Mi., 14.02.2018

Fußball-Westfalenliga: Interview mit VfB-Kapitän Volkan Ünal »Fichte gehört in die Oberliga«

Führungsspieler: Seit dieser Saison trägt Volkan Ünal unter Trainer Mario Ermisch (links) die Kapitänsbinde des VfB Fichte um den Arm. Nach 16 von 30 Spielen steht der VfB allerdings auf einem Abstiegsplatz und gegen Beckum unter Druck.

Führungsspieler: Seit dieser Saison trägt Volkan Ünal unter Trainer Mario Ermisch (links) die Kapitänsbinde des VfB Fichte um den Arm. Nach 16 von 30 Spielen steht der VfB allerdings auf einem Abstiegsplatz und gegen Beckum unter Druck. Foto: Thomas F. Starke

Bielefeld (WB). 14 Spiele trennen den VfB Fichte noch vom Klassenerhalt in der Fußball-Westfalenliga. Am Sonntag machen sich die »Hüpker« allerdings nur von einem Abstiegsplatz auf ihren Weg zum Ligaverbleib. Der erste Zwischenstopp: das Duell mit Tabellennachbar Spvg. Beckum. Vor dem Spiel hat Fichte-Kapitän Volkan Ünal im WESTFALEN-BLATT-Interview mit Henrik Wittenborn über die Ausgangslage des VfB gesprochen.

Herr Ünal, vor dem Start stehen Sie mit dem VfB auf einem Abstiegsplatz. Ist das ein Antrieb oder ein Ballast?

Volkan Ünal: Wir haben bisher unter unseren Möglichkeiten gespielt. Herford hat uns mit dem Sieg gegen Münster II letztes Jahr da unten reingehauen. Natürlich ist es jetzt ein Antrieb, schnellstmöglich wieder über den Strich zu springen.

Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf? Mit etwas Glück wäre wohl deutlich mehr als Platz 14 drin gewesen...

Ünal: Wir hatten vier bis fünf Unentschieden dabei, bei denen wir das Spiel auch hätten gewinnen können. Da hat sich unsere Unerfahrenheit dann doch bemerkbar gemacht. Da fehlte es an der Cleverness. Gegen Rödinghausen II drehen wir das Spiel, kassieren in der 90. und 94. Minute zwei Gegentore und verlieren das Spiel am Ende wieder – davon gab es mehrere Beispiele.

Ihr Trainer Mario Ermisch betonte immer wieder die Unerfahrenheit der Mannschaft. Kann das im Abstiegskampf ein Faktor werden?

Ünal: Das ist ein großer Faktor, warum wir überhaupt da unten stehen. Wir haben viele junge Spieler, die von unten kommen und sich noch entwickeln müssen. Die Westfalenliga ist keine Klasse, in der man sich von heute auf morgen etablieren kann. Das ist ein Lernprozess, der mit der Zeit kommt. Aber unabhängig davon bin ich sicher, dass unsere Qualität am Ende reichen wird, um die Liga zu halten.

Welche Rolle nimmt man unter diesen Voraussetzungen als erfahrener Kapitän ein?

Ünal: Wir älteren Spieler müssen die jüngeren mitziehen und aufbauen. Auch wenn wir mal ein Spiel verlieren, dürfen die Köpfe nicht nach unten gehen. Wir sind auch da, um Mario Ermisch ein bisschen zu unterstützen. Der Trainer ist nicht mitten in der Mannschaft, da müssen die älteren Spieler auch intern anpacken.

»Man darf nicht immer nur Unentschieden spielen«

Wie gelingt am Ende trotzdem der erhoffte Klassenerhalt?

Ünal: Es ist ganz einfach: Wir müssen punkten. Wenn man in der Liga bleiben will, darf man nicht immer nur Unentschieden spielen und muss auch mal ein dreckiges 1:0 über die Zeit bringen und nicht zu viel wollen. Solche Kleinigkeiten sind in dieser Liga entscheidend. Wir haben gegen die großen Mannschaften gut gepunktet, aber gegen unsere direkte Konkurrenz bisher nicht gewonnen. Das hat uns zurückgeworfen.

Personell hat sich mit den Verpflichtungen von Oliver Bollwicht, Ilijan Ridic und Eike Baehr noch einmal einiges getan. Ist die Mannschaft dadurch besser geworden?

Ünal: Wir hatten durch viele Absagen gerade einmal zwei Testspiele – das kann man also noch nicht sagen. Aber mit Oliver Bollwicht haben wir einen guten Innenverteidiger gewonnen. Er strahlt am Ball sehr viel Ruhe aus und kann uns echt weiterbringen.

»In der Westfalenliga oben mitspielen«

Mit Mario Ermisch gab es schon im Sommer einen Trainerwechsel. Ist es mitunter schwierig, den Ansprüchen eines regionalligaerfahrenen Trainers gerecht zu werden?

Ünal: Wer Mario kennt, der weiß, dass er ein absoluter Perfektionist ist. Er versucht immer 100 Prozent herauszuholen, auch wenn es etwas länger dauert. Aber irgendwo muss sein Erfolg eben auch herkommen; davor kann man nur großen Respekt haben. Ich glaube jemanden wie Mario kann man nicht zufrieden stellen. (lacht) Er will immer mehr und ist sehr ehrgeizig. Aber das ist natürlich völlig in Ordnung.

Abgesehen vom Klassenerhalt – was wollen Sie mit dem VfB Fichte noch erreichen?

Ünal: Ich habe meine Jugend beim VfB verbracht, deshalb ist das ein ganz besonderer Verein für mich. Wir hoffen, dass wir uns längerfristig so weiterentwickeln, dass wir in der Westfalenliga auch oben mitspielen können. Irgendwann können wir dann eventuell auch die Oberliga anpeilen – da gehört der Verein meiner Meinung nach auch hin.

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