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Mi., 06.12.2017

Eishockey: Bielefelder Teams machen das Beste aus komplizierten Anstoß- und Trainingszeiten In die Schlittschuhe statt aufs Sofa

Kampf um Bezirksliga-Punkte am späten Sonntagabend: Weil die Oetker-Eisbahn auch für den öffentlichen Laufbetrieb gebraucht wird, muss sich der TSVE Bielefeld bis zum ersten Bully seiner Partien bis zum Abend gedulden.

Kampf um Bezirksliga-Punkte am späten Sonntagabend: Weil die Oetker-Eisbahn auch für den öffentlichen Laufbetrieb gebraucht wird, muss sich der TSVE Bielefeld bis zum ersten Bully seiner Partien bis zum Abend gedulden. Foto: Peter Unger/Archiv

Von Henrik Wittenborn

Bielefeld (WB). Wenn es sich am Sonntagabend bis zu zehn Millionen Deutsche pünktlich zum Beginn des Tatorts auf den heimischen Sofas bequem machen, geht es für die Bielefelder Eishockey-Teams nicht selten erst richtig los: Während im Fernsehen der Täter gesucht wird, stehen der TSVE und die SV Brackwede in der Bezirksliga auf dem Eis.

So auch am vergangenen Sonntag. Um 20 Uhr fiel die erste Scheibe auf der Oetker-Eisbahn zwischen dem TSVE und dem ESV Bergkamen. Abpfiff: Nicht vor 22 Uhr in einer Nacht, an dessen Ende auf den Großteil der Aktiven und Ehrenamtlichen am nächsten Tag das Berufsleben warten wird. »Wir haben uns damit arrangiert und kommen gut zurecht«, sagt Dirk Werner, stellvertretender Abteilungsleiter beim TSVE Bielefeld.

Beschweren über die in anderen Sportarten undenkbaren Zustände will sich bei den hiesigen Eishockey-Teams niemand – und das trotz nicht weniger komplizierter Trainingszeiten. Dienstags darf der TSVE ab 20.45 Uhr, also wenn in der Fußball-Champions-League der Ball rollt, auf das Eis.

Donnerstags muss sich das Team sogar bis 21.30 Uhr gedulden. Und die Eiszeit ist knapp bemessen. Mehr als eine Stunde steht dem TSVE nicht zur Verfügung. »Wenn man sie intensiv nutzt, ist das ausreichend«, sagt Werner.

Eine Eisbahn, Zwei Vereine

Wenn sich sein TSVE auf seine Partien vorbereitet, scharrt der zweite Bielefelder Vertreter in der Eishockey-Bezirksliga schon mit den Kufen. Die SV Brackwede darf dienstags nach dem TSVE auf die Oetker-Eisbahn, um 23 Uhr ist aber auch für die SVB Schluss.

Auch der Tabellenführer akzeptiert die schwierigen Voraussetzungen klaglos. »Man darf nie vergessen, dass wir in Bielefeld keine Eismiete zahlen müssen. Das ist wahrscheinlich eine einmalige Sache«, sagt Abteilungsleiterin Ulla Altmann. Vereine im Ruhrgebiet hätten teils mit noch größeren Sorgen zu kämpfen.

Die Eisbahn müssen sich die Bezirksliga-Teams nach Ende des Laufbetriebs aber nicht nur untereinander teilen. Diverse Jugendteams – der TSVE hat seit dieser Saison Nachwuchsmannschaften gemeldet – und auch die Eiskunstläufer des DSC Arminia wollen laut Müller zu ihrem Recht kommen. »Und die Kinder können ja nicht spät abends auf das Eis.«

Nach der Schließung der Delius-Eisbahn im Jahr 2003 spitzte sich die Lage noch einmal etwas zu. »Wir stoßen an unsere Grenzen«, sagt auch Ulla Altmann.

Keine Doppelspieltage

Als Tabellenführer hat ihre SV Brackwede beste Aussichten, schon im kommenden Jahr eine Liga höher antreten zu dürfen. »Bis dahin ist es aber auch noch ein weiter Weg«, sagt Altmann und meint damit nicht nur die sportliche Herausforderung. »Wenn es soweit ist, müssen wir schauen, ob wir das gestemmt bekommen.«

In der Landesliga stünden 15 Heimspiele auf dem Spielplan, die Oetker-Eisbahn stehe abzüglich der Ferien aber nur an 21 Sonntagen überhaupt zur Verfügung. Mögliche Doppelspieltage seien für die SVB nicht denkbar. »Das ist für die Spieler irgendwann auch nicht mehr zumutbar«, sagt Altmann.

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