mannschaft, wohin der Weg führt: mit vier Freundschaftsspiele am Ende der Saison nur auf einen einstelligen Tabellenplatz, Laufers zu Saisonbeginn ausgegebenem langweiligem Ziel, oder mit vier bis sechs Endspielen schnurstracks in die Bundesliga.

Sorry, ich bin hier ja in einer ernstzunehmenden Kommentarfunktion und nicht mehr auf einer drittklassigen Karnevalsveranstaltung in der Niedernstraße, wo sich zweitklassige Schreiber als erstklassige Stänkerer und erstklassige Schreiber als Pumuckl, Pressesprecher, Butler oder Gärtner verkleiden.

Daher möchte ich meine Aufstiegsträume vertagen und Samir Arabi und Jeff Saibene danken. Samir hat mit einem kleinen Lizenzspieler-Etat eine tolle Truppe zusammengestellt, die einen guten Charakter hat und Spaß macht. Er hat einen Torwart geholt, den wir lange nicht mehr in Bielefeld gesehen haben. Ortega ist nach Neuer der mit Abstand beste Torwart-Fußballer in Deutschland und absolut bundesligareif. Kerschbaumer ist eine wertvolle Verstärkung, ebenso Weihrauch, der immer einen Unruheherd für einen Gegner darstellt. Jeff hat eine Entwicklung der Mannschaft eingeleitet, die ich nicht für möglich gehalten hätte. Und auch er hat eingesehen, dass wir zuweilen einen (ebenso langweiligen) Plan B benötigen, um ein typisches Zweitligaspiel wie das gegen Darmstadt zu gewinnen: hinten dicht stehen und in der Not mal einen Ball auf die Tribüne bolzen, denn vorn sind wir immer für ein Tor gut. Da war Behrendt auffällig, genau solche Typen in dieser Form braucht man in dieser Liga. Also bitte den Vertrag verlängern, wie bei Hartherz, der in der Form seines Lebens spielt und inzwischen nicht mehr aus der Mannschaft wegzudenken ist.

Der Sieg gegen Darmstadt hat bei mir persönlich die schlimmsten Wunde aus 50 Jahren Arminia geheilt. Offensichtlich gibt es jedoch etwa 10.000 Ostwestfalen, die diesen Tiefpunkt immer noch nicht überwunden haben und den Weg an die Stätte der größten Schmach gegen diesen Gegner wegen schwacher Nerven gemieden haben.

Vielleicht liegen die Gründe für die erbärmliche Zahl von 15.000 Zuschauern ganz anders. Nachdem Entschuldigungen wie Mittwochspiel, Freitagsspiel, Montagsspiel nun nicht mehr akzeptiert werden, sollte man den Vorschlag von @MichiMichi, dem Oberkarnevalisten, an den Verein herantragen, mit dem Start der nächsten Bundesliga-Saison eine Arminia-Light-Dauerkarte anzubieten: Gültigkeit nur für Spiele über 15 Grad Außentemparatur, Anspruch auf Glühwein schon ab Oktober und die Gewährung eines Fahrtkostenzuschusses, der auch in Osnabrück und Düsseldorf Gültigkeit hat.

Chapeau Saibene

Es ist schon erstaunlich, was der "richtige" Trainer so alles bewirken kann. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass jemand diese Truppe fußballerisch weiterentwickeln kann. Ich habe mich geirrt! Die Mannschaft hat sich technisch erkennbar verbessert. Es ist kein Quantenspung. Aber immerhin. Absolut erstaunt bin ich über Florian Hartherz. Er hat aus meiner Sicht den größten Satz gemacht. Respekt. Die Mannschaft wird in dieser Verfassung frühzeitig den Klassenerhalt feiern können. Gut für die Saisonplanung 18/19. Einen überragenden Anteil hat hieran auch Stefan Ortega. Ich frage mich nur, wie Hesl und Davari.....
Ich hoffe, dass Saibene und Ortega dem DSC noch lange erhalten bleiben. Dann ist mir vor der Zukunft nicht bange.

2 Kommentare

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