Di., 02.01.2018

Hallen-Stadtmeisterschaft: Der Kreisvorsitzende Markus Baumann verteidigt den Modus – 800 Zuschauer weniger als 2015 Glücklose Theesener scheitern an sich selbst

Blank geputzte Pokale: Kreiskassierer Lutz-Peter Oberschelp (rechts) und der Kreisvorsitzende Markus Baumann zeigen sich mit dem Verlauf der Hallen-Stadtmeisterschaft zufrieden.

Blank geputzte Pokale: Kreiskassierer Lutz-Peter Oberschelp (rechts) und der Kreisvorsitzende Markus Baumann zeigen sich mit dem Verlauf der Hallen-Stadtmeisterschaft zufrieden. Foto: Bernhard Pierel

Von Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Die  21. Bielefelder Hallenfußball-Stadtmeisterschaften sind beendet und haben in dem Westfalenligisten VfB Fichte einen neuen Titelträger gefunden, der den diesmal in der Zwischenrunde gescheiterten FC Türk Sport abgelöst hat. »Darauf mussten wir 17 Jahre warten. Scheinbar musste wirklich erst Mario Ermisch zu uns zurückkommen, damit wir mal wieder den Pott holen«, schmunzelte Fichtes Fußballchef Jobst Hölzenbein. Jener Ermisch lobte vor allem die Moral seiner Hallentruppe: »Ob wir die beste Mannschaft waren, weiß ich nicht. Vielleicht waren wir aber die Mannschaft, die es am meisten gewollt hat.«

Enttäuschte Theesener

Verdient gehabt hätte es auch Landesliga-Spitzenreiter VfL Theesen, der jedoch im Halbfinale gegen Arminias U23 klarste Chancen ungenutzt ließ. Hinzu kam Pech; auch mit zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Fabian Lewandowski. Der erkannte nach Rücksprache mit der Turnierleitung einen Treffer von Kai-Niklas Janz nicht an. Angeblich kam der Schuss zum vermeintlichen 3:1 für den VfL erst nach der Pausensirene. Außerdem schickte Lewandowski nach einem Foul von Dominik Neumann, welches eine Attacke von Arminias Oliver Bollwicht zur Folge hatte, beide Spieler für zwei Minuten vom Feld. »Man kann doch nicht ein normales Foul mit einer Tätlichkeit gleichsetzen«, echauffierte sich VfL-Coach Andreas Brandwein. »Es tut zwar weh, so auszuscheiden, und die Jungs sind auch zurecht enttäuscht, aber wir sind selber schuld«, meinte Theesens Sportlicher Leiter Heinz-Werner Stork, der aufmunternd hinzufügte: »Wir standen in den Jahren zuvor viermal in Folge im Endspiel und haben dreimal den Pott geholt. Eine bessere Bilanz kann in Bielefeld kein anderer Verein vorweisen.«

Brandwein fordert Setzliste

Kritische Töne gab es bereits im Vorfeld des Turniers von den Trainern vieler höherklassiger Mannschaften, die den Modus und die Auslosung in Frage stellten. Dadurch, dass es bei den Stadtmeisterschaften keine Setzliste gibt, war diesmal bereits vor dem ersten Anstoß klar, dass einige Favoriten vorzeitig auf der Strecke bleiben und mindestens zwei Kreisliga-Teams in die Endrunde einziehen. Mit C-Ligist TuS Quelle, B-Ligist GSV Cosmos und A-Ligist TuS Brake schafften sogar drei »Underdogs« den Sprung in die Seidensticker Halle. Alle drei schieden im Viertelfinale aus. Stimmung kam in der Halle auch erst ab dem Halbfinale auf. Nicht zuletzt deshalb zeigt Andreas Brandwein wenig Verständnis für den Modus: »Was bringt es den Mannschaften und den Zuschauern, wenn drei von vier Viertelfinals schon vorher entschieden sind. Durch eine Setzliste könnte man von Anfang an für ausgeglichenere Gruppen sorgen.«

Baumann zufrieden

Dem widerspricht der Kreisvorsitzende Markus Baumann: »Wer das Turnier gewinnen will, muss alle anderen schlagen. Außerdem haben ohne Setzliste auch die kleineren Vereine die Möglichkeit, in die Endrunde einzuziehen und sich vor einer großen Kulisse zu präsentieren. Es wäre doch fatal, wenn jedes Jahr die gleichen acht Mannschaften in der Endrunde dabei wären.« Mit dem Verlauf des 2017-Turniers zeigt sich Baumann zufrieden: »Eine gelungene Veranstaltung. Es hat alles reibungslos geklappt, auch dank der guten Arbeit der vier Ausrichter SpVg. Heepen, TuS Jöllenbeck, Kickers Sennestadt und SuK Canlar.«

Für die Endrunde hatte sich Baumann zwar etwas mehr als 2500 Zuschauer erhofft (vor zwei Jahren waren es noch 3300), aber Kreiskassierer Lutz-Peter Oberschelp meinte: »Damit sind wir zufrieden.« Zudem verteidigte Oberschelp die Anhebung des Eintrittspreises für die Endrunde von 5 (2015) auf jetzt 7 Euro. »Fünf Euro wären nicht mehr kostendeckend gewesen. Es ist alles teurer geworden, vom Sicherheitsdienst bis zum Hallenaufbau.«

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