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Mo., 03.07.2017

Arminia gewinnt das 165. Bielefelder Derby beim VfB Fichte mit 10:0 – 4000 Zuschauer Am Ende wird’s zweistellig

Arminia-Profi Manuel Prietl im Zweikampf mit Fichte-Spieler Niklas Szeleschus. Der Neuzugang des VfB hatte in der Anfangsphase sogar die große Chance zur Führung, scheiterte aber freistehend an DSC-Keeper Stefan Ortega.

Arminia-Profi Manuel Prietl im Zweikampf mit Fichte-Spieler Niklas Szeleschus. Der Neuzugang des VfB hatte in der Anfangsphase sogar die große Chance zur Führung, scheiterte aber freistehend an DSC-Keeper Stefan Ortega. Foto: Thomas F. Starke

Von Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Passend zum Anpfiff des 165. Bielefelder Traditionsderbys zwischen dem VfB Fichte und Arminia wurde auch das Wetter besser. Vor den Stadion-Kassen bildeten sich lange Schlangen, 4000 Besucher strömten an die Rußheide.

Und sie sollten auf ihre Kosten kommen: Die Zweitligaprofis des DSC präsentierten sich torhungrig und fertigten den Westfalenliga-Aufsteiger mit 10:0 (5:0) ab.

Szeleschus frei vor Ortega

Im Trainergespräch vor dem Anpfiff hatte DSC-Coach Jeff Saibene angekündigt: »Wir wollen Vollgas geben. Jeder hat die Chance, sich 45 Minuten zu zeigen.« Die Profis nahmen die Worte ihres Trainers ernst. Zunächst einmal konnte sich allerdings Fichte-Keeper Michael Arnolds auszeichnen, als er einen Schuss von Andreas Voglsammer entschärfte (4.). Im Gegenzug hätte der krasse Außenseiter sogar in Führung gehen können. VfB-Neuzugang Niklas Szeleschus tauchte frei vor Stefan Ortega auf, doch Arminias Nummer eins blieb Sieger. »Das wäre natürlich ein Highlight gewesen«, trauerte Arnolds dieser Großchance (es sollte die beste des gesamten Spiels bleiben) hinterher. Fichte-Stürmer Clemens Bachmann hatte wenig später eine weitere Gelegenheit, konnte das Leder aber nicht richtig verarbeiten (6.). »Eine dieser Chancen müssen wir machen«, ärgerte sich VfB-Trainer Mario Ermisch.

Dann sorgten die in ihren neuen Trikots angetretenen Arminen für die Glanzlichter auf dem Platz. Keanu Staude (13.), Neuzugang Patrick Weihrauch (20.) und Voglsammer (21.) schossen innerhalb weniger Minuten eine 3:0-Führung heraus. Arminia blieb spielfreudig und hielt das Tempo hoch. Logische Folge: weitere Treffer. Arnolds konnte sich noch einige Male auszeichnen, doch dann schraubten Voglsammer nach einem weiten Abschlag von Ortega und Staude per Kopf nach einer sehenswerten Kombination über die rechte Seite das Ergebnis auf 5:0 in die Höhe. »Das sah streckenweise schon richtig nach Fußball aus«, freute sich DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer zur Pause über den engagierten Auftritt des Zweitligisten.

»Immer wieder eine tolle Geschichte«

In der zweiten Hälfte schickte Jeff Saibene eine komplett neue Elf auf den Rasen, auch die beiden U23-Spieler Mert Cingöz und Moritz Ilg kamen zum Einsatz. Mario Ermisch nahm ebenfalls einige Wechsel vor. Am Spielverlauf änderte sich wenig. Jannik Welkener hätte gegen Nikolai Rehnen im Strafraum fast einen Ball erobert, doch auch daraus wurde nichts aus VfB-Sicht. Dann trat Fabian Klos in Erscheinung. Mit einem Doppelpack erhöhte der Stürmer auf 7:0. Tom Schütz und Sören Brandy legten DSC-Treffer Nummer acht und neun nach. Am Ende wurde es noch zweistellig, als Fichte-Spieler Fatih Karabas nach einer Ecke von Stephan Salger ins eigene Netz traf (89.). Danach waren die Fans an der Reihe. Fast alle Autogramm- und Selfie-Wünsche auf der prall gefüllten Rußheide wurden erfüllt.

Zufrieden zeigte sich auch Fichtes Fußballchef Jobst Hölzenbein: »Ich freue mich, dass so viele Zuschauer gekommen sind. Dieses Derby ist immer wieder eine tolle Geschichte.« Vom Spiel selbst hatte Hölzenbein allerdings fast nichts gesehen. »Ich war nur unterwegs und brauche jetzt zwei neue Füße.«

Zufrieden äußerte sich nach dem Spiel auch Jeff Saibene: »Zehn Tore muss man erst mal machen. Wir haben viel trainiert in dieser Woche. Darum hatte ich vorher auch etwas Bedenken wegen der Frische.«

Auch nach Auffassung von Kollege Mario Ermisch, der wie Saibene jedem Spieler Einsatzzeiten gab, hatte das Derby seinen Zweck erfüllt: »Das Ergebnis interessiert mich nicht. Unsere junge Mannschaft hat in diesem Spiel viel Erfahrung sammeln können. Bei einigen Gegentoren hat man auch gesehen, dass die Erfahrung noch fehlt. Wir haben versucht, den Ball in den eigenen Reihen zu halten und haben uns auch ein paar Chancen herausgespielt.«

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