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So., 04.03.2018

Arminia spielt 2:2 beim Tabellennachbarn DSC erkämpft sich nach 0:2 einen Punkt in Heidenheim

Arminias Manuel Prietl (rechts) im Zweikampf mit dem Heidenheimer John Verhoek.

Arminias Manuel Prietl (rechts) im Zweikampf mit dem Heidenheimer John Verhoek. Foto: Thomas F. Starke

Heidenheim (WB/sba/LaRo). Arminia Bielefeld hat beim Tabellennachbarn FC Heidenheim in der Nachspielzeit einen Punkt gewonnen. Beim 2:2 (0:1) lagen die Gäste zwischenzeitlich bereits mit 0:2 hinten. Die Heimelf verpasste es, in der Schlussphase den Sack zuzumachen, so dass sich der DSC noch belohnen konnte.

Arminia war, wie vom WESTFALEN-BLATT exklusiv berichtet, ohne Fabian Klos nach Heidenheim gereist. »Es gibt unzufriedene Spieler bei uns im Kader. Unter der Woche hat mir einiges nicht gepasst. Deshalb habe ich konsequenterweise so entschieden. Über allem steht immer der Teamgedanke«, sagte Trainer Jeff Saibene am Samstag zu der Entscheidung. Den freien Kaderplatz ließ das Trainerteam unbesetzt. Christopher Nöthe und Sören Brandy wurden ebenfalls nicht berücksichtigt.

Ruhige erste Viertelstunde

In der Anfangsviertelstunde war wenig los in der Voith-Arena: Der Gastgeber bemühte sich, die Defensivreihen standen gut und beide Mannschaften gingen wenig Risiko ein. Die schwarz-weiß-blauen Gäste begannen mit einem 4-1-4-1-System die Partie beim Tabellennachbarn, um die verdiente Heimpleite gegen Dynamo Dresden vergessen zu machen.

Die ersten Akzente setzte Heidenheim: In der 19. Minute schoss Dovedan aus 15 Metern knapp vorbei. Kurz danach zog Schnatterer frech von der Mittellinie ab, da Ortega etwas weit vorm Tor stand. Er zielte aber auch weit vorbei.

Arminia aktiv, Schnatterer macht’s

Danach war Arminia aktiver, das Spiel wurde schwungvoller: Kerschbaumer (25.) und Weihrauch kamen zum Abschluss. Das Tor machte aber Heidenheim in der 30. Minute: Aus 36 Metern verwandelte Schnatterer in zentraler Position einen Freistoß direkt. Ortega war in der linken Torwartecke zwar noch dran, aber auch wenn Schnatterers Ball flatterte, Arminias Torwart sah dabei nicht gut. Zudem war die Mauer mit zwei Mann recht dünn besetzt. Heidenheim hatte den Freistoß bekommen, weil Behrendt Dovedan gefoult hatte.

Arminia schockte das 0:1 nicht und hätte fast prompt den Ausgleich erzielt (34.). Staude zog aus 14 Metern ab. Der Ball wurde abgefälscht und Müller bugsierte ihn über die Latte. Nach der anschließenden Ecke setzte Kerschbaumer eine Dick-Flacke ebenfalls übers Tor. Arminia wollte das 1:1.

Aber auch Schnatterer durfte wieder ran: Bei seinem zweiten Freistoß (37.) klärten die Arminen. Sekunden vor der Pause hatten sie dann Glück. Schnatterer, der 32-jährige Freund des runden Leders, zirkelte eine Flanke auf Verhoek, der über die Latte köpfte. So gingen die Ostwestfalen mit 0:1 in Ostwürttemberg in die Kabine.

Arminia schwungvoll aus der Pause

Ohne Wechsel auf beiden Seiten ging es in die zweite Hälfte. Dick mit einem strammen Schuss und Voglsammer mit seinem ersten Abschluss per Kopf setzten die ersten Akzente für Arminia. Danach nahm Schnatterer abermals Maß, traf jedoch nur die Mauer.

Es folgten Riesenchancen auf beiden Seiten (59.): Zunächst scheiterte Kraus aus kurzer Distanz an Ortegas starker Reaktion. Den Konter der Arminen vollendete beinahe Schütz, der von Voglsammer in Szene gesetzt frei vor Müller auftauchte – aber scheiterte.

Erst 0:2, dann 1:2

Den Chancen folgten dann schießlich Tore: Nach einem Kopfballduell mit Dovedan blieb Arminias Behrendt im Mittelkreis liegen, während der Heidenheimer weitermachte. Sein Pass in die Spitze fand Thiel, der sich von Börner löste und aus 15 Metern flach an Ortega vorbeischob (62.). Weil Arminias Torwart meckerte, sah er gelb. Doch ein Foul an Behrendt war es wohl eher nicht.

Arminia antwortete – und zwar sehenswert: Der freistehende Börner netzte nur zwei Minuten später einen Schütz-Freistoß volley mit links ein (64.). Doch keine Vorentscheidung für Heidenheim! Stattdessen versuchte es Kerschbaumer aus der Drehung (69.), Müller hielt sicher.

Ausgleich in der Nachspielzeit

Während Arminia nun drückte, lauerte Heidenheim auf Konter und hatte auch die große Chance aufs 3:1. Börner verteidigte aber geschickt und erfolgreich gegen Glatzel und Dovedan. Noch zehn Minuten. Und Heidenheim hatte die nächste Chance zur Entscheidung: Nach einer Schnatterer-Ecke kam Steurer aus wenigen Metern freistehend zum Kopfball und traf die Latte (86.).

Der fahrlässige Umgang mit den Chancen sollte sich für die Gastgeber rächen. Denn stattdessen traf Arminia in der ersten Minute der dreiminütigen Nachspielzeit zum Ausgleich. Der bis dahin unauffällige Voglsammer vollstreckte ein Zuspiel von Kerschbaumer – 2:2. Zuvor hatte sich Putaro den Ball erarbeitet.

Das Duell auf Augenhöhe zwischen zwei »ekligen Mannschaften«, wie DSC-Trainer Saibene vor dem Anpfiff formulierte, endete passenderweise dann doch mit einem leistungsgerechten Unentschieden. Damit ist Arminia zumindest bis Montagabend auf den 7. Platz vorgerückt. Der Abstand auf den 17. Platz beträgt neun Punkte, fünf Punkte sind es bis zu den drittplatzierten Kielern. Für Heidenheim endete nach zuvor sechs Siegen eine starke Heimserie.

Nächste Woche geht es für den DSC zuhause weiter. Die Partie gegen den Tabellenzweiten Nürnberg wird am Freitag um 18.30 Uhr angepfiffen.

Statistik

Heidenheim: Müller - Strauß, Kraus, Steurer, Theuerkauf - Griesbeck, Wittek (75. Titsch-Rivero) - Schnatterer, Thiel - Verhoek (71. Glatzel), Dovedan (82. Thomalla)

Bielefeld: Ortega - Dick, Behrendt, Börner, Hartherz - Schütz - Weihrauch (72. Hemlein), Prietl, Kerschbaumer, Staude (64. Putaro) - Voglsammer

Tore: 1:0 Schnatterer (30.), 2:0 Thiel (63.), 2:1 Börner (66.), 2:2 Voglsammer (90.+1)

Gelbe Karten: Ortega (63.), Behrendt (89.) / Theuerkauf (54.)

Zuschauer: 10.300

Schiedsrichter: Sather (Grimma)

Kommentare

Passt

Alles gut, das Ergebnis passt. Können beide mit zufrieden sein. Das Spiel hatte keinen Sieger verdient. Aber nach einem 2:0 zurück zukommen ist Top. Also weiter trainieren und Klos beim Training noch vergessen. Er hat sich wohl ein paar Extraeinheiten verdient.

Ein verdienter Punkt in einem ordentlichen Auswärtsspiel. Wenn eine der beiden Mannschaften versucht hat, fußballerisch zum Erfolg zu kommen, dann war das Arminia und nicht der FC Schnatterer. Arminia spielt eine mehr als gute Saison, Aufstiegsträume oder Abstiegsängste existieren nur virtuell in den Köpfen weniger Fans. Oder beim Chef der Bielefelder Puppenkiste, wo nun offenbar von Marionetten-Betrieb auf Fingerpuppen umgestellt wurde. Ein Puppenspieler kann nun gleichzeitig der Seppl sein, die böse Hexe aus Osteuropa, das Kasperl, das Krokodil, der Pumuckl oder sogar der Teufel. Schade, dass die teilweise amüsanten oder auch grotesken Aufführungen immer mehr vereinsschädigenden Charakter erlangen.
Aber was soll's, nicht wahr ? Hauptsache der gute Onkel von der Hartalm, der seine Fußballkenntnisse dem Lauschen verrauschter Mittelwellensender verdankt, oder der dartende Rentner können uns die Fußballwelt erklären. Es bringt schließlich Geld und allein das zählt.

Glück gehabt

Ein glücklicher Punkt in Heidenheim, weil in der 1. HZ wieder einmal viel zu wenig zusammen lief. Keine Durchschlagskraft, viel zu viele Ungenauigkeiten im Aufbauspiel und vorne zu wenig Bewegung. Das 1:0 war war vermeidbar, weil haltbar. Dem 2:0 ging ein klares Stürmerfoul voraus. Sowohl das Tor von Börner, als auch das 2:2 waren schöne Tore. Dazwischen aber mindestens zwei 100%ige für Heidenheim. Gegen Nürnberg wird man sich gewaltig steigern müssen, wenn man einen Punkt behalten möchte. Die gewünschten 40 Punkte wird man sich wohl erarbeiten. Aber viel mehr werden es nicht.

3 Kommentare

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