Di., 17.04.2018

Viele Arminen müssen sich neu orientieren – Fichte zeigt Reaktion – Theesen »steigt gerne auf« Endstation U19

Die Chancen schwinden: Arminias U19 wird den Abstieg aus der Bundesliga wohl nicht mehr verhindern können.

Die Chancen schwinden: Arminias U19 wird den Abstieg aus der Bundesliga wohl nicht mehr verhindern können. Foto: Thomas F. Starke

Von Henrik Wittenborn, Luis Langert und Arndt Wienböker

Bielefeld (WB). Spätestens seit dem 0:4 gegen Fortuna Düsseldorf kann und muss Arminias U19 für die A-Junioren-Westfalenliga planen. Das darf auch der VfB Fichte dank einer starken Mannschaftsleistung wieder etwas optimistischer tun. Und auch der VfL Theesen nimmt nach dem Sieg im Topspiel allmählich einen möglichen Aufstieg ins Visier.

Standards »Gutes Mittel«

Fast ein halbes Jahr musste Fichtes Furkan Ars zuschauen, wie sich sein Team mehr schlecht als recht Richtung Westfalenliga-Klassenerhalt müht. Beim 3:1 gegen den SC Roland Beckum durfte der flinke Außen zum ersten Mal nach seiner Innenbandverletzung im Knie wieder von Beginn an ran. Und brauchte bis zu seinem Treffer zum wichtigen 1:0 gerade einmal zehn Minuten, um seinen Wert für die Hüpker zu demonstrieren. »Für mich war es wichtig, jetzt endlich wieder von Beginn an dabei sein zu können. Und noch wichtiger waren die drei Punkte«, sagte Ars. Die hatte sich der VfB nach mehreren erschreckend harmlosen Vorstellungen gegen den schwachen SC Roland endlich redlich verdient. »Wir waren in den Zweikämpfen wieder da«, beobachtete Mario Ermisch.

Den neuen Einsatzwillen führte Fichtes Trainer auch auf die umfassenden Umbaumaßnahmen in seiner Startaufstellung zurück. Neben Ars rückte mit Ugurcan Pehlivan, Oguz Peker und Benjamin Mulamba ein weiteres Trio in die erste Elf. Und nicht nur beim »Wer«, sondern auch beim »Wo« stellte Ermisch kräftig um. So rückte David Schwesig von der Außen- in die Innenverteidigung und Pehlivan ging den umgekehrten Weg. Dazu fand sich der agile Niklas Szeleschus, der im Sommer zum SC Roland wechseln wird, auf der rechten Außenbahn und Doppeltorschütze Maximilian Helf in der Innenverteidigung wieder. Ermisch: »Ich habe die Leute aufgestellt, die dafür stehen, dass sie den Kampf annehmen.«

Was Matchwinner Helf, Rückkehrer Ars und Trainer Ermisch am Sonntag so kurz nach Abpfiff einte: Unabhängig voneinander befragt sprachen sie alle von einer »starken Mannschaftsleistung. Wenn wir immer so aufgetreten wären, würden wir nicht da unten stehen«, sagt Ermisch. Kampfgeist wird auch am kommenden Sonntag in Stadtlohn gefordert sein. Fichtes Manager Murat Karanfil darf seine Arbeit zumindest wieder ein Stück weit mehr in Richtung Westfalenliga ausrichten, auch wenn der VfB weiterhin auf einem Abstiegsplatz verweilt: »Wir sind im Moment in vielen Gesprächen mit interessanten Spielern. Aber vieles hängt eben doch von der Liga ab, in der wir nach dem Sommer spielen.«

Theesen holt zwei Neue

Es waren viele strahlende Gesichter zu sehen im Lager des VfL Theesen. Nach dem deutlichen 4:0-Erfolg über den SuS Bad Westernkotten hat die Elf von Andreas Brandwein vier Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten TuS Tengern (0:1 gegen Vlotho) und noch ein Spiel in der Hinterhand. »Wenn wir uns sportlich qualifizieren, dann steigen wir am Ende auch gerne auf und haben dann nächste Saison das klare Ziel Klassenerhalt«, sagt der Sportliche Leiter Heinz-Werner Stork. Der gibt zudem zwei weitere Neuzugänge für die kommende Saison bekannt: Von Arminias U23, die am Ende der Saison aufgelöst wird, kommt Mittelfeldspieler Franz Klose. Außerdem hat Julian Strathoff vom Ligakonkurrenten Viktoria Rietberg in Theesen zugesagt. Die Personalplanungen seien damit nahezu abgeschlossen, betont Stork: »Wir stellen die Mannschaft nach unseren finanziellen und sportlichen Möglichkeiten zusammen – unabhängig von der Liga. Wenn es dann die Westfalenliga sein sollte, gehen wir das an, auch wenn wir wissen, dass es schwierig wird.«

Die Chancen auf den Aufstieg stehen jedenfalls besser denn je, denn auch der Landesligazweite wird auf jeden Fall eine Relegationschance erhalten. »Nach dem aktuellen Stand werden aus den vier Landesligen insgesamt sieben Mannschaften aufsteigen. Es könnten bei entsprechender Konstellation sogar acht sein«, erklärt Staffelleiter Friedhelm Spey. Das Prozedere: Es würde gelost. Zwei Teams wären danach direkt aufgestiegen. Die beiden anderen Landesligazweiten würden an einem neutralen Ort den dritten zusätzlichen Aufsteiger ermitteln.

Theesens Trainer Andreas Brandwein sieht den Verein in der Landesliga zwar grundsätzlich gut aufgehoben, ein Aufstiegsverzicht wäre aber auch für ihn kein Thema: »Wenn wir aufsteigen sollten, dann steigen wir auf.«

Schwindende Perspektive

Bis zum Schluss würde man bei Arminias U19 an den Klassenerhalt glauben, hatte Trainer Arsenije Klisuric vor dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf betont. Für die Bielefelder ist das Ende in der A-Junioren-Bundesliga spätestens seit dem 0:4 am Samstag ganz nah. Und laut Klisuric konnten seine Arminen über 90 Minuten nur wenig Argumente liefern, die für ein Wunder sprechen. »Sobald wir ein frühes Gegentor kassieren, kommen wir aus diesem mentalen Loch kaum einmal heraus«, hat Klisuric beobachtet.

Die Chancen auf den Klassenerhalt haben sich noch einmal dramatisch minimiert. Dem DSC bleiben nur noch drei Spiele gegen Arminia Klosterhardt und die Topteams FC Schalke und VfL Bochum, um in der Bundesliga zu bleiben. Angesichts von sechs Punkten Rückstand auf Mönchengladbach auf dem ersten Abstiegsplatz (ab Rang zehn sind alle Mannschaften gesichert), dürfte das eine unmögliche Mission sein.

»Wir planen natürlich auch schon für die Westfalenliga und sprechen mit potenziellen Zugängen«, sagt Klisuric. Zumindest die Altjahrgänge im Bielefelder Kader müssen sich im Sommer wohl komplett neu aufstellen: Durch die Abmeldung der U23 fehlt ihnen beim DSC die Perspektive. Dass es nach Cerruti Siya, Can Özkan und Roberto Massimo ein weiterer U19-Spieler in den Profikader schafft, ist – Stand jetzt – eher unwahrscheinlich. »Das hat der ein oder andere mit Sicherheit auch im Kopf«, weiß Klisuric.

Heute Abend ist Arminias U19 im Westfalenpokal gefordert. Gegner im Viertelfinale ist der FC Schalke 04. Die Partie wird um 19 Uhr im Stadion Brackwede angepfiffen.

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