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Mo., 27.11.2017

Kastening-Ausfall irreparabel für die TSG – Offiziell 3400 Zuschauer Ohne Führung ins Verderben

Bedröppelte Gesichter bei der TSG, Jubel bei den blauen Jungs aus Spenge: Das Spitzenspiel sah einen verdienten Sieger.

Bedröppelte Gesichter bei der TSG, Jubel bei den blauen Jungs aus Spenge: Das Spitzenspiel sah einen verdienten Sieger. Foto: Jens Senftner

Von Jörg Manthey

Bielefeld (WB). Eigentlich ist nichts passiert. Die 24:27-Heimpleite des Spitzenreiters TSG A-H Bielefeld gegen den Zweiten TuS Spenge hat das Meisterschaftsrennen in der Handball-Oberliga bloß neu gewürzt angesichts jetzt nur noch zwei Punkten Vorsprung. Neben dem OWL-Nachbarn gab es am Freitag noch einen Sieger: den Handball-Standort Bielefeld.

Volker »Zico« Wöstenfeld, einer jener TSG-Heroen, die 1993 an gleicher Stelle den Aufstieg in die 2. Bundesliga vollbracht hatten, schwärmte angesichts der schaulustigen Massen in der Seidensticker Halle: »Ich glaub, ich hab ein Déjà-vu!« Letztlich stellte die TSG mit offiziell 3.400 Zuschauern einen neuen Oberligarekord auf. Der bisherige (2585) aus der Saison 2010/11 zwischen der HSG Handball Lemgo II und HSG Augustdorf/Hövelhof wurde um etwa 900 Zuschauer übertroffen. »Das zeigt doch, welche Akzeptanz die TSG mit ihrem Projekt jetzt schon hat«, genoss Marius Kastening die Atmosphäre.

Kastening scheidet früh aus

Allerdings überwiegend passiv, als Zuschauer. Schon nach sechs Minuten musste der Mittelmann behandelt werden. Beim geglückten Ablaufen eines Reinsch-Gegenstoßes zog er sich offenbar eine Verletzung am linken Schienbeinköpfchen zu. Kastening versuchte es gegen die quirlige 4:2-Deckung des Gastes wohl nochmal, musste aber zähneknirschend abwinken. Ein Niederschlag. Heute ist Röntgen, Dienstag oder Mittwoch soll ein MRT-Termin Gewissheit bringen.

»Zum ersten Mal überhaupt habe ich ein Spiel vorzeitig aus Verletzungsgründen beenden müssen«, sagte der Denker und Lenker, dessen Aus zu keiner Zeit gleichwertig ersetzt werden konnte. Heftige Folge: fehlende Struktur im Angriff. Klare Ansagen wurden vermisst. »Uns fehlte die Führung, der letzte Wille und auch Konsequenz«, kommentierte Trainer Michael Boy den verhängnisvollen Ausfall seines verlängerten Arms.

Überhaupt war viel Selbstkritik zu vernehmen. »In der Halle stimmte alles; mit Ausnahme unserer Leistung«, fand Kreisläufer Tobias Fröbel klare Worte. »Wir haben viel zu wenig klare Chancen kreiert und uns zu viele Fehlwürfe auch Nicht-100-Prozent-Aktionen geleistet.« Spenge habe »erheblich abgezockter« agiert. »Die sind viel besser in die Schnittstellen gegangen. Ab der 45. Minute sind wir für einen Sieg nicht mehr infrage gekommen.«

Starke Schiedsrichter-Leistung

Felix Hendrich entpuppte sich wiederholt als Siebenmetertöter. »Es hätte ein guter Tag werden können«, grübelte der. Dreimal blieb Hendrich Sieger und erntete tosenden Szenenapplaus; bloß konnten seine Vorderleute die schicken Reflexe nicht veredeln. Kastening: »Uns hat vorne die Frische gefehlt. Der Punch ins Tempo war nicht da.«

Die Referees trugen wohltuend ihr Scherflein zu einem denkwürdigen Handballabend bei. Florian Buddenborg und Salah El-Aidi (VfL Gladbeck) boten eine Topleistung. Im Lager des Verlierers hatte niemand Probleme, dem Nachbarn zu einem absolut verdienten Erfolg zu gratulieren. »Spenge hatte die bessere Tagesform. Viele Faktoren haben uns nicht begünstigt, Kleinigkeiten entschieden. Aber wir sehen uns im Rückspiel wieder«, kündigte Trainer Michael Boy dann ein anderes TSG-Auftreten an.

 

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