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Mo., 26.02.2018

Wieder verpasst Arminia eine Chance, sich ganz nah oben ranzupirschen Und täglich grüßt das Murmeltier

Dynamo feiert den verdienten Dreier.

Dynamo feiert den verdienten Dreier. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Es war wie  so häufig in dieser Saison: Immer  wenn die Arminen die Chance haben, sich mal so richtig dicht an den dritten Tabellenplatz heranzupirschen, geht was schief. Gegen Dresden ging  sogar so viel schief, dass  Jeff Saibene hinterher sagte: »Wir haben keine Berechtigung,  nach oben zu schauen.«

Deutliche Worte eines – zumindest vorübergehend – desillusionierten DSC-Trainers. »Wir müssen 40 Punkte holen, damit wir gerettet sind. Alles andere ist utopisch«, führte Saibene aus.

Nun ja, der Luxemburger wird natürlich registriert haben, dass der Tabellendritte Holstein Kiel auch sein elftes Spiel in Folge gestern beim FC St. Pauli (2:3) nicht gewinnen konnte, was bedeutet: Der Rückstand zum Relegationsrang beträgt auch weiterhin nur drei Punkte. Doch statt punktgleich mit den Kielern auf Platz vier steht Arminia auf Platz acht.

In der Theorie ist der DSC auch weiterhin voll in der Verlosung. In der Praxis war bei der 2:3-Niederlage am Freitagabend indes zu keiner Phase der Partie zu erkennen, dass die Arminen ein Kandidat für die Bundesliga sein könnten. Saibene kritisierte, sein Team habe »extrem unpräzise und hektisch« agiert. Im Hinblick auf die Begegnung am Sonntag beim 1. FC Heidenheim (gestern 1:1 in Darmstadt) fordert er darum: »Wir brauchen mehr Qualität im Spiel mit dem Ball.«

»Wir haben sehr unsicher gewirkt«

Es fand sich niemand in Reihen der Blauen, der die Sache gegen Dynamo in die Hand nahm. »Wir haben sehr unsicher gewirkt«, sagte Kapitän Julian Börner: »Wenn du das ganze Jahr ungeschlagen bist, müsstest du eigentlich befreit und mutig agieren.« Stattdessen wirkte es so, als würde die Aussicht auf den Angriff nach oben die Spieler mehr hemmen als beflügeln. Andreas Voglsammer sagte zwar: »Ich habe keine Blockade. Mich freut, dass wir da oben stehen. Ich würde schon wollen.« Aber ganz von der Hand weisen konnte auch er nicht, dass sein Team nicht so frei aufspielte wie bisher in diesem Jahr. Er empfahl, »die Last abzulegen«, denn: »Wovor sollen wir denn Angst haben? Das macht doch Freude, wenn man oben mitspielen kann.«

Per Strafstoß markierte Voglsammer am Freitag sein neuntes Saisontor. »Ich muss mich bei Fabian Klos bedanken, dass er mir den Elfer überlassen hat«, sagte er. 604 Minuten war der DSC zuvor ohne einen Stürmertreffer geblieben. Das bis dahin letzte war Voglsammer kurz vor Weihnachten zum 1:0 bei der 2:3-Pleite in Regensburg gelungen. Dass das Minutenzählen nun beendet ist, sei nebensächlich: »Klar war ein kleiner Hänger drin. Aber ich habe schon mal 44 Spiele lang nicht getroffen. Das ist mir so was von schießegal, wie viele Minuten ich nicht treffe«, sagte Voglsammer: »Das hat mich nicht mal ansatzweise gejuckt, zumal wir ja auch noch gepunktet haben in dieser Zeit.« Und das nicht zu knapp. Fünf Spiele in Folge war der DSC zuvor unbesiegt. Für Saibene kam der Rückschlag dennoch nicht überraschend: »Ich habe nicht erwartet, dass wir das so durchziehen werden. Das wäre nicht realistisch«, erklärte er.

Auch Stürmer Klos hatte wenig zu bieten

Dass sich sogar der sonst zu zuverlässige Keeper Stefan Ortega Moreno anstecken ließ (sah bei Lucas Rösers Toren zum 1:2 und 2:3 nicht gut aus), nahm Saibene gelassen: »Ich mache ihm keinen Vorwurf. Es war ja keiner gut.«

Auch Stürmer Klos, der gegenüber Leandro Putaro den Vorzug erhielt, hatte bis auf die starke Vorarbeit zu Florian Hartherz’ Führungstor wenig zu bieten. Mit dem, was der Dresdener Moussa Koné (traf zum 1:1) auf den Rasen brachte, konnten weder er noch Voglsammer mithalten. Im Sommer war der Senegalese vom FC Zürich zu Dynamo gewechselt. Er hatte auch bei Arminia auf dem Zettel gestanden. »Ich kenne ihn gut. Aber er war für uns nicht finanzierbar. Die Ablöse war zu hoch – über eine Million Euro«, sagte Saibene.

Wer nun am Sonntag sein Vertrauen bekommen wird, muss die Trainingswoche zeigen. Börner fordert jedenfalls schon jetzt: »In Heidenheim müssen wir ein anderes Gesicht zeigen.« Damit es dort nicht schon wieder heißt: Und täglich grüßt das Murmeltier.

Kommentare

Hoet auf!

Die Medien, inklusive WB, taeten gut daran, endlich mal mit dem Platz 3 und Bundesliga-Gelaber aufzuhoeren. Man sieht doch, was bei der Mannschaft dabei rauskommt. Nach Heidenheim kommen Nuernberg, Duesseldorf, Kiel und Ingolstadt - da kann man ganz schnell weiter nach unten durchgereicht werden.

1 Kommentare

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