Fr., 12.01.2018

Handball-Oberliga: TSG krampft sich zum 24:22-Sieg über Soest Sprdlik verlangt »mehr Mumm«

Wieder fit: TSG-Regisseur Marius Kastening erzielte vier Tore gegen Soest. Rechts Tim Schuwerack.

Wieder fit: TSG-Regisseur Marius Kastening erzielte vier Tore gegen Soest. Rechts Tim Schuwerack. Foto: Bernhard Pierel

Von Jörg Manthey

Bielefeld  (WB). Viel Kampf und noch mehr Krampf: Die TSG A-H Bielefeld hat am Abend einen glücklichen, aber insgesamt nicht unverdienten 24:22 (12:13)-Heimsieg über den Soester TV eingefahren und so die Spitzenposition in der Handball-Oberliga verteidigt. Dominanz: Fehlanzeige!

Christian Sprdlik war nur mit dem Sieg in einem zerfahrenen und nervösen Spiel zufrieden. »Am Ende hat’s unsere Qualität doch nochmal gebracht. Aber ich möchte eine Mannschaft voller Selbstvertrauen sehen. Körpersprache und Einstellung über 60 Minuten. Mehr Mumm. Das ist die Basis«, sagte der TSG-Geschäftsführer nachdenklich.

6:0-Deckung nicht sattelfest

Lediglich in der Anfangsphase lief es ganz nach Wunsch. Die TSG, die zum Glück wieder auf Marius Kastening und Gustav Rydergård zurückgreifen konnte – weil neben Jonas Zwaka (Pause nach Leidenbruch-Operation) kurzfristig auch die erkrankten Arne Kröger und Tobias Fröbel fehlten und damit zwei wertvolle Alternativen – ging 3:0 in Front. Es dauerte zehn Minuten, bis die risikobereiten Soester ihr erstes Feldtor erzielen konnte (4:2).

Weil die 6:0-Deckung der TSG gestern alles andere als sattelfest war und oft Lücken aufwies, gelangen dem Soester TV mit einfachen Mitteln zahlreiche Kreistore. Der Primus wirkte beeindruckt – 6:5 (15.), 7:7 (18.). Nach dem 10:8 (22.) wurde Mittelmann Marius Kastening in Manndeckung genommen. Seines Kopfes beraubt, blieb der Spitzenreiter sieben Minuten ohne Torerfolg und sah sich in der 29. Minute mit 10:13 im Hintertreffen. Mit einer feinen Balleroberung in Unterzahl konnte Julius Hinz per Tempogegenstoß immerhin noch auf 12:13 verkürzen.

Von 16:18 auf 20:18

Nach dem Wechsel hielt Soest mit seiner lästigen offensiven Abwehr den Bielefelder Rückraum weit weg vom Tor. Und wenn Würfe durchkamen, fehlte es ihnen an Wucht. Soest, erst mit einem Auswärtssieg auf dem Konto, entwickelte mit zunehmender Dauer eine Riesenlust auf eine Sensation. Nach dem 16:18 (44.) stellte Trainer Michael Boy die Deckung um und beorderte Nils Strathmeier nach vorne. Die Maßnahme zeigte Erfolg. Tim Schuwerack (2), Julius Hinz und Johannes Krause mit dem ersten TSG-Rückraumtor im zweiten Abschnitt (52.) veredelten Felix Henrichs Reflexe und holten sich die 20:18-Führung zurück. gut, dass Nils Prüßner nun beim Stand von 20:19 sein erster Treffer überhaupt gelang, nach zuvor fünf Fahrkarten und zwei technischen Fehlern.

Hinz trifft bei angezeigtem Zeitspiel

Bis zum 22:20 (56.) hatte die TSG-Deckung im zweiten Durchgang erst fünf Feldtore zugelassen. Soest setzte von nun an auf den siebten Feldspieler. Beim 23:22 (58.) kam Max Kroll wieder zurück ins Tor. Die TSG hatte nun Glück, dass Leon Wolff einen Gegenstoß an die Latte donnerte. Bei angezeigtem Zeitspiel erhöhte Julius Hinz, der sich an den Kreis gemogelt hatte, knapp 50 Sekunden vor Schluss mit seinem siebten Treffer auf 24:22 erhöhte. Es hätte vielleicht in Unterzahl nochmal brenzlig werden können, aber Kroll zeigte sich bei einem missglückten Picht-Heber vom Siebenmeterpunkt wachsam und pflückte ihn lässig aus der Luft.

Kreisläuferspiel besser im Griff

Michael Boy war erleichtert. »Wir hätten uns das Leben leichter machen können«, sagte er mit Verweis auf die schwache Chancenauswertung vor allem im ersten Durchgang, als zwölf Treffern 13 Fehlversuche gegenüberstanden. »In der zweiten Hälfte hatten wir Soests Kreisläuferspiel besser im Griff. Das war der Schlüssel.« Der Schwede Rydergård verfolgte den zweiten Abschnitt nur als Zuschauer, nachdem er in der 30. Minute seine zweite Zeitstrafe gesehen hatte.

TSG A-H Bielefeld: Kroll/Hendrich – Schuwerack (3), Prüßner (2), Kastening (4), Krause (3), Strathmeier (3), Kirsch, Rydergård. Hinz (7/1), Sewing (2).

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