Di., 06.02.2018

Künftige Jöllenbecker Kopschek und Reinsch in Torlaune TSG will Aufstieg statt Schönheitspreis

Enttäuscht: TuS 97-Trainer Eric Husemann.

Enttäuscht: TuS 97-Trainer Eric Husemann. Foto: Voss

Von Jörg Manthey und Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Ein Sieg ist ein Sieg. Dass das letztlich deutliche 26:18 der TSG A-H Bielefeld über den TuS Ferndorf II nicht immer adrett anzusehen war; sei’s drum. Es waren die Punkte 25 und 26. Die zählen. Die TSG hat keinen Schönheitspreis im Sinn, sie strebt den Aufstieg in die 3. Liga an!

Und dazu trug die Saisonpremiere im Heeper Dom genauso ihr Scherflein bei. Trainer Michael Boy war hinterher bemüht, keinen allzu großen Schatten auf die Leistung zu werfen. Einzig die Chancenverwertung prangerte er an. Allen weiteren Defiziten wollte er konstruktive Kritik entgegensetzen, Lösungsmöglichkeiten.

Kastening: »Das sieht bestimmt zäh aus«

»Wir tun uns einfach schwer gegen quirlige offensive Deckungen«, räumt Mittelmann Marius Kastening ein, der nicht seinen besten Tag erwischte und zwischenzeitlich von Johannes Krause ersetzt wurde. An der Optik änderte dies nichts. »Das sieht bestimmt ziemlich zäh aus von außen, so nach abarbeiten. Für uns geht es vorrangig darum, noch elf Spiele zu gewinnen. Egal wie! Zweiter zu werden habe ich keinen Bock!«, beteuert Kastening.

Der stärkere Mannschaftsteil sei aktuell sicher die Deckung mit einem starken Maximilian Kroll dahinter. In der Rückrunde hat die TSG in zwei Partien erst 38 Gegentore kassiert. »Wären von unseren vielen Chancen nur sieben mehr reingegangen, hätte es 33:18 geheißen. Das wäre schon etwas flüssiger. Wir haben zu viel liegen gelassen.«

Das fetteste Hindernis sei das eigene Anspruchsdenken »à la Bayern München«. Kastening: »So stehen wir uns manchmal selber im Weg. Wichtig ist, dass wir ruhig und sachlich bleiben und die Karnevalspause jetzt nutzen, um uns was Vernünftiges gegen LIT Tribe Germania zurechtzulegen.« Voraussetzung für eine Weiterentwicklung sei: konzentrierte Arbeit.

Ein gebrauchter Tag für Jöllenbeck

Der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck zeigte bei der klaren 18:24 (6:14)-Niederlage bei den Sportfreunden Loxten wieder einmal sein »zweites Gesicht«. In 60 Minuten brachten die Jürmker dabei gerade einmal sechs Rückraumtore zustande. »Wir haben uns vor allem in der ersten Halbzeit durch die aggressive Abwehr von Loxten den Zahn ziehen lassen. Keiner hat Verantwortung übernommen. Das war ein gebrauchter Tag«, monierte Jöllenbecks Geschäftsführer Ralf Klusmann.

Mit Blick auf die Tabelle fügt Klusmann mahnend hinzu: »Wir müssen den Abstand auf Augustdorf stabil halten.« Das Polster des Drittletzten auf die Abstiegsplätze beträgt weiterhin fünf Punkte. Nach der Karnevalspause warten die Spiele gegen Mennighüffen, Ferndorf II und Hemer. »Dann müssen wir wieder punkten und eine andere Leistung zeigen«, weiß Trainer Eric Husemann.

Eine Million für Loxten

Vergleichbares hat es in der ostwestfälischen Handballszene noch nicht gegeben: Mit einer eigenen Stiftung wollen die Sportfreunde Loxten ihre Ge­genwart und Zukunft nachhaltig sichern. Das Grundkapital von einer Million Euro (!) stellt Gönner und Namensgeber Klaus-Peter Reinert in der gleichnamigen Stiftung zur Verfügung. Das eingelegte Stammkapital gehört der Stiftung, soll dauerhaft erhalten bleiben und somit selbst nicht direkt in die Vereinsarbeit fließen.

Stattdessen wollen die Sportfreunde mit dem Betrag zusätzliche Kapitalerträge erwirtschaften, die jährlich abgeschöpft werden, um den Sport im Club zu fördern. Die Identität und der Vereinsgedanke sollen nicht verloren gehen. »Wichtig ist für uns, dass der gesamte Verein nachhaltig profitiert und dass wir unsere Philosophie, auf junge Spieler aus der Region zu setzen, nicht ändern«, betont der SFL-Vorsitzende Andy Evers.

Welge bleibt in Loxten

Torwart Pascal Welge bleibt Loxten auch in der kommenden Saison erhalten. »Ich habe zugesagt. Welchen Aufwand ich betreiben kann, muss ich aber mal sehen«, verriet Welge nach dem Sieg im OWL-Duell. Der Torwart, der gegen den TuS 97 mit starken Paraden einmal mehr zu den Matchwinnern gehörte, will zeitlich etwas kürzer treten.

»Aber die Alternative wäre es gewesen aufzuhören, und darauf hatte ich auch noch keinen Bock.« Der 30-Jährige fühlt sich trotz der Anfahrt aus Bielefeld bei den Versmoldern wohl. »Die Truppe ist super und hat auch großes Potenzial. Leider sind wir noch ein bisschen eine launische Diva.«

Prüßner nicht im Kader

Unbeeindruckt von den bekannt gewordenen Abgängen dreier Leistungsträger hat Oberliga-Tabellenführer TuS Spenge seine Siegesserie ausgebaut. Zum ungefährdeten 30:24-Erfolg im OWL-Derby gegen den Vorletzten HSG Augustdorf/Hövelhof reichte eine solide Leistung – Sieg Nummer elf in Folge.

Die künftigen Jöllenbecker Sebastian Kopschek (7) und Sebastian Reinsch (8), die demnächst offiziell als Neuzugänge beim TuS 97 vorgestellt werden sollen, erzielten die Hälfte der 30 Tore. Der Ex-TSGer Leon Prüßner, der mit Drittligist Longericher SC in Gesprächen steht, bekam indes keine Möglichkeit, sich auszuzeichnen.

Er saß wie Justus Clausing gar nicht auf der Bank und wurde auch nicht auf dem Spielberichtsbogen nachgetragen. Seine Nichtberücksichtigung am Samstag hätte mit dem Wechsel allerdings nichts zu tun gehabt, erklärte sein Trainer Heiko Holtmann: »Leon hat in der Woche nicht gut trainiert. Und wir haben nunmal 15 Leute im Kader. Beim nächsten Mal kann das schon wieder ganz anders aussehen.«

Brake marschiert

In der Landesliga hat der TuS Brake durch den 26:25-Sieg gegen HSV Minden-Nord seine Aufstiegsambitionen untermauert und ist nach Pluspunkten mit Spitzenreiter HCE Bad Oeynhausen, dessen Spiel gegen Hille verlegt wurde, gleichgezogen. Für Brake war es der siebte Sieg im siebten Heimspiel und der achte doppelte Punktgewinn in Folge. »Dieser Sieg stärkt uns enorm«, freut sich Trainer »Max« Rittersberger, der sich in der Rolle des Jägers durchaus wohl fühlt: »Oeynhausen hat die stärkste erste Sieben der Liga. Wir dürfen aber nur auf uns schauen. Wenn wir weiter unsere Aufgaben erledigen, dürfen wir uns auf ein spannendes Finale freuen.« Das direkte Duell gegen den Primus steigt am 10. März in Brake.

TuS 97 II auf Aufstiegskurs

Klar auf Aufstiegskurs steuert in der Bezirksliga die Reserve des TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck. Das 31:28 bei Loxten II war bereits der 13. Sieg in Folge (!) für das Team von Trainer Stephan Neitzel. »Das war ein echter Prüfstein, die Mannschaft hat das sehr ordentlich gemacht«, lobte Neitzel sein Team, das als Spitzenreiter mit zwei Punkten Vorsprung auf den TV Werther weiterhin die besten Aufstiegschancen besitzt. Neitzel: »Wichtig ist, dass wir die Spannung hoch halten.

Wenn uns das gelingt, sehe ich gute Chancen für den Aufstieg. Die Jungs sind fokussiert und gehen sehr gut mit der Situation um. Noch sind aber elf Spiele zu spielen.« Im Kampf um den zweiten Aufstiegsplatz kommt es am kommenden Sonntag zum direkten Duell zwischen Werther und der HSG EGB Bielefeld, die einen Punkt hinter dem TVW in Lauerstellung liegt.

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