Mi., 07.02.2018

Tischtennis: SV Brackwede droht nun doch eine nachträgliche Spielwertung »Wenig Spielraum«

Kleiner Ball, große Aufregung: Auch im Einzel zwischen Brackwedes Yang Lei (links) und Frederik Spreckelsen gab es große Probleme mit dem Spielgerät.

Kleiner Ball, große Aufregung: Auch im Einzel zwischen Brackwedes Yang Lei (links) und Frederik Spreckelsen gab es große Probleme mit dem Spielgerät. Foto: Henrik Wittenborn

Von Henrik Wittenborn

Bielefeld (WB). Böse Überraschung für die SV Brackwede: Nach Lage der Dinge muss der Tischtennis-Drittligist nun doch damit rechnen, die Punkte vom 6:2-Erfolg gegen den TSV Schwarzenbek vor gut eineinhalb Wochen zu verlieren. »Dieser Fall lässt wenig Spielraum«, sagt der zuständige Spielleiter Patrick Festel vom Deutschen Tischtennis-Bund. Ein endgültiges Urteil steht allerdings noch aus.

Damit wendet sich der Fall für die SVB in eine denkbar ungünstige Richtung. Ursprünglich waren die Brackweder Verantwortlichen davon ausgegangen, nur mit einer Geldstrafe für die Vorfälle im Heimspiel gegen Schwarzenbek belangt zu werden. Der Fall: Schon während der ersten Einzel kam es im für die SVB im Abstiegskampf so wichtigen Duell mit den Schwarzenbekern zu Problemen mit den Bällen. TSV-Spitzenspieler Hartmut Lohse monierte als Erster, dass die gespielten Bälle beschädigt seien und somit nach dem Aufkommen auf der Platte unkontrollierbar verspringen.

Spielordnung verbietet Materialwechsel

Nach und nach kam es immer wieder zu Unterbrechungen und Ballwechseln – bis im Einzel von Brackwedes Stefan Höppner plötzlich auch der letzte der 17 zur Verfügung stehenden Bälle zu Bruch ging. Nach langen Diskussionen spielte der TSV seinerzeit unter Protest weiter und verlor die Partie 2:6.

Doch der Schwarzenbeker Protest wird offensichtlich erfolgreich ausfallen. DTTB-Spielleiter Patrick Festel machte den Brackwedern gestern auf Anfrage wenig Hoffnung, dass die Punkte in Bielefeld bleiben. Die Begründung: Laut Festel sehe die Spielordnung eine klare Regelung für das zur Verfügung gestellte Material vor.

In den 89-seitigen Durchführungsbestimmungen des DTTB heißt es in Abschnitt A, Artikel 7.2: »Bei allen Mannschaftskämpfen müssen die Tische, Netzgarnituren und Bälle von jeweils gleicher Farbe, Marke (Fabrikat) und Beschaffenheit (z. B. Bälle aus Zelluloid oder Plastik) sein. Eine Änderung während eines Mannschaftskampfes ist nicht zulässig.«

SV Brackwede ist sich ihrer Schuld bewusst

Zu genau dieser Änderung kam es an besagtem Sonntag allerdings, als mit Trainingsbällen eines anderen Herstellers weitergespielt wurde. Für Festel ein klarer Regelverstoß, der aller Voraussicht nach geahndet werden wird. »Gerade beim Spielball wird so ein Materialwechsel zu einem gravierenden Nachteil. Da gibt es sehr große Unterschiede.«

Dass die SVB als Gastgeber möglicherweise Opfer einer fehlerhaften Ballcharge – nach Angaben von Abteilungsleiter Thorsten List seien seit August nur sieben Bälle kaputt gegangen – geworden sein könnten, ahnt auch Patrick Festel. »Es gibt zwar keine fixe Zahl, wie viele Bälle zur Verfügung stehen müssen, aber die Problematik mit den Plastikbällen ist den Vereinen durchaus bekannt.« Dementsprechend sei es »ein Stück weit fahrlässig« gewesen, nur 17 Bälle zur Verfügung zu haben.

Dem will auch Brackwedes Abteilungsleiter Thorsten List nicht widersprechen: »Wir haben einen Fehler gemacht und suchen nicht nach Ausreden. Fakt ist, dass wir zu wenig Bälle in der Halle hatten.« Ein endgültiges Urteil steht noch aus. In der Nacht zu Dienstag erreichte Festel die Stellungnahme der SV Brackwede, die von Schiedsrichter Rainer Hoffmann liege dem DTTB allerdings noch nicht vor. Sobald dies jedoch der Fall ist, spricht der Spielleiter sein Urteil. Thorsten List kündigte bereits an, auf eine Berufung zu verzichten: »Es macht keinen Sinn, zu versuchen, die Richtlinien immer weiter zu dehnen. Regel ist nun einmal Regel.«

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