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Sa., 14.07.2018

Keanu Staude äußert sich erstmals ausführlich zur »Whats-App-Affäre« Staude: »Ich habe viel daraus gelernt«

Keanu Staude musste in letzter Zeit, selbstverschuldet, so manche Hürde überwinden.

Keanu Staude musste in letzter Zeit, selbstverschuldet, so manche Hürde überwinden. Foto: Thomas F. Starke

Kaprun (WB). Keanu Staude scheint geläutert. Der 21-Jährige weiß, dass  die so genannte »Whats-App-Affäre« für ihn auch deutlich schlechter hätte ausgehen können. Im Trainingslager in Kaprun äußerte er sich erstmals direkt gegenüber den Medien. Exklusiv sprach Staude mit dem WESTFALEN-BLATT über den Vorfall und welche Konsequenzen er persönlich gezogen hat.

Anfang Mai wurde eine Sprachnachricht des Offensivspielers öffentlich, die Staude nur einem kleinen Kreis seiner Freunde hatte zukommen lassen. Die Nachricht war bereits im Herbst 2017 aufgenommen und versendet worden. Darin schildert Staude einen Streit, der sich beim Training zwischen ihm und Christoph Hemlein (27) entwickelt und in den sich Stephan Salger (28) und Fabian Klos (30) einschalten. In der Nachricht fallen einige deftige Beleidigungen Staudes, Klos nennt er sogar einen »Hurensohn«.

»Das war natürlich sehr dumm von mir, so über meine Mitspieler zu reden. Es kam aus der Emotion heraus, aber natürlich war es ein großer Fehler«, sagt Staude in Österreich. Direkt nach dem Vorfall hatte er sich in einem Statement des Vereins geäußert und entschuldigt.

»Das gehört sich nicht«

Danach habe er in seinem Leben einige Dinge geändert, betont Staude: »Ich habe viel daraus gelernt. Zum Beispiel, wer meine wahren Freunde sind.« Er habe seinen Freundeskreis dahingehend überprüft, wem er noch vertrauen könne. Zu seiner Ausdrucksweise sagt Staude: »Heutzutage ist es leider so, dass man mit seinen Freunden manchmal so redet. Aber klar, das gehört sich nicht.« Der gebürtige Bielefelder ist froh, dass es in der Mannschaft und speziell bei Fabian Klos »keine Vorbehalte mehr gibt«.

Klos sagt in Kaprun zu der Geschichte: »Ich werde das nie vergessen, aber ich habe es Keanu definitiv verziehen.« Den letzten Hinweis darauf, dass er da »großen Mist gebaut hat, hat er beim letzten Heimspiel der vergangenen Saison gegen Sandhausen von den Fans bekommen (es gab ein großes Pfeifkonzert, Anm. d. Redaktion). Das war ein ganz, ganz großer Denkzettel für ihn.«

Lieblingsposition ist das linke offensive Mittelfeld

Seitdem kann sich Klos nach eigenen Angaben nicht über Staude beklagen. »Er verhält sich mir gegenüber super. Und ich habe keinen Bedarf, da nachtragend zu sein. Ich war auch mal jung, ich habe auch viele dumme Sachen gemacht. Aber ich hatte wahrscheinlich einfach das Glück, dass meine Freunde das anders gehandhabt haben«, sagt Arminias Rekordtorschütze und ergänzt: »Jeder Spieler jeden Alters meckert mal über seine Mitspieler oder über die Trainer. Ich habe das halt nie bei Whats-App gemacht. Ich komme eben auch aus einer anderen Generation, da setzt man sich zusammen und räumt das bei einem Kaffee aus. Dazu kommt noch die Sprache der heutigen Zeit, das ist ja nicht nur in einer Fußballmannschaft so, dass die jungen Leute so untereinander reden. Aber ich habe absolut das Gefühl, dass er daraus gelernt hat. Für mich ist die Sache gegessen.«

Somit kann sich auch Keanu Staude wieder voll und ganz auf das Fußball spielen konzentrieren. Seine Lieblingsposition ist das linke offensive Mittelfeld. »Ich habe aber auch kein damit Problem, wenn der Trainer mich woanders aufstellt.« Staude hofft, beim Saisonauftakt am 5. August beim 1. FC Heidenheim in der Bielefelder Startelf zu stehen. »Natürlich ist das mein Ziel, aber da bin ich nicht der Einzige. Ich möchte der Mannschaft einfach dabei helfen, erfolgreich zu sein. Unser Ziel ist ein einstelliger Tabellenplatz, und den können wir auch erreichen«, sagt Staude. Die Neuzugänge machen auf ihn einen »super Eindruck, alle hängen sich voll rein. Wir haben ein super Team, frisch und hungrig«, ist er überzeugt.

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