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Mo., 16.04.2018

111 Tore: Klos zieht mit Kuster gleich – sogar Aues Torwart Männel gratuliert »Auf ewig mit Arminia verbunden«

111 Tore hat Fabian Klos für den DSC erzielt. Passend dazu das T-Shirt vom Stürmer.

111 Tore hat Fabian Klos für den DSC erzielt. Passend dazu das T-Shirt vom Stürmer. Foto: Thomas F. Starke

Von Dirk Schuster

Bielefeld (WB). Als Fabian Klos im August 2011 beim Kreisligisten TSV Rischenau im Erstrunden-Westfalenpokalspiel seine ersten drei Treffer für den DSC gelangen (Endstand 10:0), war dieser Titel noch Lichtjahre entfernt: Rekordtorschütze von Arminia Bielefeld.

Sechs Jahre und acht Monate später ist der 30-Jährige am Ziel . »Ich bin überwältigt von dem, was im Stadion passiert ist. Das ist ein unfassbar emotionaler Tag«, sagte Klos nach seinem Tor zum 2:0-Endstand am Samstag im Zweitligaspiel über Aue. Es war im 253. Pflichtspiel der 111. Treffer des gebürtigen Gifhorners für Arminia. So erfolgreich war beim DSC sonst nur einer: Ernst »Johnny« Kuster. Kuster bestritt zwischen 1967 und 1971 141 Ligaspiele für Arminia und erzielte ebenfalls 111 Tore.

Kuster traf auf in der Bundesliga für den DSC

Eins hat Kuster Klos allerdings noch voraus: Der gebürtige Gelsenkirchener traf für Bielefeld auch in der Bundesliga (1970/71 acht Mal). Klos hatte im Angesicht des nahenden Rekordes diesbezüglich bereits im Winter erklärt: »Es gibt natürlich viele, die sagen, das sei eine ganz andere Zeit, eine ganz andere Liga. Aber die Tore musst du erst mal schießen. Der Rekord hat eine Riesenbedeutung für mich. Ich wüsste nicht, welche größere Ehre es für einen Stürmer geben sollte. Denn dann bist du auf ewig

mit diesem Verein verbunden.«

Das 111. Tor zu schießen und zu verlieren wäre Klos zufolge allerdings »relativ beschissen gewesen. Von daher ist der Tag perfekt gelaufen«, sagte er am Samstag. Dass das Rekordtor auch noch vor den Fans auf der Südtribüne fiel und nicht vor den verwaisten Sitzschalen im Norden der Arena machte sein Glück vollkommen.

Nach der Partie wollten die Anhänger Klos auf dem Zaun sehen. Doch der Vizekapitän brachte gleich das ganze Team mit: »Die Jungs haben sich unfassbar mitgefreut. Und ich habe mir ja auch keines meiner Tore selbst vorgelegt, sondern bin einfach oft nur das letzte Glied in der Kette. Die Mannschaft gehört dazu und deshalb wollte ich, dass sie mit auf dem Zaun ist.« Klos gab an, »natürlich ein Stück weit stolz« zu sein, denn: »Ich spiele ja nicht bei irgendeinem Dorfverein, sondern bei einem Traditionsklub.«

Arabi von Beginn an überzeugt von Klos

Sportchef Samir Arabi war derjenige, der Klos 2011 vom Viertligisten Wolfsburg II zum DSC lotste. »Ich habe ihm schon damals viel zugetraut. Fabian identifiziert sich voll mit der Sache hier. Das gibt es nicht alle Tage, dass jemand so lange einem Klub treu bleibt. Er gehört zum Inventar.«

Auch Aue-Torwart gratuliert dem Rekordtorjäger

Klos selbst meinte, es werde wohl bis nach der Karriere dauern, um »richtig zu verstehen, was am Samstag passiert ist«. Einer hatte dagegen blitzartig begriffen, dass das 0:2 kein (Gegen-)Tor wie jedes andere war: Aues Martin Männel. »Als Torwart beschäftige ich mich natürlich mit den Stürmern des Gegners. Daher wusste ich um den Rekord. Da war es für mich selbstverständlich, dass ich ihm gratuliere«, sagte der Schlussmann, der Klos unmittelbar nach dem Tor die Hand gab.

Vorbereitet hatte den Treffer Klos’ Sturmpartner Andreas Voglsammer: »Ich habe es ihm vorher gesagt: Ich lege dir ein Ding auf, dann hast du den Rekord. Das Tor macht er dann absolut weltklasse. Fabi ist so eine Persönlichkeit – er hat sich das verdient.«

So sah es auch Jeff Saibene. »Wenn man so viele Tore schießt, dann muss man einiges richtig machen. Fabian hat über Jahre bewiesen, dass er ein Goalgetter ist und dass er extrem wichtig ist für uns«, sagte der Coach. In der 88. Minute holte er den Rekordmann vom Feld. Klos, der bei Arminia noch einen Vertrag bis 2019 hat, nannte die Auswechslung »eine nette Geste vom Trainer, der mir diesen Moment gegönnt hat«.

Saibene zählte nicht immer auf seinen Routinier. Erst seit zwei Spielen gehört Klos wieder zur Anfangsformation. Ob er jetzt das Gefühl habe, wieder fest zur ersten Mannschaft, zur Startelf zu gehören, wurde der Angreifer gefragt. »Ich hatte nie ein anderes Gefühl«, entgegnete Klos.

T-Shirt passend zum Rekord im Handel

Später wurde klar, dass Saibene mit Klos’ Herausnahme auch Arminias Merchandising-Abteilung einen Gefallen getan hatte. Die Mitarbeiter hatten ein T-Shirt kreiert mit der Aufschrift: »Fabian Klos #9 – 111 Tore für Arminia seit 01.07.2011«. Hätte der Angreifer auch noch den 112. Treffer erzielt, wäre das Teil womöglich ein Ladenhüter geworden. Ob das 112. nun am Freitag in Braunschweig folgt? Klos hält den Ball flach: »Ich habe ja gerade erst wieder angefangen mit dem Toreschießen. Aber klar: Wir dürfen jetzt nicht nachlassen. Mit 43 Punkten sind wir rechnerisch noch nicht durch.« Dann lächelte er und sagte: »Ich habe bei Arminia schon viel erlebt. Doch dass eine Mannschaft mit 43 Punkten absteigt, das schaffen nicht mal wir.«

Kommentare

Flo Dick

TS, danke für die Antwort. An einen Vertrag als Anerkennung für vergangene Leistungen habe ich ja noch nicht einmal gedacht. Aber auch das ist ein Argument.
Ich glaube einfach, Arminia wird ein Problem bekommen ohne ihn. Es wird nicht leicht, gleichwertigen Ersatz zu finden.
Verjüngung? Ein Iniesta spielt ja auch. Bei Barcelona.

Florian Dick

# Dieter Pete
Auch ich kann, wie viele andere, nicht verstehen, daß man Florian Dick zum Ende der Saison so abservieren will.
Verjüngung der Manschaft hin oder her, warum bietet man ihn nicht wenigsten einen Jahresvertrag an. Ich möchte mir gar nicht vorstellen wo Arminia stehen würde wenn Mr. Zuverlässig nicht irgendwann in der laufenden Saison seinen Stammplatz auf der rechten Seite zurück bekommen hätte.
Dankbarkeit sieht anders aus . So ein Verhalten passt nicht zu Arminia.

Ergänzung

Vergessen wird bei der Entstehungsgeschichte des 111. Klos-Tores Flo Dick, der Vogi das Ding aufgelegt hat. Ich finde das deshalb erwähnenswert, weil wir uns nächste Saison, wenn Tex rechts hinten wieder spielt, mit Wehmut an diesen feinen Fußballer erinnern werden.

3 Kommentare

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