>

Sa., 02.12.2017

DFB-Pokal-Achtelfinale: Arminias Frauen krasser Außenseiter gegen Turbine Potsdam »Der absolute Höhepunkt des Jahres«

Nach dem VfL Wolfsburg im Vorjahr kommt auf Vivien Brandt und Celine Preuß der nächste dicke Pokal-Brocken zu.

Nach dem VfL Wolfsburg im Vorjahr kommt auf Vivien Brandt und Celine Preuß der nächste dicke Pokal-Brocken zu. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB/jm). Nun ist Turbine Potsdam II im Meisterschaftsspiel der 2. Frauen-Bundesliga schon eine Nummer zu groß gewesen – 1:4! Da reduziert sich die Aussicht erheblich, dass der Underdog DSC Arminia am Sonntag (14 Uhr) die »große« Turbine im Achtelfinale des DFB-Pokals ausschalten kann.

Trainer Markus Wuckel hält sich im Vorfeld verbal betont bedeckt. Keine freche Kampfansage an die Übermacht des Gegners. An einem guten Tag ist aber alles möglich. In der zweiten Runde hatte sich mit dem MSV Duisburg schon ein Erstligist am DSC-Bollwerk die Zähne ausgebissen und war gescheitert.

Wirtschaftlich zahlt sich die Teilnahme an der dritten Runde des Pokalwettbewerbs für die Arminia aus: Vom Deutschen Fußball-Bund gibt’s 4000 Euro. Vor Jahresfrist hatte sich Arminia im Pokal-Achtelfinale gegen das Starensemble des VfL Wolfsburg mit einer Fünfer-Abwehrkette ganz beachtlich aus der Affäre gezogen und »nur« 0:2 verloren. Diesmal kündigt Wuckel eine »etwas offensivere« Gangart an. Seit Wochenbeginn wird an einer vielversprechenden Taktik gefeilt. »Es kommt eine Riesenmannschaft. Solche Spiele pushen. Das ist für uns das absolute Highlight des Jahres«, so Wuckel. »Wir genießen jeden Auftritt in der 2. Liga und erst recht solche Auftritte. Das ist ja immer noch alles Neuland.«

»Wir gehen aktuell nicht auf dem Zahnfleisch«

Der Bielefelder Plan: mit einer engagierten Leistung vor allem in der Defensive das nötige Selbstvertrauen für die anstehenden Meisterschaftsspiele beim SV Henstedt-Ulzburg (10. Dezember) und daheim gegen den VfL Wolfsburg II (17. Dezember) zu holen. Dass sein Team wie im Vorjahr nach dem Pokalspiel konditionell einbricht, schließt Markus Wuckel diesmal aus. »Die Belastung ist anders. Wir gehen aktuell nicht so auf dem Zahnfleisch wie damals.«

Der DSC-Coach registriert vergnügt den Trainingseifer. »Alle bieten sich an. Alle wollen in die Startelf.« Nur eine fällt definitiv aus. Valentina Vogt hatte sich im Mönchengladbach-Spiel eine Knieverletzung zugezogen.

Für Abteilungsleiter Werner Jöstingmeyer ist der 1. FFC Turbine Potsdam »das Synonym für Frauenfußball. Die sind ja schon ewig dabei.« Bei aller Lust auf eine Sensation fände er es vermessen, Siegeshoffnungen zu äußern.

Potsdam hatte schon dem FSV Gütersloh im Pokalwettbewerb die Grenzen aufgezeigt (0:6). Und sowieso hat sich die Schüco-Arena bei Svenja Huth als ein gutes Pflaster eingebrannt. Die Potsdamerin weiß, wo dort die Tore stehen. Erst in der vorigen Woche gastierte die Turbine-Torjägerin dort mit der deutschen Nationalmannschaft und gewann ein Freundschaftsspiel gegen Frankreich, 2019 WM-Gastgeber, mit 4:0 (3:0).

Huth markierte dabei das 2:0 und per Bogenlampe aus 25 Metern den 4:0-Endstand. Mit Johanna Elsig, Tabea Kemme im zentralen Mittelfeld und Bianca Schmidt gehörte in Bielefeld ein weiteres Turbine-Trio zum DFB-Personal.

Internationale Güte

Auch in der Bundesliga hat das Team von Trainer Matthias Rudolph den Knoten durchgeschlagen. Nach sechs Unentschieden in Folge konnte beim 1. FC Köln mit Powerfußball der lang ersehnte Erfolg gefeiert werden. Tabea Kemme und Viktoria Schwalm trafen beim 8:0 doppelt.

Beim Champions League-Sieger von 2010 und 2005 gesellt sich zum DFB-Quartett internationale Güte. Etwa die österreichischen EM-Halbfinalistinnen Sarah Zadrazil und Marina Georgieva, die Schwedin Amanda Ilestedt, die Australierin Elise Kellond-Knight oder die Schweizerinnen Lia Wälti, Eseosa Aigbogun und Rahel Kiwic.

Der Gegner bezieht Quartier im Hotel Brand’s Busch und wird am Samstag in Heepen noch eine Trainingseinheit einlegen. Turbine Potsdam hat vor geraumer Zeit im Kongresshotel am Templiner See ein eigenes Kochbuch vorgestellt. Titel: »So is(s)t Turbine«. Mal schauen, ob der DSC Arminia am Sonntag zu einer schwer verdaulichen Kost wird.

Zuschauer gelangen über den Eingang Süd in die Schüco-Arena. Geöffnet werden die Blöcke G und H. Es herrscht freie Platzwahl. Die Tageskasse wird am Aufgang zwischen dem »Sechzehner« und dem DSC-Museum MAFA platziert.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5326465?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2447933%2F2350436%2F2514639%2F