Mo., 09.04.2018

Handball-Oberliga: 28:26-Heimsieg gegen Hamm II TSG schenkt Boy zwei Punkte zum Geburtstag

Linksaußen Julius Hinz, schon im Hinspiel bester TSG-Schütze, langte gegen Hamm-Westfalen II neunmal hin. Vom Siebenmeterpunkt erzielte der Blondschopf in den Schlussminuten die Tore zum 26:24, 27:25 und 28:26.

Linksaußen Julius Hinz, schon im Hinspiel bester TSG-Schütze, langte gegen Hamm-Westfalen II neunmal hin. Vom Siebenmeterpunkt erzielte der Blondschopf in den Schlussminuten die Tore zum 26:24, 27:25 und 28:26. Foto: Bernhard Pierel

Von Jörg Manthey

Bielefeld(WB). Drei Wochen nach dem Spenge-Desaster bleibt die TSG A-H Bielefeld dem Spitzenreiter der Handball-Oberliga weiter auf den Fersen. Der mühsam erkämpfte 28:26 (15:15)-Heimerfolg am Samstagabend über den ASV Hamm-Westfalen II war auch ein Geschenk für Trainer Michael Boy zu dessen 37. Geburtstag.

»Es war ein Kampfspiel. Wir haben den Kampf bloß zu spät angenommen«, monierte Kapitän Dr. Carl-Moritz Wagner den Arbeitssieg und stellte heraus: »Wir wollten immer gewinnen. Das stimmt mich zuversichtlich.« Vor der Minuskulisse von 300 Zuschauern in der Seidensticker Halle erwischte die TSG einen schlechten Start. Hamms Bundesligareserve , die auf ihre beiden Topscorer David Wiencek und Kim Voss-Fels verzichten musste, bot eine quirlige 3:2:1-Deckung auf.

Torwartwechsel zur Pause eine »Bauchentscheidung«

Gegen die fand die TSG wohl Lösungen, ließ es aber an präzisen Abschlüssen vermissen. Nach drei Fehlversuchen aus dem Rückraum und einem weiten Kroll-Pass, der zu weit war für Julius Hinz, stand es 1:4 (6.). Über 3:4 (9.) und 6:7 (15.) glückte Nils Strathmeier der erstmalige Ausgleich (8:8, 19.), Johannes Krause die erste Führung (10:9, 23.). In der Folge konnte sich der Gastgeber mehrfach auf zwei Tore absetzen, musste aber zur Pause in ein 15:15 einwilligen. Insgesamt elf Fehlversuche, dazu einige technische Fehler, waren eine zu hohe Hypothek.

Maximilian Kroll spielte mit neun gehaltenen Bällen eine durchaus solide erste Hälfte. Dass Michael Boy in der Pause einen Torwartwechsel vornahm, sei eine »Bauchentscheidung« von ihm gewesen. Es war eine gute: Felix Hendrich zeigte zwölf Paraden und gab damit seinem Team in umkämpften Phasen die notwendige Rückendeckung.

Auch der Start in den zweiten Abschnitt verlief fehlerhaft. Nach dem 15:17 (37.) lief die TSG lange einem Rückstand hinterher. Zudem reduzierte sich das Aufgebot an einsatzfähigen Bielefelder Rückraumspielern von vier auf zwei, nachdem bis zum 19:21 mit Jonas Zwaka (Nase) und Johannes Krause (Rücken) ein Duo ausfiel, das zwischenzeitlich von Marius Kastening den Mittelpart übernommen hatte. Nach dem 20:22 (50.) versuchte sich der etatmäßige Kreisläufer Tobias Fröbel als vierter Strippenzieher. »Auch Handball einfach kann zum Erfolg führen«, schmunzelte der und spielte die Dinge auf den Punkt.

Sewing holt die Führung zurück

Beim 24:23 holte Luca Sewing die Führung für die TSG zurück, legte mit seinem siebten Treffer zum 25:23 (55.) nach und wurde hinterher von Boy mit einem Sonderlob bedacht. Vom Siebenmeterpunkt traf Julius Hinz zum 26:24 und 27:25 (58.). Als Fröbel in dieser Phase ein Stürmerfoul unterlief, roch es sogar nach einem Unentschieden, das ASV-Trainer Tobias Mateina auch als gerechtfertigt empfunden hätte. »Wir haben die TSG vor ordentliche Aufgaben gestellt. Ein 27:27 wäre verdient gewesen.«

Dr. Carl-Moritz Wagner hatte etwas dagegen. Seinen Ballgewinn veredelte Julius Hinz von der Marke 30 Sekunden vor Schluss mit dem 28:26-Siegtreffer. Die Erleichterung in Reihen des Tabellenzweiten war spürbar. Michael Boy freute sich über das Happy-Birthday-Ständchen seiner Schützlinge im Siegerkreis. »Zwei Punkte. Gut ist!« Geschäftsführer Christian Sprdlik stellte fest: »Wir sind noch da!« Natürlich sei handballerisch nicht alles rund gelaufen. Aber: »Wir müssen das Feuer am Laufen halten!«

Am Rande der Partie deutete der angeschlagene Linkshänder Nils Prüßner – ebenso wie Gustav Rydergård ohne Einsatzzeit – an, dass er nach dieser Saison aus beruflichen Gründen wohl bei der TSG ausscheiden werde.

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