Di., 03.07.2018

Rußheide und Vita Sol: Handball-Oberligist legt mit erster Vorbereitungsphase los TSG will mit »Apollo« neu durchstarten

Neu beim Aufstiegsanwärter TSG, von links: Richard »Ricke« Sundberg, Jannik Wortmann, Trainer Stephan »Apollo« Just, Mario Bergen und Maximilian Schüttemeyer. Lauter verschiedene Typen, die die TSG unberechenbar machen sollen.

Neu beim Aufstiegsanwärter TSG, von links: Richard »Ricke« Sundberg, Jannik Wortmann, Trainer Stephan »Apollo« Just, Mario Bergen und Maximilian Schüttemeyer. Lauter verschiedene Typen, die die TSG unberechenbar machen sollen. Foto: Jörg Manthey

Von Jörg Manthey

Bielefeld  (WB). Einkleidung, Presse, Training, Pizza: Handball-Oberligist TSG A-H Bielefeld hat am Abend seine Vorbereitung auf die Saison 2018/19 aufgenommen. Neu-Trainer Stephan »Apollo« Just (39) begrüßte im Heeper Dom 16 Spieler, darunter die Neuzugänge Richard Sundberg, Maximilian Schüttemeyer, Mario Bergen und Jannik Wortmann. Vincent Kroll (Urlaub) fehlte.

Und natürlich war auch Johannes Krause da. Dessen Vertragsverlängerung hatte sich am längsten hingezogen. Der 31-Jährige ist auserkoren, den neuen TSG-Jahrgang als Mittelmann anzuleiten.

Schüttemeyers Job: Vollstrecker!

Auf halblinks will Arne Kröger den Kampf gegen den finnischen Nationalspieler Richard Sundberg und Maximilian Schüttemeyer annehmen; beide aufstiegserfahren. Schüttemeyer könnte auch im rechten Rückraum auftauchen. Die beiden Neuen haben eine Wohnung in der City bezogen. Sundberg wird ein Praktikum bei einem Pharma-Unternehmen absolvieren. Schüttemeyer hat bei der Stadt Bielefeld angeheuert – im Ressort Stadtkasse als Vollstrecker!

Viele verschiedene Spielertypen

Vier Kreisläufer zeugen auch auf dieser Position von einem heftigen Konkurrenzkampf – und genauso von Möglichkeiten. »Wir haben viel Qualität, viele verschiedene Typen, die individuell verschieden einsetzbar sind. Das wird uns unberechenbar machen«, sieht Mario Bergen »ein paar Varianten im Hut«. Für Bergen und Schüttemeyer ist zudem Ackern im Innenblock einer 6:0-Abwehr nichts Neues.

»Keine Wunderdinge erwarten«

Stephan »Apollo« Just, in seiner aktiven Zeit 14-maliger Nationalspieler, stellt klar, das er trotz all seiner Erfahrung kein Magier ist. »Lass uns mal ganz entspannt die Kirche im Dorf lassen. Von mir und der Mannschaft sind keine Wunderdinge zu erwarten. Wir wollen uns als Team und individuell weiterentwickeln. Das ist ein Prozess. Wie lange der dauert, muss abgewartet werden.« Der Boy-Nachfolger sieht »ein gutes Fundament« bei der TSG und kündigt ein »konzentriertes gemeinsames Arbeiten im Rahmen unserer Möglichkeiten« an. Der Spaßfaktor soll dabei nicht zu kurz kommen.

Gestern war Thomas Isdepski da. Ein Fitness-Coach aus Hamm, mit dem Just schon beim ASV Hamm-Westfalen zusammengearbeitet hatte. Isdepski vermittelte eine »Basiskompetenz« in Sachen Bewegung. Unter anderem stand ein Shuttle Run Test auf dem Programm. Justs Botschaft: »Es geht für alle bei Null los!«

Kraft und Ausdauer stärken

Athletik wird in nächster Zeit großgeschrieben. »Wir wollen optimal performen. Dazu muss es uns gelingen, Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer aufs Feld zu bringen«, erklärt 1,93-Meter-Hüne Just, der mit 1714 Treffern in 417 Bundesligaspielen mit zu den torgefährlichsten Spielern der Ligageschichte gehört. Die erste Vorbereitungsphase wird die TSG-Spieler oft im Stadion Rußheide und auch im Vita Sol in Bad Salzuflen sehen. »Ob Fitness, Kraft, Ausdauer oder Besprechungsräume – wir finden dort super Bedingungen vor«, schwärmt TSG-Geschäftsführer Christian Sprdlik von dem Wellness- und Sauna-Tempel. Der Teamgedanke soll stets hochgehalten werden. Ein Triathlon bildet den Abschluss der ersten Phase (14. Juli). Hinterher ist Zeit zum Kennenlernen, wenn Familie, Frau oder Freundin dazustoßen. In den zwei Folgewochen arbeiten die Spieler individuell an ihrer Grundlagenausdauer weiter und »Hausarbeiten« ab; mit Kraft- und Laufeinheiten. Ab Montag, 30. Juli, kommt der Ball ins Spiel.

»Das wird kein Selbstläufer«

Am 8./9. September wird’s ernst, wenn als erste Mannschaft Aufsteiger TSG Harsewinkel dem Favoriten ein Bein stellen will. »Wir haben einen starken Kader beisammen, müssen uns aber erst als Team finden. Schließlich sind die Schlüsselpositionen neu besetzt. Der Aufstieg ist unser Ziel. Das wird kein Selbstläufer, das muss jedem klar sein«, sagt Christian Sprdlik mit Verweis auf »die mit Abstand stärkste Oberliga Deutschlands. Wir müssen in jedem Spiel top konzentriert sein.«

Schließlich hätten auch andere Klubs personell aufgerüstet. So lässt der wie Just in Minden wohnende Evars »Ebbe« Klesniks (38), 100-maliger lettischer Nationalspieler vom Bundesligisten HSG Wetzlar, nach etwa 20 Jahren als Profi seine Karriere beim Vorjahresdritten LIT in Nordhemmern ausklingen. Der Linkshänder dürfte als Abwehrchef Maßstäbe setzen. Just: »Ich hätte Ebbe auch genommen. Ein Spieler mit seiner Mentalität tut jeder Mannschaft gut. Aber wir wollen uns auf uns konzentrieren. Wir haben Ambitionen und wollen die umsetzen.« Und zwar mit dem Trainer Just. Einem Szenario, das womöglich nochmal den Spieler Just erforderlich macht, erteilt er kategorisch eine Absage. »So etwas wird es definitiv nicht geben!«

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