Di., 15.05.2018

Handball-Oberliga: Nach der Vizemeisterschaft wird ein neuer Anlauf gestartet »Das TSG-Projekt lebt weiter!«

Vor dem letzten Heimspiel gegen Mennighüffen (23:25) verabschiedete TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik (links) Trainer Michael Boy, die Spieler Nils Prüßner (Standby-Modus) und Marius Kastening sowie Physiotherapeut Stephan Winkelmann.

Vor dem letzten Heimspiel gegen Mennighüffen (23:25) verabschiedete TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik (links) Trainer Michael Boy, die Spieler Nils Prüßner (Standby-Modus) und Marius Kastening sowie Physiotherapeut Stephan Winkelmann. Foto: Jörg Manthey

Von Jörg Manthey

Bielefeld (WB). Die TSG A-H Bielefeld hat die Saison in der Handball-Oberliga mit dem zweitbesten möglichen Resultat abgeschlossen. Trotz der Vizemeisterschaft schwingt aber auch Frust mit.

Michael Boy ist stolz

»Ich bin stolz auf das, was die Jungs geleistet haben«, blickt der scheidende Trainer Michael Boy versöhnlich auf eine Saison mit Höhen und Tiefen zurück. Kapitän Dr. Carl-Moritz Wagner ergänzt: »Der zweite Platz ist in Ordnung. Auch wenn es sich schwer anfühlt, euphorisch zu sein. Es geht jetzt darum, konstruktiv die Mängel aufzuarbeiten und dann die ganze Energie nach vorne zu lenken – nicht nach hinten.«

Kreisläufer Tobias Fröbel weiß, warum es »nur« zur Vizemeisterschaft gereicht hat. »In den wichtigen Partien haben wir nicht unsere Leistung auf die Platte bekommen«, erinnert er an die verlorenen Topspiele (24:27, 27:36) gegen Aufsteiger TuS Spenge, die dem Team einen nachhaltigen Knacks versetzten. Boy räumt ein: »Das Rückspiel gegen Spenge zählt zu den bittersten Momenten meiner Trainerzeit bei der TSG. Da war ich echt hilflos. Ich habe alles versucht, nichts hat gefruchtet.«

Linksaußen-Blitz Julius Hinz ist mit 181/65 Toren der beste Schütze der TSG und zudem die Nummer zwei der Liga. »Das ist aber völlig zweitrangig«, stellt der Blondschopf klar. Der Hannoveraner hat sich gleich in seinem ersten Jahr in Bielefeld zum Publikumsliebling aufgeschwungen. »Wir hatten uns den Saisonausgang anders vorgestellt«, verrät er. Hauptmanko sei gewesen, dass »wir uns im Laufe der Saison nicht verbessert haben. Wir haben unseren Stiefel durchgespielt, und das hat in gewissen Spielen nicht mehr gereicht. Aber das TSG-Projekt lebt weiter!«

TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik hat erkannt: »Jeder trägt sein Päckchen Unmut mit sich.« Der verpasste Aufstieg sei ein Resultat dessen gewesen, dass die Mannschaft unter Formschwankungen litt und »nur 85 bis 90 Prozent ihrer Leistungsfähigkeit« gebracht habe.

»Nicht immer eine Einheit«

Und: »Wir waren nicht immer eine Einheit.« Ein erkennbares Defizit gerade bei offensiven Deckungen gegen die TSG: »Wir waren zu sehr auf unseren Rückraum fokussiert und so leicht zu knacken.« Christian Sprdlik legt den Fokus also lieber auf die gelegten Grundsteine im administrativen Bereich. »Bis auf den Nichtaufstieg war alles gut!« Die Zahl der Partner sei von 50 auf 110 gestiegen, der Etat vervierfacht worden. Im Sommer soll gegenüber der Seidensticker Halle eine Geschäftsstelle eröffnet werden, betreut von Marius Moning. Apropos Seidensticker Halle: Dort sollen in der Saison 2018/19 möglichst sämtliche Heimspiele ausgetragen werden. »Bis auf eines kriegen wir das vielleicht auch hin«, glaubt er.

Christian Sprdlik hofft, dass alsbald mit dem Trainer-Wunschkandidaten (Dirk Beuchler?) eine Einigung erfolgt. »Wir werden ein Team auf Topniveau, einen sehr ausgeglichenen und flexiblen Kader und eine große Freude an der Weiterentwicklung haben. Die Chance, Meister zu werden, wird Motivation genug sein.« Der Bielefelder Kader könnte noch auf 16 Spieler anwachsen. »Wir haben gesehen, wie lang eine Saison werden kann.«

Als Kreispokalsieger möchte die TSG in der kommenden Saison gerne dem TuS Spenge nacheifern. Sprdlik: »Es wäre für alle eine tolle Sache, wenn auch wir es bis nach Hamburg schaffen.« Apropos Spenge. »Man muss die TuS-Leistung neidlos anerkennen. Die haben sich in der hervorragenden Rückrunde in einen Rausch gespielt. Gratulation dafür.«

Eine »Ente« war im Übrigen das Gerücht, dass sich Bundesligist TSV Hannover-Burgdorf um Christian Sprdlik bemüht habe. »Es hat nie eine Anfrage der Recken gegeben. Die wäre auch vergeblich gewesen. Ich baue hier was auf, mit aller Leidenschaft.«

Kreisläufer Bergen kommt aus den Niederlanden

Der Kader der TSG A-H Bielefeld für die kommende Spielzeit 2018/19 nimmt immer konkretere Formen an. Kreisläufer Mario Bergen (23) wechselt aus der BENE-League (Niederlande) in die Leineweberstadt und unterschreibt einen Vertrag bis 2019. ­

Bergen kehrt von den Limburg Lions zurück in seine Heimatregion OWL. Der gebürtige Lemgoer und Architekturstudent ist vom Gesamtpaket begeistert und freut sich auf die Zeit bei der TSG: »Bielefeld bietet mir das perfekte Paket. Ich kann Handball in einem engagierten und ambitionierten Verein mit konkreten, großen Zielen spielen und kann gleichzeitig mein Studium fortsetzen. Ich freue mich riesig, Teil dieses Projektes zu werden«, wird der Kreisläufer in einer Pressemitteilung zitiert.

Torschützen

Julius Hinz (181/65), Luca Sewing (99), Johannes Krause (91/3), Marius Kastening (84/2), Nils Strathmeier (72), Nils Prüßner (68), Arne Kröger (65), Tim Schuwerak (42), Jonas Zwaka (23), Tobias Fröbel (23/1), Til Kirsch (6), Gustav Rydergård (5), Carl-Moritz Wagner (5), Henrik Ortmann (3), Maximilian Kroll (2), Felix Hendrich (1).

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