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Mo., 07.08.2017

Leichtathletik: Weltmeister wird DM-Vize – Grenda glücken Topzeiten Northoffs Kopf ist leer

Nach der WM war die Spannung raus: U18-Weltmeister Timo Northoff musste sich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm mit 18,77 Metern und fünf ungültigen Versuchen begnügen – »nur« Silber für den Favoriten.

Nach der WM war die Spannung raus: U18-Weltmeister Timo Northoff musste sich bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Ulm mit 18,77 Metern und fünf ungültigen Versuchen begnügen – »nur« Silber für den Favoriten. Foto: Wolfgang Birkenstock

Bielefeld  (WB/jm/hw). Der U18-Weltmeister hat seine Supersaison nicht mit einem weiteren Titel vergolden können: Kugelstoßer Timo Northoff vom TuS Jöllenbeck musste bei den Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften im Ulmer Donaustadion mit 18,77 Metern und der Silbermedaille Vorlieb nehmen.

Es siegte Nico Maier (SR Yburg Steinbach) mit 19,54 Metern. Fünf Versuche Northoffs waren ungültig. »Nico hat mich abgezogen. Nach Kenia war mein Kopf noch leer«, bedauerte der hohe Favorit, der im Wettkampf annähernd zwei Meter unter seiner Weltjahresbestleistung (20,72 m) blieb. »Die Luft war einfach raus. Ich bin nie wirklich den Wettkampf reingekommen.« Seine erste Niederlage nach dem wochenlangen Höhenflug trug der 17-Jährige allerdings mit Fassung und Größe: »Nico war deutlich besser als ich und hat deshalb auch verdient gewonnen.« Northoff musste gestehen, dass die Spannung und Konzentration erst gut zwei Wochen nach seinem Triumph bei der Weltmeisterschaft ins Training zurückgekehrt sei. Zu spät, um den nächsten Titel einzuheimsen.

Kathrin Grenda auf den Punkt topfit

Die Jöllenbecker U20-Sprinterin Kathrin Grenda veredelte ihren DM-Start mit neuen Bestzeiten. Erstmals unterbot sie im 100-Meter-Vorlauf die Zwölf-Sekunden-Marke (11,94 sec), bestätigte diese Zeit exakt im Zwischenlauf als Vierte und setzte im Finale noch einen drauf: Mit neuer persönlicher Bestzeit von 11,90 Sekunden, zugleich neuer Kreisrekord, wurde die NRW-Meisterin starke Sechste (wir berichteten). Flott ging es zu: Alle acht Teilnehmerinnen jagten unter zwölf Sekunden ins Ziel.

Davon spürbar angestachelt, stellte Kathrin Grenda nach ordentlicher Vorlaufqualifikation (25,16 sec) auch im 200-Meter-Sprint eine neue Bestleistung auf. Erstmals blieb der Schützling von Dr. Guido Kaulmann »draußen« unter 25 Sekunden und gewann mit fantastischen 24,64 Sekunden das B-Finale. Diese Zeit hätte im A-Lauf für Rang sieben gereicht. »Ich bin selbst überrascht und danke meinem Trainer, dass der Aufbau wieder so geklappt hat, dass ich zum Saisonhöhepunkt auf den Punkt genau in Bestform bin. Das war ja im Winter in Sindelfingen auch schon so«, strahlte Grenda, die in Ulm wegen Oberschenkelproblemen öfter den Physio aufsuchen musste.

Jonas Burgmann erneut über 50 Meter

VfB Fichte-Diskuswerfer Jonas Burgmann, der bei den NRW-Meisterschaften erstmals die 50 Meter übertroffen hatte (50,20 m), bestätigte diese Leistung in Ulm. Im vorletzten Versuch schleuderte er das Sportgerät auf 50,15 Meter und wurde damit starker DM-Sechster. Knapp drei Meter trennten den Kreisrekordhalter von einem Medaillenrang. »Aus Urlaubsgründen konnten wir zuletzt nicht trainieren. 46 Meter und drüber war das Ziel. Einfach super«, freute sich Trainerfuchs Heinz Klatt.

Wie bereits berichtet, wurden die TSVE-Mittelstreckler Clemens Erdmann und Florian Bochert (beide U18) mit extrem schwül-warmen Witterungsbedingungen konfrontiert. Vier der 18 3000-Meter-Starter beendeten das Rennen nicht. Von Beginn an versuchten die 16-jährigen Bielefelder das Tempo im Feld hoch zu halten, um ein nicht allzu taktisches Rennen aufkommen zu lassen. Dabei ließen beide erheblich Kräfte. Eingangs der Zielgeraden lag Mitfavorit Erdmann auf Platz fünf, musste dann aber noch drei Rivalen passieren lassen und verpasste um eine Sekunde den ersten Platz in dem jüngeren Jahrgang seiner Altersklasse – Achter in 9:03,03 Minuten. Florian Bochert finishte auf einem respektablen zwölften Platz (9:16,75 min).

Tjard Gößling (SV Brackwede/U20), der sich über 800 Meter qualifiziert hatte, musste wegen einer Mandelentzündung kurzfristig auf den DM-Start verzichten.

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