Mi., 07.03.2018

Fußball: Arminias B-Mädchen führen die Westfalenliga vor Spitzenspiel in Gütersloh an Der Traum vom Durchmarsch lebt

Paradebeispiel: Lea Malin Mößinger (links) führte als Kapitänin gegen Freudenberg nicht nur Arminias B-Mädchen auf das Feld, sondern stand beim Rückrundenauftakt gegen den SV Meppen 80 Minuten für die Zweitliga-Frauen auf dem Platz.

Paradebeispiel: Lea Malin Mößinger (links) führte als Kapitänin gegen Freudenberg nicht nur Arminias B-Mädchen auf das Feld, sondern stand beim Rückrundenauftakt gegen den SV Meppen 80 Minuten für die Zweitliga-Frauen auf dem Platz. Foto: Henrik Wittenborn

Von Henrik Wittenborn

Bielefeld (WB). Klappt’s mit dem Doppelaufstieg? Nicht nur die Fußballerinnen des DSC Arminia haben mit der eingleisigen 2. Bundesliga den Sprung in die höhere Spielklasse dicht vor Augen. Auch im Bielefelder Unterbau könnte im Juni ein Aufstieg gefeiert werden – von den B-Mädchen des DSC.

Eine derart gute Ausgangslage hätte sich Trainer Jan Reineke nach dem Aufstieg aus der Bezirks- in die Westfalenliga nicht träumen lassen. »Wir hatten das schon ein bisschen im Hinterkopf, aber in erster Linie wollten wir erst einmal nichts mit dem Abstiegs zu tun haben«, erinnert sich Reineke.

Souveräner Sieg gegen Freudenberg

Von derart bescheidenen Zielen muss ein halbes Jahr später keine Rede mehr sein: Die Bielefelderinnen zählen neben dem Lokalrivalen vom FSV Gütersloh II zu den Topteams und haben den Durchmarsch in die Regionalliga schon jetzt vor Augen. »Und wir wollen am Ende vor Gütersloh stehen«, sagt Reineke selbstbewusst.

Am Wochenende machte sein Team den nächsten großen Schritt in die richtige Richtung: Gegen Fortuna Freudenberg stand nach einer über 80 Minuten dominanten Leistung ein klarer 3:0-Sieg. Arminia darf damit zumindest vorerst das Gefühl der Tabellenführung genießen. Spitzenreiter Gütersloh hatte am Wochenende spielfrei und musste den DSC kampflos vorbeiziehen lassen. »Das fühlt sich sehr gut an«, gesteht Reineke.

Ob die Bielefelderinnen bereit für den großen Wurf sind, wird sich wohl endgültig am übernächsten Sonntag zeigen. Dann nämlich sind Jan Reineke und sein Team beim FSV zu Gast und müssen ihre Spitzenposition verteidigen. »Es sollte kein großes Problem für uns sein, dass wir jetzt der Gejagte sind. Das waren wir letzte Saison schließlich vom ersten bis zum letzten Spieltag. Wir können mit dem Druck umgehen.«

Personeller Umbruch

Den Grundstein für eine derart erfolgreiche Saison legten Reineke und sein Team schon lange vor den Wochen der Wahrheit. »Wir haben schon letztes Jahr eine Menge richtig gemacht.« Damals spielten die Bielefelderinnen noch in der Bezirksliga. Nach einem personellen Neuaufbau mit vielen externen Verstärkungen für Kader und Funktionsteam merkte man beim DSC laut Reineke allerdings schnell, dass »die Bezirksliga irgendwie die falsche Liga für uns ist.«

Arminia marschierte nicht nur zum Aufstieg, sondern in der Folge auch durch die Westfalenliga – nach kurzen Startschwierigkeiten. Gleich zu Saisonbeginn setzte es im Hinspiel gegen Freudenberg die bisher einzige Niederlage, es folgte ein Unentschieden gegen Spitzenreiter Gütersloh. »Wir hatten im Sommer das Glück, dass wir nur sechs Spielerinnen als Altjahrgang in den Damen-Bereich abgeben mussten«, sagt Reineke.

Seiner Meinung nach war der Leistungsschub allerdings auch dringend notwendig. »Wenn sich eine erste Mannschaft so schnell entwickelt und es wahrscheinlich in die eingleisige 2. Bundesliga schafft, dann muss auch dahinter etwas passieren.«

»Drei bis vier Spielerinnen für den Zweitliga-Kader ausbilden«

Und dass die Bielefelder B-Mädchen selbst nah an dran an der Zweitliga-Mannschaft sind, zeigte sich erst beim Rückrundenauftakt des Teams von Markus Wuckel. Beim 1:4 gegen den SV Meppen stand mit Lea Malin Mößinger Arminias U17-Kapitänin 80 Minuten lang auf dem Platz. »Das macht uns stolz«, verrät Reineke, der den engen Austausch mit Markus Wuckel und Abteilungsleiter Werner Jöstingmeyer zu schätzen weiß.

Mit Neele Winkler und Jasmin Siemann könnten sich demnächst zwei weitere seiner Spielerinnen in Wuckels Kader festbeißen. »Unser Ziel ist es, drei bis vier Spielerinnen für den Zweitliga-Kader auszubilden. Den Rest wollen wir im Verein halten, damit es auch für die zweite Mannschaft mal eine Liga höher geht«, erklärt Reineke die Bielefelder Strategie.

Sportlich konzentrieren sich er und Trainerkollege Bastian Melchert allerdings erst einmal auf die ausstehenden acht Partien in der Westfalenliga – und vielleicht schon bald auch auf die doppelte Aufstiegssause. . .

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