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Mi., 04.04.2018

35-jähriger Ex-Profi studiert Psychologie an der Universität Bielefeld Amedick hatte »depressive Phasen«

Martin Amedick 2013 im Dress des SC Paderborn.

Martin Amedick 2013 im Dress des SC Paderborn. Foto: Stefan Hörttrich

Bielefeld/Paderborn (WB/dpa). Der frühere Bundesligaprofi Martin Amedick hat sich ähnlich wie Per Mertesacker über die mentalen Probleme in seiner Karriere geäußert. In tiefen depressiven Phasen sei er immer panisch geworden, je näher der Anpfiff einer Partie rückte.

»Immer wieder lief in meinem Kopf ab: Du kannst in diesem Zustand keinesfalls spielen. Am Vorabend war der Gedanke da, morgens im Hotel. Erst als das Spiel begann, konnte ich diese Angst vergessen und einfach funktionieren«, sagte der gebürtige Delbrücker (Kreis Paderborn), einstige Abwehrspieler von Arminia Bielefeld, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt und des 1. FC Kaiserslautern in einem Onlinebericht des »Kicker«.

Lange habe er darüber nicht geredet. »Meine Probleme hat man mir nie angesehen«, sagte Amedick (35), der nach seiner letzten Station beim SC Paderborn 07 aufgehört hat und inzwischen in Bielefeld Psychologie studiert. In Frankfurt spitzte sich aber die Situation zu: Amedick begab sich 2012 wegen eines Erschöpfungssyndroms in Behandlung, 2013 verließ er den Klub.

Später in einem Nachwuchsleistungszentrum arbeiten

Zuletzt hatte der Fußballweltmeister Per Mertesacker Aufsehen erregt, als er sich ausführlich über den psychischen Druck im Fußballgeschäft äußerte. »Mir dreht sich der Magen um, als müsse ich mich übergeben. Ich muss dann manchmal so heftig würgen, bis mir die Augen tränen«, beschrieb Mertesacker den Druck vor dem Anpfiff.

»Es ist noch viel zu tun«, bekräftigte Amedick, der im Namen der Robert-Enke-Stiftung Vorträge hält und später in einem Nachwuchsleistungszentrum arbeiten möchte. »Wir müssen die Erkrankungen besser erklären und die Stigmatisierung bekämpfen.« Außerdem müssten die Vereine mehr Spezialisten anstellen, die den Profis zur Seite stehen.

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