Di., 10.04.2018

TuS 97 im Endspurt um Ruhe bemüht – TSG kann nur weiter siegen und hoffen Im Oberliga-Keller wird’s dramatisch

Skeptische Blicke auf der TSG-Bank, von rechts: Trainer Michael Boy, Dr. Carl-Moritz Wagner und Marius Kastening.

Skeptische Blicke auf der TSG-Bank, von rechts: Trainer Michael Boy, Dr. Carl-Moritz Wagner und Marius Kastening. Foto: Bernhard Pierel

Von Jörg Manthey und Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Nichts Neues an der Tabellenspitze der Handball-Oberliga. Das Dauerhoch des TuS Spenge hält an, die TSG A-H Bielefeld bewahrt mühsam die Lauerstellung. Immer dramatischer wird es hingegen im Tabellenkeller. Von Tabellenplatz neun an sind alle Mannschaften abstiegsgefährdet. Mittendrin: der TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck!

Immer wieder mal streute die TSG beim 28:26 gegen ASV Hamm-Westfalen II handballerische Leckerlis ein. Ob der Rückwärtspass von Tobias Fröbel, den Nils Strathmeier per Gegenstoß zum 11:9 veredelte. Oder wie listig Julius Hinz den Ball vor dem 12:10 zu Vollstrecker Johannes Krause ablegte. Für die schnörkellosen Sachen war Links-Wumme Luca Sewing zuständig; ganz wichtig, dass er so effektiv Verantwortung übernahm. Mal ganz abgesehen von den irren Paraden Felix Hendrichs. Gleichwohl war der Willen des Tabellenzweiten imponierender als sein Handwerk.

»Wir haben sicher noch Luft nach oben. Dafür nie aufgehört, dran zu glauben«, meinte Trainer Michael Boy, der bis zum 15:15 viele zu leichte Gegentore registrierte. »Wir haben sie im Spiel Sechs gegen Sechs nicht zum Stehen gekriegt. Das hat in der zweiten Hälfte besser geklappt.«

Bis zum Schluss durchziehen

Wichtig seien nur die beiden Punkte gewesen, meinte Tobias Fröbel erleichtert. »Ich gucke nicht mehr auf die Tabelle. Unsere einzige Option ist, bis zum Schluss voll durchzuziehen. Wir müssen noch zehn Punkte holen. Der Rest liegt in der Hand des TuS Spenge«, so Fröbel, der Hamm II ein Kompliment zollte: »Die haben gekämpft wie die Löwen.« Insofern war ASV-Coach Tobias Mateina hinterher auch hin- und hergerissen; lag doch überwiegend sein Team in Front. »Vor dem Spiel hätte ich in unserer Konstellation in eine Niederlage mit zwei Toren eingewilligt. Doch für uns war heute mehr drin.« Dr. Carl-Moritz Wagner (»Wir haben den Kampf spät angenommen, dann aber richtig«) hofft, dass seine TSG auch in den restlichen fünf Spielen triumphiert. »Wir haben eine Verantwortung dem Verein gegenüber. Jeder von uns muss einfach bis zum 12. Mai das Beste von dem geben, was er hat.«

Michael Boy ist gespannt, wie der TuS Spenge die physische Belastung wegstecken wird, zwischen dem 22. April (in Mennighüffen) und 30. April (in Hemer) vier Meisterschaftsspiele bestreiten zu müssen. Strauchelt der Primus dort nicht, steht der Aufstieg in die 3. Liga fest. Entwarnung gibt es derweil bei Jonas Zwaka (Nase) und Johannes Krause (Rücken); Boy rechnet am Freitagabend um 20 Uhr in Möllbergen mit beider Einsatz. Bei Gustav Rydergård haben sich die Rückenschmerzen verschlimmert; ein MRT-Termin soll Klarheit bringen. Boy: »Ich glaube nicht, dass er uns in Möllbergen helfen kann.«

TuS 97 mitten in der Lotterie

Beim TuS 97 Bielefeld-Jöllenbeck ist man nach dem 26:32-Heimpatzer gegen den direkten HSG Augustdorf/Hövelhof um Ruhe und Realitätssinn bemüht. »Uns war immer klar, dass es bis zum Ende eng werden könnte. Darum dürfen wir jetzt auch nicht die Nerven verlieren. Wir haben noch fünf Spiele, in denen wir punkten können«, betont der Sportliche Leiter Thorsten Lehmeier. Dabei dürfen sich die Jürmker (Platz zehn) aber nicht nur auf das letzte Heimspiel am 5. Mai gegen die bereits als Absteiger feststehende HSG Gevelsberg-Silschede verlassen. Lehmeier: »Wir werden wohl mindestens 20 Punkte brauchen.« Aktuell sind es 16 Zähler auf der Habenseite. Der Vorsprung auf den zweiten Abstiegsplatz, den jetzt der TuS Möllbergen einnimmt, beträgt nach dem klar vergebenen Matchball gegen Augustdorf aber nur noch ein Punkt. Den kommenden drei Spielen in Soest, gegen Gladbeck und bei LIT Tribe Germania kommt demnach eine immense Bedeutung zu, denn ein echtes Finale am letzten Spieltag (12. Mai) beim TuS Spenge sollten die Jürmker tunlichst vermeiden.

»Wir dürfen jetzt nur von Woche zu Woche denken und müssen zusehen, dass wir unsere Punkte holen«, sagt Eric Husemann. Nach der Pleite gegen Augustdorf zeigte sich der TuS 97-Trainer »ganz schön enttäuscht« über die Leistung seiner Mannschaft: »Wir haben vorne wie hinten überhaupt keinen Zugriff gefunden.«

HSG-Trainer Micky Reiners freute sich derweil über den verdienten Streich im OWL-Derby, den zusätzlich gewonnenen direkten Vergleich und den Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz: »Vorher hatte ich ein mulmiges Gefühl, aber wir haben uns insgesamt stabilisiert und auch in der Höhe verdient gewonnen.« Augustdorf ist nunmehr seit sechs Spielen ungeschlagen (9:3 Punkte) und scheint in der Abstiegs-Lotterie »einer aus fünf« – den Rangneunten Hamm II und den Vorletzten Möllbergen trennen lediglich zwei Punkte – gute Karten zu haben.

Brake bleibt auf Kurs

Alle Trümpfe im Kampf um den Aufstieg in die Verbandsliga hält weiterhin Landesliga-Spitzenreiter TuS Brake in der Hand. Das 23:23 im Topspiel gegen Lahde/Quetzen könnte ein Meilenstein auf den Weg zum Aufstieg gewesen sein, auch wenn Trainer »Max« Rittersberger vorsichtig bleibt: »Unsere Situation hat sich zwar leicht verbessert, bleibt aber heikel.« Das könnte am kommenden Samstag bereits anders aussehen, falls Brake auch die Hürde beim Tabellendritten TuS Spenge II meistern sollte. Aktuell beträgt der Vorsprung auf Lahde drei und auf Spenge vier Punkte.

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